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Kennzeichnung von Schafen

Alle Schafe und Ziegen sowie deren Halter müssen in einer zentralen Datenbank erfass werden. Dies macht es möglich, im Fall von Tierseuchen die Infektionsherde schneller ausfindenig zu machen.

Ohrmarke vom Schaf
aid

Um die Herkunft von Schafen und Ziegen bis zum Erzeugerbetrieb besser nachvollziehen zu können, gelten seit 2005 für die gesamte Europäische Union einheitliche Kennzeichnungs- und Meldepflichten. Alle Schaf- und Ziegenhalter sowie die Zahl der von ihnen gehaltenen Tiere werden seitdem in einer zentralen Datenbank erfasst.

Wie wichtig die Nachvollziehbarkeit der Herkunft und Aufenthaltsorte von Schafen und Ziegen ist, haben Tierseuchen wie die Maul- und Klauenseuche im Jahr 2001 gezeigt: Da die Infektionsherde nicht rechtzeitig ausfindig gemacht werden konnten, mussten Tausende gesunder Tiere zur Verhinderung der Seuchenverschleppung getötet werden. Viele landwirtschaftliche Betriebe hat das in ihrer Existenz bedroht. Aber auch Hobbytierhalter traf es schwer: Nicht selten wurde der Zuchterfolg vieler Jahre zunichte gemacht.

Kennzeichnungsvorschriften

Alle Zuchttiere, das heißt Tiere, die älter als 12 Monate werden oder ins Ausland verbracht werden, müssen spätestens neun Monate nach der Geburt mit zwei Kennzeichen gekennzeichnet werden. Ein Kennzeichen davon muss elektronischer Art sein: In der Regel handelt es sich dabei um eine Ohrmarke, die einen elektronischen Chip enthält, der mit einem Lesegerät ausgelesen werden kann.
Für Schlachttiere, das heißt Tiere, die innerhalb eines Jahres geschlachtet werden, gilt eine Ausnahmeregelung: Es reicht aus, solche Tiere mit nur einer, nicht elektronischen Ohrmarke zu kennzeichnen.

Bestandsregister und Begleitdokument

Jeder Schaf- und Ziegenhalter ist verpflichtet, ein Bestandsregister zu führen, in das er alle relevanten Daten (Betriebsdaten, Zu- und Abgänge, tierindividuelle Angaben) eintragen muss. Diese Daten sind einmal jährlich an die zuständige Behörde zu melden und werden dort in einer Zentraldatenbank erfasst. Für das gesamte System der Kennzeichnung und Registrierung sind die einzelnen Bundesländer zuständig.

Jedes Schaf und jede Ziege, die den Betrieb wechselt, braucht außerdem ein Begleitdokument. Darin trägt der abgebende Tierhalter Daten seines Betriebs, Kennzeichen und Anzahl der verbrachten Tiere, das Abgangsdatum, die Registriernummer des Bestimmungsbetriebs sowie Angaben zum Transporteur ein.

Autoren: Claudia Gehrmann, Bonn und Jörg Planer, Bonn |

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