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Kerbelrübe

Bei der Kerbelrübe handelt es sich um eine in Europa heimische Pflanze, von der die fleischige Wurzel gegessen wird. Man findet sie hin und wieder wild wachsend an Flussufern oder Waldrändern.

Kerbelrübe
Ouicoude

Geschichte und Besonderheiten

Man könnte vermuten, dass es sich bei der Kerbelrübe um die (essbare) Wurzel des Gewürzkerbels (Anthriscus cerefolium) handelt. Dem ist aber nicht so. Die Kerbelrübe mit dem lateinischen Namen Chaerophyllum bulbosum gehört zwar zur gleichen Familie wie der Gewürzkerbel, hat ansonsten aber botanisch nichts weiter mit diesem gemein. 

Als Wildpflanze wird die Kerbelrübe – auch als Knolliger Kälberkropf bezeichnet – bereits seit dem 16. Jahrhundert in Kräuterbüchern beschrieben. Erste Erwähnungen über Kulturformen gibt es jedoch erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre Zeit als Kulturpflanze währte jedoch nicht lange. Bis in die 1930iger Jahre findet man die Kerbelrübe noch in Gartenbaubüchern, danach geriet sie mehr und mehr in Vergessenheit.  

Die Kerbelrübe ist ein zweijähriger Doldenblüter, der im ersten Jahr eine knollig verdickte Wurzel und im zweiten Jahr die Blüten und Samen bildet. Die kugelige bis kegelförmige Wurzel ist bräunlich bis bräunlich-gelb und erreicht als Kulturpflanze Längen von bis zu 8 cm. Der Spross, dessen Laub – ähnlich dem von Möhren – gefiedert ist, wird etwa 1,5 m hoch und bildet im Juni kleine weiße Blüten, aus denen kümmelähnliche Samen entstehen.

Kulturtipps

Die Kerbelrübe kann ein- oder zweijährig kultiviert werden (mehr dazu siehe unter Ernte und Lagerung). Bei zweijähriger Kultur ergeben sich aufgrund der längeren Wachstumszeit größere Rüben. Egal ob ein- oder zweijährig: gesät wird im Herbst, da die Samen einen Kältereiz benötigen, um die Keimhemmung abzubauen. Da die Keimkraft der Samen sehr kurzweilig ist, sollte nur frisches Saatgut verwendet werden.

Die Aussaat kann zwischen August und Dezember erfolgen. Obwohl die Samen Frost vertragen, benötigen sie nach der Saat zum Quellen erst einmal ein paar frostfreie Tage. Gesät wird in Reihen mit einem Abstand von 30 cm. Der Samen sollte nur leicht mit Erde oder Sand bedeckt und gut angedrückt werden. Die Keimung der Kerbelrübe erfolgt erst im Frühjahr. Sollten die Pflanzen dann zu dicht stehen, müssen diese auf einen Abstand von 3-5 cm in der Reihe ausgedünnt werden.

Da die Kerbelrübe von Natur aus an feuchte Standorte gewöhnt ist, sollte der Boden ständig feucht gehalten werden. Hinsichtlich der Fruchtfolge ist darauf zu achten, dass die Kerbelrübe zeitlich in ausreichendem Abstand zu anderen Doldenblütlern wie Möhren, Sellerie, Kümmel, Fenchel oder Petersilie steht, da es sonst zu Fruchtfolgekrankheiten kommen kann.

Ernte und Lagerung

Ab Juli stirbt das Laub der Kerbelrübe ab. Dies ist der früheste Zeitpunkt für eine Ernte. In Gärten, in denen keine Probleme mit Wühlmäusen bestehen, sollte man die Rüben aber besser bis zum Spätherbst im Boden belassen. Denn mit der Zeit verbessert sich die geschmackliche Qualität der Rübchen.

Bei Wühlmausproblemen sollte man die Rüben jedoch frühzeitig ernten, das Laub entfernen und bis zum Herbst in Sand eingeschlagen im Keller dunkel und kühl lagern. Zur Ernte werden die Rüben mit einer Grabgabel vorsichtig gelockert und mit der Hand entnommen.

Im ersten Erntejahr finden sich im Beet noch sehr viele kleine, nicht einmal haselnussgroße Rüben, die sich zum Kochen nicht eignen. Wenn man diese nach der Ernte direkt wieder in den Boden pflanzt, werden daraus im Herbst des darauf folgenden Jahres sehr schöne dicke Rüben.

Verwendung in der Küche

Die Kerbelrübe fällt besonders durch ihren sehr würzigen Geschmack auf, der sie zu einer echten Delikatesse macht. In gekochtem Zustand nimmt sie die Konsistenz einer mehligen Kartoffel an und erinnert geschmacklich etwas an Maronen, mit einer leicht scharfen Note. Je länger die Kerbelrübe gelagert wird, umso intensiver und würziger wird sie im Geschmack.

Die Rüben können geschält oder ungeschält verwendet werden. Damit sie sich besser schälen lassen, kann man sie vorher kurz in kochendes Wasser legen. Kerbelrübchen werden gekocht als Beilage, unter anderem zu Fleischgerichten, serviert.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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