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Kinder in der Kita-Küche

Probieren, rühren, dekorieren – das finden alle Kinder spannend. So lassen sich Hygieneanforderungen und Ernährungsbildung in der Kita vereinbaren.

Obstgesicht
azurita / Fotolia.com

Kleinkinder sind besonders empfindlich gegenüber Krankheitserregern, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Lebensmittelbedingte Erkrankungen können daher bedrohlich für sie werden. Dennoch ist es nicht erforderlich, sie aus der Küche zu verbannen. Ganz im Gegenteil: Kinder, die bei der Essenzubereitung helfen dürfen, fühlen sich „groß“, ernst genommen und entwickeln viel mehr Interesse am Essen, der Essenszubereitung und an neuen Speisen als Kindern, die nicht helfen dürfen.

Ernährungsbildung ja, Mittagessen mitkochen nein

Bei der eigentlichen Speisenzubereitung in Küchen der Gemeinschaftsverpflegung dürfen Kinder aus rechtlichen und hygienischen Gründen nicht mitwirken. Wenn das zubereitete Essen aber nur für die eigene Gruppe bestimmt ist und grundlegende Hygieneregeln vermittelt und eingehalten werden, ist das Einbeziehen der Kinder erlaubt und eine sinnvolle Maßnahme. Denn Kinder lernen Küchenhygiene und den Umgang mit Utensilien und Lebensmitteln wie alles andere auch – durchs Abschauen und wiederholte Selbermachen.

Kleine Regeln – große Wirkung

  • Kinder lernen schnell, dass sie sich vor dem Essen und der Zubereitung von Lebensmitteln die Hände gründlich mit Seife waschen müssen. Das gilt auch nach dem Toilettengang und dem Naseputzen. Apropos Nase: Aufs Essen bitte nicht Niesen oder Husten!
  • Kranke Kinder oder Kinder mit offenen und entzündeten Wunden an Händen und Unterarmen dürfen generell nicht mitmachen. Kleine Verletzungen können mit einem wasserdichten Pflaster abgedeckt werden.
  • Auch sollte jedes Kind eine saubere Schürze oder Vorbinder (Geschirrhandtuch) umbinden, lange Ärmel hochkrempeln und die Haare wenn nötig zusammenbinden.
  • Unbedingt auf die Einhaltung der Kühlkette von kühlbedürftigen oder gefrorenen Lebensmitteln und das gründliche Putzen von Obst und Gemüse achten!
  • Die zubereiteten Speisen sollten unmittelbar verzehrt werden. Speisereste und Lebensmittelabfälle müssen ebenso wie auf den Boden gefallene Lebensmittel in die Tonne für Speiseabfälle entsorgt werden.
  • Gehen Sie mit guten Beispiel voran und machen Sie vor, wie man seinen Arbeitsplatz sauber hält.
  • Probieren ist selbstverständlich erlaubt, aber nur indem mit einem größeren Löffel die Speise zum Kosten auf den eigenen Löffel gegeben wird. Die Kinder dürfen niemals mit einem bereits benutzten Löffel in einer Speise rühren.
  • An der Zubereitung und Verarbeitung von leicht verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch oder rohe Eier sollten Kinder nicht beteiligt werden. Aus hygienischen Gründen dürfen sie auch keinen rohen Teig, der Eier enthält, probieren.

Hygiene: auch für Tagesmütter/-väter wichtig

Tagesmütter und Tagesväter, die Kinder im eigenen Haushalt betreuen, sollten das Thema Hygiene ebenso sorgfältig behandeln wie Krippen und Kitas. Auch sie sind für die Sicherheit und hygienische Unbedenklichkeit der von ihnen zubereiteten Speisen verantwortlich. Die Behörden verschiedener Bundesländer haben Hygieneleitfäden erstellt und im Internet veröffentlicht. Diese Leitfäden enthalten viele Hinweise und Tipps, die es Tagesmütter erleichtern, die geforderten Hygienestandards praxisgerecht zu erfüllen, ohne bei der täglichen Arbeit behindert zu werden. Das Bundesernährungsministerium hat die Leitlinie für eine gute Lebensmittelhygiene-Praxis vom Bundesverband für die Kindertagespflege und Kontaktdaten der zuständigen Länderministerien für Tagesmütter und -väter zusammengestellt:

www.bmel.de

Quelle: Essen lernen in Kita und Tagespflege - Ernährungsbildung für Kleinkinder (Bestell-Nr. 3304)

Silke Hoffmann, Bielefeld und Andrea Fenner, Edinburgh |

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