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Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege ist ein invasiver Pflanzenschädling, der vor allem Kirschen, Beerenobst und Wein befällt. Die besten vorbeugenden Maßnahmen sind Schutznetze und konsequente Hygiene.

Reife roten Kirschen am Baum
emirkoo / Fotolia.com

So ziemlich jeder dürfte schon Bekanntschaft mit der Essigfliege (Drosophila melanogaster) gemacht haben: Vorzugsweise im Herbst schwirren nahezu von einem Tag auf den anderen Dutzende bis Hunderte der kleinen Insekten mit den roten Augen in der Küche herum und stürzen sich auf Obst und Gemüse mit Faulstellen oder Gläser mit Saftresten – nervtötend, aber harmlos. Ganz anders sieht die Lage aus, wenn die nahen Verwandten der Essigfliege in den Garten einfallen. Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), recht gut zu unterscheiden am schwarzen Punkt auf den Flügeln der Männchen, fand zwar erst 2011 ihren Weg nach Deutschland, breitet sich seitdem jedoch rapide aus – was bei 300 Eiern je Fliegenweibchen und zehn bis dreizehn Generationen pro Saison nicht weiter verwunderlich ist. Die aus Südostasien stammende Minifliege legt ihre Eier in die heranreifenden und vollreifen Früchte aller weichschaligen Obstarten, allen voran Kirschen und Beerenobst inklusive Wein, und hat das Potenzial, ganze Ernten zunichte zu machen: Die schlüpfenden Maden genießen ihren Aufenthalt im Schlaraffenland und hauen sich die Bäuche voll, während der Gärtner hilflos zusehen muss, wie die Früchte braun und faulig werden. Das ist im Hobbygarten zwar weniger problematisch als im Erwerbsobstbau, wo es um Wirtschaftlichkeit und Existenzen geht, besonders im Weinbau ist die Kirschessigfliege inzwischen gefürchtet. Aber auch im eigenen Garten ist der Ernteausfall zumindest sehr ärgerlich.

Gut vernetzt ist gut geschützt

Die mehr oder weniger gute Nachricht: Wer etwas gegen die Kirschessigfliege unternehmen möchte, braucht sich nicht lange den Kopf zu zerbrechen, denn im Hobbygarten gibt es nur eine wirkungsvolle Strategie – sorgfältiges Einnetzen. Dazu benötigen Sie ein Kulturschutznetz mit einer Maschenweite von maximal 0,8 x 0,8 Millimetern und mindestens einen Helfer, denn beim Versuch, ein Netz alleine über Himbeerhecken oder Obstgehölze zu breiten, sind Verwicklungen programmiert. Für eine lange Haltbarkeit sollten Sie ein Kulturschutznetz aus UV-lichtbeständigem Material wählen. Die wirklich gute Nachricht: Der Einsatz lohnt sich gleich dreifach, denn sorgfältig unter der Baumkrone zusammengebunden oder im Boden verankert, hält das Netz auch die Kirschfliege und gefräßige Vögel fern. Tipp: Deutlich teurer, aber eine komfortable Variante für einzelne kleinkronige Gehölze sind vorgefertigte Netze mit seitlichem Reißverschluss. Nach dem Überstülpen lassen sie sich per Kordelzug schnell und dicht unterhalb der Krone schließen.

Kompromiss: Konsequent durchpflücken

Wer Einnetzen gestalterisch fragwürdig findet (zu Recht), oder als unpraktisch verwirft, weil beispielsweise Himbeeren in mehreren Durchgängen gepflückt werden müssen, sollte zumindest besonderen Wert auf die Hygiene im Garten legen. Reife Früchte nicht lange hängen lassen; bereits faulende oder abgefallene Früchte ebenfalls konsequent einsammeln und in einem Plastikbeutel verpackt für einige Tage in die pralle Sonne legen. Dadurch sterben etwaig vorhandene Eier und Maden ab. Erst danach auf den Kompost oder in den Haus- oder Biomüll geben, andernfalls verstärken weitere Kirschfruchtfliegen das bereits vorhandene Heer. Vorbeugend können auch ein vollsonniger luftiger Standort und ein regelmäßiger Schnitt gegen die sirrenden Invasoren helfen, denn im prallen Sonnenschein und wo der Wind durch die Äste und Triebe streicht, fühlen sich die Federgewichte weniger wohl.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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