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Essbare Exoten für Garten und Fensterbank

Kiwi und Feige sind mittlerweile bekannte Exoten in unseren Gärten. Es gibt aber noch eine ganze Reihe weiterer tropischer und subtropischer Pflanzen, die auch bei uns wachsen.

Kiwifrüchte am Baum
sripfoto / Fotolia.com

Stellen Sie sich vor, Sie laufen im Baumarkt zufällig an einer Erdnusspflanze vorbei, die da unauffällig als Pflanzgut neben Zucchini und Tomaten auf dem Angebotstisch steht. Spontan werden Ihnen möglicherweise Dutzende von Fragen durch den Kopf schießen, wie: "Wachsen die denn bei uns?" oder "Bilden die hier auch Nüsse aus, die man essen kann?". Und schließlich die Frage aller Fragen: "Wie wachsen Erdnüsse überhaupt?"

Wahrhaftig es gibt sie, die Erdnuss für den deutschen Garten. Arachis hypogaea – die gemeine Erdnuss – wächst dank der Bemühungen eifriger Züchter auch bei uns.

Voraussetzung für den Anbau der Erdnuss bei uns ist ein lockerer, sandiger Boden und ein warmes Plätzchen an der Sonne. Das Besondere an der Erdnuss ist, dass die Früchte unterirdisch wachsen. Doch nicht, wie man vielleicht vermuten mag, an den Wurzeln, sondern endständig an oberirdischen Blütenstängeln. Diese krümmen sich nach der Bestäubung und wachsen etwa fünf bis sechs Zentimeter in das Erdreich hinein, um dort die Nüsse auszubilden. Allein für dieses ungewöhnliche Naturschauspiel lohnt sich schon der Kauf einer Erdnusspflanze.

Geeignete Exoten für den Garten

Die Erdnuss ist nicht der einzige Exot, der in heimischen Gärten wächst. Dank pfiffiger Züchtungen gibt es heute eine ganze Reihe tropischer und subtropischer Pflanzen, die sich hier kultivieren lassen. Zudem dürfte die prognostizierte Klimaentwicklung dazu beitragen, dass tropische Gewächse zukünftig auch in unseren Breiten besser gedeihen.

Kiwi und Physalis gelten bei manchen Gärtnern inzwischen schon als "alte Hasen" unter den essbaren Exoten. Sie haben sich in deutschen Gärten als beliebte Nutzpflanzen etablieren können. Eher unbekannt dagegen sind noch Exoten wie Kiwano, Pepino oder Tomatillo. Diese kennt man allenfalls aus gut sortierten Feinkostabteilungen, wo sie hochpreisig angeboten werden.

Mit etwas Geschick und gutem Willen kann man diese Gewächse jedoch auch in unseren Breiten zum Fruchten bringen. Ab Mitte/Ende Mai, wenn es warm genug ist, können die meisten ins Freiland gepflanzt werden. Zu den bei uns kultivierbaren Exoten (siehe Tabelle) gehören vorrangig obstartige Kulturen.

Exoten, die für den Anbau im eigenen Garten geeignet sind
Einjährige Exoten:
Erdnuss (Arachys hypogaea) Die reifen Nüsse müssen für den Verzehr mit der Schale etwa 20 Minuten im Backofen (120-160 °C) getrocknet werden; nach dem Abkühlen können Sie die Nüsse dann essen.
Kiwano (Cucumis metuliferus) Die Pflanze ist der Gurke sehr ähnlich und wird wie diese zweitriebig an Schnüren aufgebunden. Die Frucht enthält grünliches Gelee, das geschmacklich zwischen Gurke, Limone und Banane liegt. 
Pepino (Solanum muricatum Pepino eignet sich als Ampelpflanze auf Balkon oder Terrasse. Die Früchte erinnern geschmacklich etwas an Melonen. 
Tomatillo (Physalis ixocarpa Tomatillo ist eng verwandt mit Physalis. Die Pflanzen werden 1,5-2 m hoch. Mit ihrem säuerlich würzigen Aroma passen sie gut zu Mischgemüse-Gerichten. 
Mexikanische Minigurke (Melothria scabra) Das Klettergewächs bildet im Sommer eine Vielzahl an Früchten, die im Aussehen an Mini-Wassermelonen erinnern und frisch säuerlich schmecken.
Hörnchenkürbis (Cyclanthera pedata Der Hörnchenkürbis ist ein stark rankendes Kürbisgewächs. Die Früchte können, wenn sie olivengroß sind, geerntet und roh gegessen werden.
Andenbeere (Physalis peruviana

Die Pflanze wird etwa 100 cm hoch und blüht von Juli bis September.

Mehrjährige Exoten: 
Winterharte Feigen (Ficus carica Winterharte Feigen wie die Bayernfeige 'Violetta' überstehen Minusgrade bis -15 °C und tragen im Sommer reichlich Früchte. 
Weiki oder „Bayern-Kiwi“ (Actinidia arguta) Eine kleinfrüchtige, winterharte Kiwi (bis -30 °C), die sich auch in Kübeln kultivieren lässt.

Ein sonniges Plätzchen

Oberste Regel für den Anbau von Exoten ist: Warm und sonnig muss es sein. Daher ist der Anbau dieser Kulturen besonders in milden Regionen Deutschlands geeignet. Doch auch in den kühleren Gegenden kann man im Garten ein sonniges und windgeschütztes Eckchen schaffen, wo die Pflanzen gedeihen. Ideal für Wärme liebende Pflanzen sind auch sonnige Balkone und Terrassen, wenn sie einigermaßen Schutz vor übermäßigem Wind und Regen bieten. Da es sich bei vielen der Exoten um Kletterer handelt, ist zudem für eine geeignete Kletterhilfe zu sorgen.

Jedes Jahr aufs Neue

Obwohl einige der fremdländischen Gewächse in ihrer Heimat mehrjährig sind, können sie bei uns auf Grund des kalten Winters meist nur einjährig kultiviert werden. Die wenigen Ausnahmen, für die das nicht gilt, sind beispielsweise Kiwi, Feige oder Winterharte Cherimoya, die durch züchterische Maßnahmen den hiesigen Bedingungen angepasst wurden.

Jörg Planer, Meckenheim |

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