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Klauengesundheit beim Schwein

Seit die Gruppenhaltung für tragende Sauen eingeführt wurde, haben Klauenprobleme deutlich zugenommen. Etwa 15 Prozent der Sauen gehen wegen Klauen- oder Gelenkserkrankungen vorzeitig ab.

Ferkel spielen
patarapong / Fotolia.com

Viele Sauenhalter sind der Meinung, ihre Sauen hätten keine Probleme mit den Klauen. Oft ist aber nur bei flüchtigem Hinsehen alles in Ordnung. Bei genauerer Betrachtung werden nicht selten deutliche Klauenprobleme sichtbar. Wenn die Sauen erst lahmen, ist es oft schon zu spät.

Hauptproblem der immer schwerer werdenden modernen Zuchtsauen sind Ballenveränderungen. Eine Untersuchung an 371 Sauen im sächsischen Lehr- und Versuchsgut Köllitsch zeigte, dass 60 Prozent der Sauen Risse an den Hinterballen hatten.

Klauenveränderungen kommt die Betriebe teuer zu stehen, erschwert die Arbeitsabläufe und ist auch aus Tierschutzgründen nicht akzeptabel. Nicht nur der vorzeitige Abgang von Sauen – besonders wenn sie hochtragend sind – verursacht große wirtschaftliche Schäden. Auch Minderleistungen, höhere Ferkelverluste und eine geringere Fruchtbarkeit schlagen zu Buche.

Etwa 80 Prozent der Klauenverletzungen und -erkrankungen sind auf die Haltung zurückzuführen. Bisher ist es noch nicht gelungen, einen Betonspaltenboden zu entwickeln, der keine oder nur wenige Klauenverletzungen verursacht. Schon leichte Drehungen auf den Spaltenkanten können Quetschungen, Blutergüsse und Schnittwunden zur Folge haben.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in vorbeugenden Maßnahmen, besonders im Bereich der Haltung und des Managements. Die Klauenpflege von Sauen muss hingegen die Ausnahme bleiben.

Minderleistungen in Ferkelerzeugung und Mast

Bein eines Schweins mit gesunder Klaune
So sieht eine gesunde Schweineklaue aus.

Klauenschäden, Fundamentschäden und Lahmheiten sind sehr häufige Gründe für Minderleistungen in der Ferkelerzeugung. Die Erkrankungen der Sauen haben neben einer erhöhten Remontierungsrate auch verminderte Fruchtbarkeitsleistungen zur Folge, besonders dann, wenn die Tiere regelmäßig Schmerzen empfinden. Darüber hinaus verursachen die betroffenen Sauen erhöhte Saugferkelverluste, denn die Tiere lassen sich beim Ablegen in der Abferkelbucht fallen, anstatt sich vorsichtig hinzulegen.

In der Mast finden Fundamentschwächen und Klauenprobleme bislang kaum Beachtung. Untersuchungen zeigen aber, dass bereits bei kleinen Ferkeln Blutergüsse und Klauenrisse zu finden sind, die die gesamte Mastperiode beeinträchtigen. Damit vermindert sich die Leistung: Vorzeitige Verkäufe außerhalb des optimalen Gewichtsbereiches und verminderte Futteraufnahme bei erkrankten Tieren führen dazu, dass die Mast länger dauert und sich die Futterverwertung verschlechtert.

Autoren: Jörg Planer, Bonn und Dr. Elisabeth Roesicke, aid |

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