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Klauenpflege und Klauenbehandlung

Eingriffe an der Klaue sollten bereits dann vorgenommen werden, wenn sich noch keine schmerzhaften Prozesse entwickelt haben. Dafür ist eine regelmäßige Kontrolle des Bestandes unerlässlich.

Klauenpflege beim Schwein
Rudolf Wiedmann

Ein Schweinebestand muss regelmäßig auf Tiere kontrolliert werden, die Lahmheiten aufweisen. Darüber hinaus sollte aber auch schon vorher auf Klauenveränderungen wie beginnende Stallklauenbildung geachtet werden, die noch keine Lahmheit hervorrufen. Denn nur damit ist gewährleistet, dass Eingriffe an den Klauen nicht erst dann stattfinden, wenn sich schon schmerzhafte Prozesse entwickelt haben.

Die Klauenpflege und -behandlung beim Schwein ist im Vergleich zum Rind lange Zeit vernachlässigt worden, insbesondere weil früher die Stressempfindlichkeit der Schweine, zum Beispiel im Zusammenhang mit der notwendigen Fixierung gefürchtet wurde. Nach intensiver Selektion spielt die Stressempfindlichkeit heute bei den Sauen keine Rolle mehr, so dass eine Klauenpflege mit geeigneten Gerätschaften und Fixierungsmöglichkeiten durchgeführt werden kann. Klauenpflege und therapeutische Maßnahmen an Klauen tragen dazu bei, vorzeitige Abgänge zu verhindern und im Vorfeld Schmerzen der Tiere zu vermeiden. Die fünf Schritte der funktionellen Klauenpflege sind im aid-Heft 1581 „Klauengesundheit beim Schwein“ ausführlich mit Bildern beschrieben.

Schwere Erkrankungen nur unter Narkose behandeln

Bei Klauenerkrankungen, die schon zu sichtbaren Schmerzäußerungen geführt haben, und bei zu behandelnden Verletzungen, die eine Beteiligung der Klauenlederhaut vermuten lassen, ist bei einer Behandlung aufgrund der Schmerzen mit starken Abwehrbewegungen und einer erheblichen Aufregung der Tiere zu rechnen. Dies kann in Extremfällen ein Kreislaufversagen auslösen und den Tod des Schweines verursachen. Deshalb sollten entsprechende Eingriffe aus Gründen des Tier- und Arbeitsschutzes nur unter Narkose vom Tierarzt ausgeführt werden.

Funktionale Klauenpflege: bei Schweinen nur geringe Bedeutung

Im Vergleich zur Milchviehhaltung hat die funktionelle Klauenpflege bei Schweinen eine wesentlich geringere Bedeutung. Ausnahmen sind Stallklauen, die jedoch bei den herkömmlichen Haltungsverfahren eher selten vorkommen. Die meisten Sauen gehen zu frühzeitig ab, so dass kaum Stallklauen entstehen können. Im Vordergrund stehen heute viel mehr erhöhte Abnutzungen und Verletzungen des Wand-, Sohlen- und Ballenhorns, weshalb nur in seltenen Fällen Klauenkorrekturen in Frage kommen. Möglichst gesunde Schweineklauen erzielt man deshalb im Wesentlichen durch vorbeugende Maßnahmen und nicht durch regelmäßiges Klauenschneiden. Trotzdem braucht der Tierhalter Kenntnisse darüber, wie bei Schweinen bezüglich der funktionellen Klauenpflege vorzugehen ist.

Autoren: Jörg Planer, Bonn und Dr. Elisabeth Roesicke, aid |

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