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Klimawandel: Konsequenzen für die Landwirtschaft

Mitverantwortlich und betroffen zugleich: Der Klimawandel ist für die Landwirtschaft ein zweischneidiges Schwert. 

Dürrer Boden Mais
iStock.com / no limit pictures

Auf der einen Seite tragen Tierhaltung, Düngung und Nassreisanbau durch die Emission klimarelevanter Gase zur Erderwärmung bei, auf der anderen Seite ist die Landwirtschaft unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen – positiv wie negativ.

So kann die Landwirtschaft in einigen Regionen Europas von einem leichten Temperaturanstieg profitieren und auch erhöhte Niederschlagsmengen tolerieren. Der teilweise vorgezogene Legezeitpunkt für Kartoffeln, die verlängerte Wachstumsperiode für Wein oder die frühere Blüte von Obstbäumen sind nur einige Beispiele dafür. Auch die steigende atmosphärische Kohlendioxid-Konzentration – der sogenannten Kohlendioxid-Düngeeffekt – hat grundsätzlich positive Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum.

Risiken sind nicht zu unterschätzen

Diese Vorteile dürfen jedoch keinesfalls überbewertet werden. Der Klimawandel bringt für die hiesigen Landwirte auch erhebliche Risiken mit sich. Diese wirken sich schon heute in Form von extremer werdenden Witterungsereignissen aus. Starkniederschläge und Hagel, Hochwasser, Stürme oder Spätfrost haben in jüngerer Vergangenheit bereits zu erheblichen Ertragsausfällen geführt. Sicher lässt sich nicht jedes einzelne dieser Wetterereignisse zweifelsfrei der vom Menschen gemachten Klimaveränderung zuordnen. Tendenziell ist jedoch mit einer weiteren Zunahme und Verstärkung solcher Extremereignisse zu rechnen. Vermehrter Stress durch Hitze, Kälte, Nässe oder Trockenheit wird sich mindernd auf die Ertragssicherheit im Acker-, Futter- und Gartenbau auswirken. Neue Pflanzenschädlinge und -krankheiten werden sich etablieren. Schadorganismen, die derzeit noch unauffällig sind, werden zukünftig verstärkt auftreten. Eine zunehmende Trockenheit während der Vegetationsperiode und eine höhere Vernässungsgefahr im Herbst werden neue Herausforderungen an die Bodenbearbeitung und -pflege stellen.

Auch in der Tierhaltung ergeben sich Probleme durch den Klimawandel. Höhere Sommertemperaturen können die Nahrungsaufnahme und damit die Produktivität mindern. Tierische Überträger von Krankheiten werden eingeschleppt und breiten sich verstärkt aus.

Verlierer sind eindeutig die Entwicklungsländer

Die hochentwickelte Landwirtschaft der meisten europäischen Länder wird mit den Folgen des Klimawandels vermutlich mehr oder weniger gut leben können. Die offensichtlich Leidtragenden des Klimawandels sind hingegen die Regionen in den Tropen und Subtropen, in denen die Bauern bereits heute auf Grenzstandorten wirtschaften. Dies sind zum Beispiel Gebiete, die bisher schon mit starken Regenfällen oder extremer Trockenheit zu kämpfen hatten. Ein leichter Anstieg der Regenmenge beziehungsweise ein Ausbleiben von Niederschlägen kann für diese Menschen schnell zur existenziellen Bedrohung werden. Nach Berechnungen des International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington ist die Produktion von Grundnahrungsmitteln in Asien und Afrika besonders negativ von den Folgen des Klimawandels betroffen. Dort wo die Menschen in hohem Maße direkt von der Landwirtschaft abhängig sind, wird der Klimawandel seine tiefsten Spuren hinterlassen.

Jörg Planer, Meckenheim |

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