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Kniffe und Begriffe rund um die Saat

Saatgutkataloge sind oft voll mit neuen und viel versprechenden Obst- und Gemüsesorten für den heimischen Garten – allerdings auch mit gärtnerischen Fachbegriffen. Wir erklären Sie Ihnen.

Gießkanne und Saatgut
coco / Fotolia.com

Die Fachbegriffe in Saatgutkatalogen machen das Angebot für den Laien nicht immer leicht verständlich. So kann sich beispielsweise nicht jeder Hobbygärtner etwas unter F1-Hybriden und pilliertem oder gebeiztem Saatgut vorstellen. Oder was sind samenechte Sorten und worin unterscheidet sich Bio-Saatgut von konventionellem? Um Ihnen die Auswahl und den Umgang mit dem Saatgut zu vereinfachen, verraten wir Ihnen einige Kniffe und Begriffe rund um die gärtnerische Aussaat.

Samenecht oder Hybrid

Hybridsorten sind durch Kreuzung entstanden und besonders vital und leistungsfähig. Ein Nachteil ist jedoch, dass die gewünschten Eigenschaften der F1-Hybriden nicht über den Samen der Pflanze erhalten bleiben. Das heißt also: Sät man einen Samen einer Hybridpflanze, wächst daraus im nächsten Jahr zwar eine Pflanze – jedoch in aller Regel nicht mit den Eigenschaften, die erwünscht sind. Wer die guten Eigenschaften einer Hybride also in seinem Garten erhalten möchte, muss jedes Jahr neues Hybrid-Saatgut kaufen.  

Bei samenechten Sorten dagegen können Sie die Samen der Pflanze gewinnen und diese im nächsten Jahr aussäen. Denn die Eigenschaften der Elternpflanzen bleiben auch über den Samen erhalten.

Nicht jedes Samenkorn mag es dunkel und warm

Je nachdem, ob die Samen zur Keimung Licht benötigen oder nicht, bezeichnet man sie entsprechend als Licht- und Dunkelkeimer. Lichtkeimer wie Kopfsalat, Sellerie oder Basilikum dürfen bei der Aussaat nicht oder nur sehr dünn mit Erde bedeckt werden. Dunkelkeimer – darunter die meisten Gemüsearten – sollten dagegen etwa 2-3 Mal so tief unter die Erde wie ihr Saatgut lang ist.

Die sogenannten Kalt- oder Frostkeimer benötigen einen Kältereiz von einigen Wochen, um die Keimung in Gang zu setzen. Solche Samen sät man entweder im Herbst oder Winter oder man imitiert den Kältereiz mithilfe des Kühlschranks. Unter den gängigen Obst- und Gemüsearten gibt es jedoch nur sehr wenige Kaltkeimer – zum Beispiel Schnittlauch oder Bärlauch.

Aussaat vereinfachen

Um die Aussaat zu vereinfachen, bieten einige Saatguthersteller pilliertes Saatgut an. Bei der Pillierung werden alle Samen gleichmäßig mit einer Masse aus organischen Stoffen pillenartig umhüllt. Dies erleichtert besonders die Saat von sehr feinen und ungleichmäßigen Samen wie Möhren oder Sellerie. Die Samen lassen sich dadurch viel leichter auf den vorgegebenen Saatabstand ablegen. Zusätzlich können in die Hüllmasse noch spezielle Stoffe zur Stärkung oder Pflanzenschutzmittel zur Vermeidung von Krankheiten eingebracht werden. Dies ist dann auf der Packung gekennzeichnet.  

Eine weitere Methode, um gleichmäßige Saatabstände zu gewährleisten, sind Saatbänder. Diese werden mittlerweile für eine Reihe von Gemüse- und Kräuterarten angeboten. Die aus Zellulose bestehenden Saatbänder, in die die Samen schon auf Endabstand eingebettet werden, müssen nur noch in die Erde gelegt werden.

Öko- oder konventionelles Saatgut

In den Samenkatalogen findet man heute ein immer größer werdendes Angebot an ökologisch gewonnenem Saatgut. Solches Saatgut wird unter kontrolliert ökologischen Bedingungen in speziellen Öko-Zuchtbetrieben produziert. Wie alle Samen muss auch Öko-Saatgut die gesetzlichen Regelungen wie Mindestkeimfähigkeit oder Reinheit erfüllen. Biosaatgut darf jedoch nicht gentechnisch verändert und nicht mit chemischen Beizmitteln behandelt werden. Der Einsatz natürlicher Stoffe, die den aufkeimenden Samen schützen, ist jedoch erlaubt.

Ein weiterer, nicht unwesentlicher Unterschied zu konventionellem Saatgut besteht in den unterschiedlichen Zuchtzielen. So können zum Beispiel Pflanzen aus hochertragreichem, konventionellem Saatgut - wenn sie unter ökologischen Bedingungen kultiviert werden - oft nicht das gewünschte Potenzial ausschöpfen. Dies liegt unter anderem daran, dass im Ökolandbau ganz andere Formen der Düngung und des Pflanzenschutzes gebräuchlich sind. Für den biologischen Gartenbau sind vielmehr Sorten interessant, die gut an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst sind und eine hohe Toleranz gegenüber Unkräutern und Krankheiten aufweisen.

Biosaatgut, das nach den Vorgaben der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau oder nach den Richtlinien deutscher Öko-Anbauverbänden produziert wurde, ist auf der Samenverpackung entsprechend gekennzeichnet.

Jörg Planer, Meckenheim |

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