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Knollenziest

Der Knollenziest bildet, ähnlich wie die Kartoffel, unterirdische Ausläufer, die sich an der Spitze perlschnurartig verdicken. Seinen Ursprung hat das Staudengewächs im chinesischen Hochland.

Knollenziest
Brad Pict / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Frankreich-Urlaubern ist der Knollenziest vielleicht besser bekannt als „Crosne“. Diese Bezeichnung leitet sich von dem nahe Paris gelegen Städtchen Crosne ab, in dem die kartoffelähnlichen Knollen 1887 erstmals angebaut wurden und auch heute noch in Kultur sind. Obwohl das perlmuttweiße Feingemüse in Frankreich eine wohlbekannte und gern gegessene Delikatesse ist, wird der Knollenziest bei uns in Deutschland höchstens noch in Feinschmeckerrestaurants verwendet. 

Vom chinesischen Hochland aus hat sich das Staudengewächs nach Indien und vor allem Japan verbreitet. In Japan hat der Knollenziest schon eine sehr lange Tradition als Gemüse, was sich auch in den verschiedenen Namen für die Knolle – zum Beispiel Japanische Kartoffel, Japanese artichoke – widerspiegelt.

Der Knollenziest gehört zu den Lippenblütlern (Labiatae), einer Pflanzenfamilie, der sonst vor allem Heil- und Gewürzkräuter wie Lavendel, Salbei oder Rosmarin angehören. Die Knollen werden etwa 3-7 cm lang und erinnern etwas an das Michelin-Männchen.  Der oberirdische Teil der Pflanze erreicht eine Höhe von etwa 40-50 cm.

Kulturtipps

Knollenziest bevorzugt nahrhaften Lehmboden, gedeiht aber auch unter anderen Bodenverhältnissen. Auch halbschattige Standorte sind kein Problem für den Ziest. Trockenheit verträgt er jedoch weniger gut. Die Knollen werden im März oder April gepflanzt. Dazu legt man je drei Knollen pro Pflanzloch etwa 8-10 cm tief in den Boden. Der Reihenabstand zwischen den Pflanzlöchern beträgt 40-50 cm, der Abstand in der Reihe 30 cm. Zur Nährstoffversorgung können etwa 2 l Kompost/m2 leicht in den Boden eingearbeitet werden. Bei anhaltender Trockenheit sollte auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden. Wenn man die Triebspitzen kurz vor der Knollenbildung im Spätsommer etwas einkürzt, kann man größere Knollen erzielen. 

Ernte und Lagerung

Die Erntezeit beginnt im Oktober, wenn das Laub welk ist, und dauert bis etwa Ende Januar an. Zum Ernten hebt man die Staude samt der unterirdischen Ausläufer vorsichtig mit der Grabgabel aus dem Boden und sammelt die Knöllchen ab. Einmal aus dem Boden, verlieren die Knollen schnell an Frische. Daher empfiehlt es sich, die frostharten Knollen über Winter im Boden zu belassen und nur nach Bedarf zu entnehmen. Mit einer etwa 15 cm dicken Schicht Laub, die man einfach auf die Erde über den Knollen legt, kann man das Erntegut noch zusätzlich vor zu starken Frösten schützen. Wenn man ein paar Knollen im Boden lässt, treiben diese im Frühjahr wieder aus. Nach etwa 2-3 Jahren sollte das Beet gewechselt werden, da mit der Zeit der Ertrag nachlässt.

Auch, wenn die einzelnen Knollen sehr klein sind: Ingesamt erbringt der Knollenziest doch eine ganz ordentliche Ernteenge. Pro Pflanze kann man mit etwa 80 Knollen rechnen, was auf den Quadratmeter gerechnet eine Menge von 2-3 kg ergibt.

Verwendung in der Küche

Bei Knollenziest handelt es sich um ein sehr nahrhaftes Gemüse, das sich durchaus mit der Kartoffel messen kann. Die knackig saftigen Knöllchen können roh, zum Beispiel in den Salat geschnitten, oder gedünstet verzehrt werden. In Butter oder Pflanzenöl angebraten schmecken sie leicht nussig und erinnern ein wenig an Artischocken oder Schwarzwurzeln. In Japan, wo die Staude schon seit einigen Jahrhunderten kultiviert wird, werden die Knollen in Essig eingelegt oder leicht gezuckert als Delikatesse gehandelt.

Vor dem Verzehr werden die Knollen mit einer Gemüsebürste in Wasser gründlich abgeschrubbt. Das Schälen ist nicht nötig. Aufgrund der Größe und Form der Knöllchen gestaltet sich Auslese und Reinigung etwas aufwändig. Doch die Mühe lohnt sich.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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