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Kochen in einer digitalen Welt

Immer mehr Menschen holen ihre Freunde virtuell in die Küche, statt sie wie früher zum Essen einzuladen. Fotos von perfekt dekorierten Speisen werden in sozialen Netzwerken und Blogs gepostet.

fleischgericht auf teller
iStock.com / ronniechua

Food-Posting ist Trend

(aid) - Immer mehr Menschen holen ihre Freunde virtuell in die Küche, statt sie wie früher zum Essen einzuladen. Fotos von perfekt dekorierten Speisen werden in sozialen Netzwerken und Blogs gepostet. Das hat die Nestlé Studie 2016 „So is(s)t Deutschland“ gezeigt, die nach 2009 und 2011 zum dritten Mal veröffentlicht wurde. Rund 4.000 Menschen im Alter von 14 bis 74 Jahren wurden online zu ihrem Ernährungs- und Einkaufsverhalten befragt.

Menschen essen demnach gerne gemeinsam mit Freunden und Familie, da sie den Austausch und den Zusammenhalt genießen. Knapp 90 Prozent der Befragten finden gemeinsame Mahlzeiten wichtig. Die digitale Welt gibt dieser Gemeinschaft eine neue Dimension: Rund 17 Prozent der Deutschen teilen mehrmals im Monat, manche sogar täglich Bilder von Mahlzeiten auf ihrem Teller. Etwa 29 Prozent haben bereits ein Food-Video ins Internet gestellt, jeder Siebte teilt online mehrmals im Monat Kochtipps und Rezepte. Es ist nicht überraschend, dass Frauen häufiger über Ernährungsthemen kommunizieren als Männer. Vor allem junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren liken und kommentieren diese Beiträge und leiten sie weiter. Jeder zweite Deutsche ist in dieser Hinsicht heute aktiver als früher, sodass sich diese Entwicklung noch verstärken könnte.

Rund 56 Prozent der Deutschen suchen online Rezeptanregungen, etwa in Foren, Portalen und in Food-Blogs. Sie nutzen das Internet als Inspiration und Ideengeber für ihre Kochaktivitäten. Spezielle Ernährungs-Apps werden allerdings nur von vier Prozent der Befragten genutzt.

Auch beim Lebensmitteleinkauf spielt offenbar das Internet eine immer größere Rolle. Jeder dritte der Befragten bestellt mehr oder weniger regelmäßig Lebensmittel oder Tiernahrung per Mausklick direkt nach Hause. Gründe sind vor allem der geringe Aufwand (47 %), die günstigeren Preise (29 %) und dass sie die Lebensmittel in der Nähe nicht bekommen (34 %). Eine neue Idee ist die „Kochbox“: User können sich auf der Homepage Rezepte inklusive Zutaten als Box bestellen, zu Hause zubereiten und sich online über die Erfahrungen austauschen. Immerhin zwei Prozent aller Haushalte nutzen diesen Service.

Heike Kreutz, www.aid.de

 

Weitere Informationen:

www.nestle.de/verantwortung/nestle-studie/2016

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