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Kokosöl – am besten nativ und fair gehandelt

Studierende aus dem Masterstudiengang Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft an der FH Münster untersuchten die Umweltverträglichkeit der Produktion von Kokosöl.

Verschiedene, aus Kokos hergestellte Produkte
Diana Taliun / Fotolia.com

(BZfE) – Kokosprodukte findet man seit einiger Zeit in fast jedem Geschäft. Kokosöl gilt als geschmacksneutral und ist stark erhitzbar und daher auch zum Braten und Frittieren geeignet. Es spritzt nicht und brennt nicht an. Zum Kochen und Backen ist es ebenfalls einsetzbar. Anstelle von Butter oder Margarine kann es auch aufs Brot. Kokosöl ist übrigens auch ein beliebtes Produkt für die Haut- und Haarpflege.

Wie umweltverträglich die Produktion von Kokosöl sowie elf weiteren Ölen und Fetten ist und unter welchen Bedingungen Menschen sie verarbeiten, haben Studierende aus dem Masterstudiengang Nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft an der FH Münster untersucht. Die Studierenden haben die verschiedenen Stationen vom Anbau auf den Philippinen, der Verarbeitung, dem Transport bis zur Nutzung und Entsorgung zurückverfolgt und bewertet.

Hot-Spots, die verbessert werden sollten, finden sich vor allem in den Phasen Rohstoffgewinnung, Verarbeitung und Transport. Viel Verbesserungspotenzial fand sich vor allem im sozialen Bereich der Landarbeiter. Ungenügender Arbeitsschutz, schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit seien in den Philippinen verbreitet. Das Nettoeinkommen im Kokospalmanbau beträgt lediglich die Hälfte von Mais, einem Fünftel von Reis und einem Sechstel von Zuckerrohr. Es fehle aber auch an Wissen, um Rohstoffgewinnung und Verarbeitung effizienter zu machen. Beides könne bei besserer Ausbildung der Landbevölkerung unter ökologischeren, produktiveren und effektiveren Bedingungen stattfinden. Da Kokospalmplantagen selten intensiv genutzt und gedüngt werden, sei ihr Beitrag für die Umwelt eher positiv. Der Transport per Schiff führe wieder zu Emissionen, die die Gesamtbilanz verschlechterten.

„Die Studenten haben die Methode der Hotspot-Analyse genutzt. Sie ermöglicht es, ökologische und soziale Problembereiche in der gesamten Wertschöpfungskette zu identifizieren“, sagt Christine Göbel vom Fachbereich Oecotrophologie – Facility Management. Die Hotspot-Analyse, die vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie entwickelt wurde, trägt damit zu einer transparenten Produktinformation bei. „Bewusste Verbraucher fragen bei Händlern zunehmend nach, wie Lebensmittel angebaut und verarbeitet wurden“, so Göbel. Empfehlung der Wissenschaftlerinnen: Kaufen Sie natives, möglichst unbehandeltes und fair gehandeltes Kokosöl!

Britta Klein, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://www.aid.de/inhalt/kokosprodukte-29549.html

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