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Kompost für den Acker

Kompost, ein Produkt der Kreislaufwirtschaft, eignet sich zur Grunddüngung und zur Bodenverbesserung. Nährstoffe und Humus, die dem Boden entzogen werden, gelangen wieder auf den Acker zurück.

Acker Großmaschine Kompost
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In Deutschland gelangen jährlich etwa 4 Millionen Tonnen Bioabfälle aus den Biotonnen der Getrenntsammlung privater Haushalte in den Kompostierungsprozess. Zusammen mit den 5,3 Millionen Tonnen Grünabfällen aus Garten- und Parkanlagen werden daraus pro Jahr mehr als 5 Millionen Tonnen Kompost hergestellt. Durch die seit Anfang 2015 verpflichtende Getrenntsammlung von Bioabfällen wird diese Kompostmenge nach Schätzungen von Experten noch um etwa 0,5 bis 1 Millionen Tonnen zunehmen.

Kompost verbessert den Boden

Die Zufuhr von Kompost trägt erheblich zur Verbesserung der Bodens bei. Durch den erhöhten Humusgehalt werden das Bodenleben und die Speicherkapazität für Nährstoffe gefördert. Auf tonigen und lehmigen Böden schafft der Humus ein stabiles Aggregatgefüge und verbessert damit die Befahrbarkeit und Bearbeitbarkeit sowie deren Luft und Wasserhaushalt. In sandigen Böden bewirkt der Humus vor allem eine Erhöhung der Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe. Neben Humus wird über den Kompost auch der Kalkgehalt des Bodens erhöht, was sich zusätzlich positiv auf die Aggregatstabilität und die Speicherkapazität auswirkt.

Modell eines Bodenkrümels
Humus verklebt die Mineralteilchen des Bodens zu einem hohlraumreichen Verband, stabilisiert das Bodengefüge und verbessert den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens.

Kompost düngt

Kompost enthält sämtliche Pflanzennährstoffe. Für die Düngeplanung können die Nährstoffe Phosphat, Kalium und Magnesium vollständig angerechnet werden. Stickstoff (N) und Schwefel sind jedoch überwiegend organisch gebunden. Im Anwendungsjahr und in den Folgejahren ist ein geringer Anteil des applizierten Kompost-N pflanzenverfügbar. Bei regelmäßiger und mehrjähriger Anwendung ergibt sich jedoch ein Anwachsen des N-Vorrats im Boden mit entsprechend steigender N-Freisetzung.

Für welche Betriebsform ist der Komposteinsatz geeignet?

Der Komposteinsatz eignet sich besonders für Betriebe, die einen hohen Anteil Marktfrüchte mit wenigen Ernterückständen produzieren. Betriebe mit hohem Viehbesatz verfügen in der Regel über genügend eigene organische Dünger. Geringe Humusgehalte (z. B. Lehmböden: < 2 %), schlechte Bodenstruktur sowie pH-Werte unter dem Zielwert (geringer Kalkgehalt) sind weitere Faktoren, die für einen Einsatz von Kompost sprechen. Sind die ackerbaulichen Voraussetzungen gegeben, bleibt die Entscheidung für oder gegen einen Komposteinsatz im Wesentlichen eine Kosten-Nutzen-Abwägung. Die Kompostanwendung verursacht Kosten: für das Material, die Technik, den Arbeitszeitbedarf für die Bereitstellung, die Zwischenlagerung und die Ausbringung. Dabei hängen die Kosten vom lokalen Kompostangebot und von den maschinellen sowie arbeitstechnischen Voraussetzungen des Betriebs ab. Als monetärer Nutzen sind die eingesparten Kosten für andere Düngemittel und Kalk zu verbuchen. Darüber hinaus steigert Kompost als Mittel zur Verbesserung und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit den Wert des Bodens als wesentliches Betriebskapital der Landwirtschaft.

Gütegesicherten Kompost verwenden 

Wer sich für den Einsatz von Kompost entscheidet, sollte sich vor dem Kauf und der Ausbringung von der Qualität der Kompostlieferung überzeugen. Um Sicherheit im Hinblick auf die Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten sowie hygienischen Eigenschaften zu erhalten, sollte gütegesicherter Kompost verwertet werden.

 

Jörg Planer, Meckenheim |

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Entscheidungshilfe Ist Komposteinsatz auf Ihrem Betrieb möglich?

Unsere "Entscheidungsfindung Kompost" hilft Ihnen zu prüfen, ob ein Komposteinsatz auf Ihrem Betrieb aus pflanzenbaulicher, betrieblicher sowie rechtlicher Sicht möglich ist.

Entscheidungsfindung Komposteinsatz (PDF, 691,56 kB)

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Bodenkrümel
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Info

Boden unter der Lupe: Der Bodenkrümel

Die Bodengare, als Idealzustand des Bodens, steht mit der Krümelstruktur in einem engen Zusammenhang. Humusteilchen und Tonteilchen sind gemeinsam als Ton-Humus-Komplex ein wichtiger Nährstoffträger im Boden. Die Huminstoffe des Humus verkleben die Bodenteilchen miteinander und bewirken dadurch eine Stabilisierung der Bodenstruktur. Zudem haben Bakterien-Abbauprodukte eine wasserabweisende Wirkung, die die Aggregate vor Wasserauflösung schützt. Der Lebensraum für die Wurzeln der Pflanzen und die Organismen im Boden (z. B. Pilze) ist ein Hohlraumsytsem aus verschieden großen Poren, die entsprechende Funktionen besitzen. Dazu zählen die Durchlüftung, die Wasserleitung und das Drainieren der Niederschläge sowie das Speichern von Wasserreserven. Veränderungen in der Gliederung des Hohlraums wirken sich nicht nur auf seine Funktionen, sondern auch auf Umschichtungen seiner Bewohner und deren Zusammenleben aus. Die Bodenstruktur wird gekennzeichnet durch das Gefüge und die Gliederung seines Hohlraums. Optimal ist dabei eine Krümelstruktur mit einem schwammigen Hohlraumsystem.

Modell eines Bodenkrümels (PDF, 323,14 kB)