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Kopfkohl

Blätter und ölhaltige Samen des Kopfkohls wurden schon vor mehreren tausend Jahren genutzt. Je nach Sorte bildet die zweijährige Pflanze unterschiedlich große und feste Köpfe aus.

Weisskohl
iStock.com / Parinya Feungchan

Geschichte

Es wird angenommen, dass der Kohl aus dem Mittelmeerraum sowie den Westküstengebieten Europas stammt. Bereits im 8. Jahrhundert waren Kopfkohlarten in Europa bekannt. Seit dem 11. Jahrhundert unterscheidet man Rot- und Weißkohl.

Besonderheiten

Kopfkohl ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr auf einem gestauchten Spross einen Kopf von sortentypischer Größe und Festigkeit bildet. Im zweiten Jahr werden die Samen gebildet.

Standortbedingungen

Kopfkohl liebt einen schweren, tiefgründigen, nährstoffreichen und humosen Boden. Halbschattige und feuchte Lagen werden bevorzugt.

Fruchtfolge und Mischkultur

Aufgrund der gefürchteten Kohlhernie und anderen Krankheiten gilt für den Anbau von Kohl: Höchstens alle 4-5 Jahre auf das gleiche Beet. Dies gilt auch für die zahlreichen anderen Kreuzblütler, zum Beispiel Rettich, Radies, Brokkoli und Senf. Aufgrund des hohen Nährstoffbedarfs sind Hülsenfrüchte sehr gute Vorkulturen. Für die Mischkultur eignen sich Tomaten und Sellerie (mindern den Kohlweißlingsbefall), Bohnen und Salat (v. a. mit Weißkohl), Erbsen, Gurken, Kartoffeln, Porree oder Spinat.

Aussaat und Pflanzung

Der Boden sollte für die frühen Sorten bereits im Vorjahr tief gelockert werden. Kohlsorten, die ab Juni ins Freiland kommen, wird meist noch eine Vorkultur - zum Beispiel Salat oder Spinat - vorangestellt. Die Pflanzung erfolgt, wenn die Jungpflanzen fünf Blätter haben. Bei eigener Anzucht ist darauf zu achten, dass Temperaturen von 16 °C bis zum Auflaufen, 14 °C bis zum Pikieren und 11 °C bis zum Pflanzen nicht unterschritten werden, da es sonst zu einem erhöhten Teil an Schossern kommt.

Um den ganzen Sommer und Herbst über mit frischem Kohl versorgt zu sein, sollten entweder Sorten mit unterschiedlicher Abreife verwendet werden oder es sollte satzweise - das heißt in Abständen von rund zwei Wochen - gepflanzt werden.

Die Termine für Aussaat, Pflanzung und Ernte sind der folgenden Tabelle zu entnehmen. Sie sind nach Kohlart und -sorte gestaffelt:

Aussaat/Pflanzung

Kultur/Sorte

Aussaat

Pflanzung

Ernte

Abstand (cm)

Weiß-/Rotkohl

  Früh

E. Jan–E. Feb. (unter Glas)

A. Apr.–M. Mai

 A. Jul.–M. Aug.

50 x 50

  Herbst

E. Feb.–E. Mär. (Frühbeet)

A. Mai–E. Mai

 E. Sep.–E. Nov.

60 x 50

  Lager

M. Mär.–E. Apr.

E. Mai–E. Jun.

E. Okt.–E. Nov.

60 x 60

Spitzkohl

  Früh

A. Feb.–E. Feb. (Frühbeet)

M. Mär.–M. Apr.

M. Jun.–M. Aug.

40 x 40

  Sommer

M. Mär.–A. Jun.

A. Mai–M. Jul.

A. Aug.–M. Okt.

40 x 40

Wirsing

  Früh

A. Feb.–E. Feb. (Frühbeet)

M. Mär.–M. Apr.

M. Jun.–E. Jul.

50 x 50

  Herbst

A. Mär.–E. Apr.

A. Apr.–E. Jun.

A. Aug.–A. Dez.

50 x 50

  Spät

M. Apr.–E. Mai

M. Jun.–E. Jul.

A. Nov.–M. Mär.

60 x 60

Düngung

Um den anspruchsvollen Kopfkohlarten einen nährstoffreichen und humosen Boden zu bieten, sollte dieser bereits im Vorjahr reichlich mit Kompost versorgt werden. Zum Zeitpunkt der Kopfbildung empfiehlt sich eine Kopfdüngung in mehreren Gaben, zum Beispiel mit mineralischen Stickstoffdüngern oder Brennnesseljauche. Übermäßige Stickstoffgaben sollten jedoch vermieden werden. Sie machen den Kohl anfällig für Krankheiten. Eine Gabe Kalk (z. B. Algenkalk) in das Pflanzloch wirkt gegen Kohlhernie.

Pflege

Das Anhäufeln der Pflanzen bewirkt eine Vermehrung von Wurzeln, die direkt dem Sproß entspringen, sogenannte Adventivwurzeln. Dies verbessert die Wasser- und Nährstoffaufnahme. Der Einsatz von Kulturschutznetzen oder Vlies vermindert den Befall durch Schadinsekten.

Schädlinge und Krankheiten

Erdflöhe, Grüne Pfirsichblattlaus, Kohldrehherzmücke, Kohleule, Kleine Kohlfliege, Kohlgallenrüssler, Kohlmotte, Großer und Kleiner Kohlweißling, Kohlhernie, Falscher Mehltau, Adernschwärze, Kohlschwärze, Ringfleckenkrankheit.

Ernte und Lagerung

Die Erntetermine für die einzelnen Kopfkohlarten sind der Tabelle zu entnehmen. Früher Kohl sollte innerhalb von 3-4 Wochen nach der Ernte verbraucht werden. Herbst- und Lagerkohl können nach der Ernte so lange auf dem Beet belassen werden bis die ersten Fröste einsetzen. Niemals bei Frost ernten.

Zur Lagerung werden die Köpfe samt Strunk und gesunden Umblättern geerntet und an einer Schnur aufgehängt. Dies bietet Pilz- und Bakterienkrankheiten weniger Angriffsfläche. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Köpfe mit 10 cm langem Strunk in Obstkisten zu legen und mit Säcken abzudecken.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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