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Kräuterseitling

Der Kräuterseitling ist ein Pilz, den man auf Strohballen kultivieren kann. Wem das jedoch zu aufwendig ist, der kann den Kräuterseitling auch als Fertigkultur beziehen.

Kräuterseitlinge
pilzbrut.de

Geschichte und Besonderheiten

Der Kräuterseitling wird noch nicht allzu lange gezüchtet. Seinen Namen verdankt er dem Ort seines Wachstums, denn er wächst überwiegend auf den Wurzeln von Kräutern: Hauptsächlich Doldenblütler wie Mannstreu oder Bärenklau.

Die trompetenartig gebogenen Fruchtkörper des Kräuterseitlings haben hellbraune trichterförmige Hüte, die auf weißen, dickfleischigen Stielen sitzen. 

Fertigkultur

Die Fertigkultur ist vor allem für die Anzucht im Haus gedacht. Man bekommt einen bereits geimpften Substratblock nach Hause geschickt, der dann nur noch an einem geeigneten Standort aufgestellt werden muss. Die Fertigkultur verlangt nach einem kühlen (12-18 °C) und hellen Platz und benötigt hohe Luftfeuchtigkeit. Die erreicht man durch das Abdecken mit einer Folie. Bereits wenige Wochen nach dem Aufstellen zeigen sich die ersten kleinen Pilze, die man dann bald ernten kann.

Kultur auf Strohballen

Die Kultur des Kräuterseitlings auf Strohballen ist etwas aufwendiger, dafür aber auch billiger und ertragreicher. Die beste Zeit für die Kultur auf Stroh ist von April bis Oktober. Der Strohballen sollte möglichst an einem feuchten, schattigen und windgeschützten Platz im Garten aufgestellt werden und Kontakt mit gewachsenem Boden haben. Durch die Wahl des optimalen Standorts wird gewährleistet, dass die Pilzbrut das Stroh gut durchwächst. Die Pilzbrut ist das Gewebe, welches die Ausgangsbasis für das Pilzwachstum darstellt. Es sollte nur gesundes Stroh verwendet werden − erkennbar an der goldgelben Farbe − von Weizen, Roggen oder Gerste.

 

Anzucht / Kultur

1. Strohballen gründlich wässern  

Tauchen Sie einen gepressten Strohballen für mindestens 48 Stunden vollständig unter Wasser. Der Ballen muss auch im Innern gut durchfeuchtet sein. Anschließend lassen Sie ihn 24 Stunden liegen, damit das überschüssige Wasser ablaufen kann.

2. Impfen des Strohballens

Bohren Sie mit einem Besenstiel oder Pflanzstock an mehreren Stellen etwa 15-20 cm tiefe Löcher in den Ballen und stecken Sie die Pilzbrut hinein. Die Brut muss engen Kontakt mit dem Stroh haben. Anschließend verschließen Sie die Impflöcher, indem Sie das Stroh um die Löcher zusammendrücken.
Bis zur ersten Ernte müssen Sie nun etwas Geduld haben: Im Frühjahr angelegte Kulturen bringen nach etwa 2-4 Monaten die ersten Pilze hervor.

 3. Durch-wachsphase 

Während der Durchwachsphase muss der Ballen regelmäßig, aber vorsichtig befeuchtet werden. Geben Sie etwa 5 l Wasser gleichmäßig verteilt auf den Ballen, sobald das Stroh etwa 3-4 cm tief ausgetrocknet ist. Das bedeutet an
- Schattenplätzen etwa 1 x wöchentlich und an
- Sonnenplätzen etwa alle 3 Tage.
Zu häufiges Wässern mit zu viel Wasser führt zum Absterben der Pilzbrut. Bei Dauerregen sollten Sie den Strohballen mit einer Folie abdecken.

4. Ernteperiode

Sobald das Pilzmyzel den Ballen gut durchwachsen hat, dauert es nicht mehr lange, bis die ersten Pilze kommen. Die Ernte erfolgt in mehreren Erntewellen über einen Zeitraum von 3-5 Monaten. Ernten Sie die Pilze dann, wenn die Hüte noch geschlossen sind, das heißt, der Hutrand noch nach unten gewölbt ist. Achten Sie auch während der Ernteperiode darauf, dass der Strohballen nicht austrocknet.

Schädlinge und Krankheiten

Schnecken können die gesamte Ernte eines Strohballens zunichte machen. Daher ist von Anfang an darauf zu achten, den Strohballen schneckenfrei zu halten. Es kann auch vorkommen, dass sogenannte „Unkrautpilze“ auf dem Strohballen wachsen. Diese sollten von Zeit zu Zeit entfernt werden, stellen aber kein größeres Problem dar.

Ernte und Verwendung

Durch das fein-würzige Aroma ist der Kräuterseitling vielseitig verwendbar. Er eignet sich für das klassische Pilzgericht, aber auch zum Braten und Grillen oder für Suppen. Sein Fleisch ist zart, saftig und knackig und bleibt auch nach dem Garen fest im Biss. Der Pilz kann vollständig mit dem gesamten Stiel verwendet werden. In ein feuchtes Tuch eingewickelt kann man den Kräuterseitling etwa zehn Tage im Kühlschrank aufbewahren. Küchenfertig geschnitten kann man ihn auch einfrieren.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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