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Kulturheidelbeere

Im Gegensatz zu den heimischen Beeren sind die Kulturheidelbeeren weißfleischig und besonders dickschalig, was sie länger haltbar macht. Sie gedeihen hervorragend im Garten.

blaue Kulturheidelbeeren
iStock.com / LianeM

Geschichte und Besonderheiten

Die uns heute bekannte Kulturheidelbeere Vaccinium corymbosum L. stammt ursprünglich aus dem nordamerikanischen Raum und nicht, wie manchmal angenommen, von der in Europa heimischen Waldheidelbeere Vaccinium myrtillus L. ab. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden Kulturheidelbeeren - vor allem in Nordamerika - erwerbsmäßig angebaut.

Die Kulturheidelbeere bildet bis zu 2 m hohe Sträucher, die im Sommer dicht mit kirschgroßen, süßen Früchten behangen sind. Der Ertrag je Strauch liegt im Schnitt zwischen 3 und 5 kg.

Standortbedingungen

Da die Heidelbeere - wie auch der Rhododendron - ursprünglich eine Moorpflanze ist, benötigt sie einen lockeren, humosen und sauren Boden (etwa pH 3,5-4,5). Die übliche Gartenerde erfüllt diese Bedürfnisse in aller Regel nicht, da sie meist zu kalkreich ist. Mit einem Gemisch aus Torf, Sand und Rindenmulch von Nadelbäumen können Sie aber ganz leicht ein saures Milieu für die Heidelbeere schaffen. Ein vollsonniger Standort ist von Vorteil.

Aussaat / Pflanzung

Pflanztermin

März/April oder Oktober/November

Pflanzenmaterial

3 bis 4-jährige Containerpflanzen. Diese sind robuster als jüngere Pflanzen, außerdem ist die Zeit bis zum Vollertrag kürzer. Verwenden Sie verschiedene Sorten: Obwohl Heidelbeeren selbstfruchtbar sind, kann sich der Ertrag durch Fremdbestäubung verbessern.

Pflanzabstand

Je nach Sorte 2 m; bei Reihenkultur 1,5 m Reihenabstand. Pflanzen werden bis zu 3 m hoch!

Vorbereitung Boden und Pflanzloch

Pflanzloch etwa 1 m breit und 0,5 m tief ausheben. Gemisch aus Torf, Sand und Rindenmulch (Nadelbäume) einbringen. Abdeckung mit einer lockeren Mulchschicht z. B. aus Nadelstreu, Laub, Rindenmulch (etwa 10 cm). Komfortabler, aber teuer: Rhododendronerde aus dem Gartenfachhandel. Bei besonders kalkhaltiger Erde  empfiehlt es sich, die Pflanzgrube mit einer Teichfolie auszukleiden(Bodenuntersuchung!).

Pflanzschnitt

Nicht notwendig. Erste Schnittmaßnahmen erst ab dem 3. bis 4. Standjahr.

Düngung

Verwenden Sie in gar keinem Fall kalkhaltigen Dünger - also auch keinen Kompost. In das Pflanzloch eingebrachte Sägespäne und Rindenmulch binden während der Zersetzung Stickstoff, der erst später wieder freigesetzt wird. Verwenden Sie daher in den Anfangsjahren einen stickstoffbetonten Dünger. Zu empfehlen ist im Gartenfachhandel erhältlicher Heidelbeer- oder Rhododendrondünger.

Pflege und Schnitt

Eine Schicht aus Sägespänen oder Rindenmulch von Nadelbäumen (etwa 10 cm) rund um den gepflanzten Strauch hält den Boden dauerhaft sauer. Diese Schicht muss alle 2-3 Jahre erneuert werden. Regelmäßiges Wässern ist wichtig: Heidelbeeren benötigen vor allem in der Zeit zwischen Blüte und Ernte besonders viel Wasser. Gießen Sie möglichst mit kalkarmem Regenwasser. Heidelbeeren sind Flachwurzler, daher Unkraut nur per Hand jäten.

Ein Heidelbeerstrauch sollte etwa 6-8 Triebe haben, die nicht älter als drei Jahre sind. Alle 4-5 Jahre sollte ein Verjüngungsschnitt durchgeführt werden, bei dem man die älteren Triebe (mit wenigen Blüten) kurz über dem Boden abschneidet. Junge, neue Triebe werden nicht geschnitten.

Schädlinge und Krankheiten

Heidelbeeren sind nicht besonders anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Gelegentlich kann Vogelfraß zu Ertrageinbußen führen. Dagegen helfen Kulturschutznetze.

Ernte und Lagerung

Je nach Sorte Ende Juni bis Ende August. Die Ernte erstreckt sich über mehrere Wochen, da die Heidelbeerfrüchte nacheinander reifen. Mehrere Pflückdurchgänge sind daher notwendig. Eine gesunde Pflanze kann im Vollertrag (etwa im 6. Jahr) bis zu 6 kg Beeren erbringen. Im Kühlschrank sind Heidelbeeren über eine Woche haltbar. Sie eignen sich auch zum Einfrieren.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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