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Landwirtschaft 4.0

Digitale Technologien sind in der Arbeitswelt auf dem Vormarsch – auch auf dem Feld und im Stall.

Landwirtschaft 4.0
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(aid) – Digitale Technologien sind in der Arbeitswelt auf dem Vormarsch – auch auf dem Feld und im Stall. Analog zu einer Industrie 4.0, in der Arbeitsprozesse noch stärker automatisiert und vernetzt ablaufen sollen, wächst die Landwirtschaft 4.0. „Die Digitalisierungsfortschritte eröffnen ungeahnte Möglichkeiten für noch mehr effizienten Ressourcenschutz und Tierwohl in der Landwirtschaft“, betont der Deutsche Bauernverband (DBV).

Nach einer repräsentativen Befragung stellte der Digitalverband Bitkom Ende 2015 fest, dass inzwischen jeder fünfte Landwirtschaftsbetrieb (19 Prozent) spezielle digitale Technologien nutzt. Bei den großen Unternehmen ab 100 Mitarbeitern ist es sogar jeder dritte. Allerdings hat der digitale Wandel nicht überall im gleichen Tempo Einzug gehalten. Vor allem kleine landwirtschaftliche Betriebe haben noch Berührungsängste. Hemmnisse, die den digitalen Fortschritt auf den Höfen bremsen, sind die unzureichende Versorgung mit schnellem Internet in ländlichen Regionen und offene Fragen hinsichtlich Datensicherheit und Datenhoheit.

Die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung machen den Beruf Landwirt zu einem anspruchsvollen Hightech-Job. Vor diesem Hintergrund verändern sich die fachlichen, methodischen und persönlich-sozialen Anforderungen an die landwirtschaftlichen Arbeitskräfte und auch die Anforderungen an die Berufsbildung. Mit der kommenden Generation stehen die „digital natives“ in den Startlöchern – und damit auch automatisch die künftigen Azubis 4.0. Die Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojektes des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen Nachholbedarf in Sachen Medienkompetenz: „Die Kompetenzen zur Problemlösung unter Nutzung von Medien, das Bewusstsein für rechtliche und ethische Fragen und das Vermögen, in der Kommunikation formale Regeln einzuhalten [∩], sind bei den Jugendlichen häufig nicht sehr ausgeprägt.“

Die Fähigkeit, sich in der digitalen Welt effektiv zu bewegen, wird zu einer Schlüsselqualifikation. Leistungsstarke Smartphones und Tabletcomputer erweitern die Möglichkeiten des Informierens, Kommunizierens sowie des individuellen und differenzierten Lehrens und Lernens.

Berufliche Schulen und ausbildende Betriebe sind gefragt, die inzwischen unverzichtbaren digitalen Medien sinnvoll in den Unterricht und die tägliche Ausbildungspraxis zu integrieren. Wie gut die landwirtschaftliche Ausbildung auf den digitalen Wandel vorbereitet ist, beantwortet die aid-Fachzeitschrift B&B Agrar in ihrer aktuellen Ausgabe. Eine Erkenntnis: Technik und Tools allein sind keine Garanten für Lernerfolg. Digitale Lernarrangements erfordern ein stimmiges didaktisch-methodisches Konzept – und engagierte, qualifizierte Lehrkräfte, die die Chancen digitaler Medien ergreifen.

Michaela Kuhn, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.bub-agrar.de

www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=5602

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