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Lebensmittelallergien

Statistisch ist in jeder Klasse ein Schüler mit einer Lebensmittelallergie. Wir zeigen, wie sich Schulen dieser Herausforderung stellen können – in der Schulverpflegung und im Lernalltag.

Kinder beim Tauziehen
Christian Schwier / Fotolia.com

Basiswissen Lebensmittelallergien

Bei einer Allergie reagiert der Körper überempfindlich auf bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelinhaltsstoffe. Jeder Allergiker reagiert anders auf ein für ihn allergenes Lebensmittel. Symptome sind z.B. Hautausschlag, Erbrechen, Husten, Fließschnupfen, Atemprobleme oder Durchfall. Im schlimmsten Fall kann es zum anaphylaktischen Schock kommen. Er ist mit Kreislaufversagen verbunden und kann lebensbedrohlich sein. Hier ist schnelles Handeln gefragt.

Bei Kindern sind die häufigsten Auslöser einer Lebensmittelallergie Kuhmilch, Soja, Hühnerei, Nüsse, Fisch und Weizen. Jugendliche leiden eher an Allergien gegen rohe Gemüse und Obst, Gewürze, Nüsse und Erdnüsse. Wenn Schüler nachweislich an einer Allergie leiden, ist es wichtig, dass die Eltern mit der Schule eng zusammenarbeiten. Denn: Es gibt keine allgemeine „Allergie-Diät“. Die Behandlung einer Lebensmittelallergie besteht darin, die Allergieauslöser konsequent zu meiden, auch in kleinsten Mengen.

Schulverpflegung

Nach dem bundesweiten DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung soll auch Kindern und Jugendlichen mit Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten (z. B. Allergie auf Hühnereiweiß, Milchzuckerunverträglichkeit) beziehungsweise krankheitsbedingten Einschränkungen die Teilnahme an der Mahlzeit ermöglicht werden. Dies kann erfolgen:

  • durch ein spezielles Essensangebot,
  • eine Auswahl einzelner Komponenten
  • oder (falls nicht anders möglich) durch das Mitbringen von Essen von zu Hause, das in der Schule aufgewärmt werden kann. Wobei Essen, das von zu Hause mitgebracht wird, kühl gelagert werden können muss.

Weitere Tipps zum Umgang mit Allergikern beim Essen in der Schule

  • Schulbrot
    Lassen Sie sich von den Eltern eine Liste geben, in der der behandelnde Arzt des betroffenen Kindes Allergien nachweislich bescheinigt und aus der genau hervorgeht, welche Lebensmittel das Kind nicht essen darf.
  • Machen Sie gegebenenfalls eine Umfrage bei den Schülern bzw. deren Eltern, wie viele Schüler nachweislich an einer speziellen Lebensmittelallergie leiden. So können Sie ermitteln, ob einzelne Allergien in der Schulverpflegung berücksichtigt werden sollten.
  • Achten Sie auch darauf, wenn betroffene Kinder und Jugendliche bei Festen unbedacht zugreifen möchten. Vielleicht ist im mitgebrachten Kuchen eine Substanz, die das Kind nicht verträgt (z.B. Ei, Milch, Weizen, Nüsse).
  • Sind viele Schüler von Allergien betroffen, laden Sie zu einem Elternabend eine Ernährungsfachkraft ein, die über Allergien umfassend informiert.

Quelle: Essen und Trinken in Schulen (Bestell-Nr. 3839)

Andrea Fenner, Edinburgh |

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Gut vorbereitet im allergischen Notfall

Was kann ich bei einem allergischen Notfall tun?

Sollte es doch einmal zu einem akuten allergischen Notfall in der Schule kommen, ist sofortiges Handeln notwendig. Das richtige Wissen über den allergischen Notfall (ein anaphylaktischer Schock) ist der wirkungsvollste Schutz. Daher ist es notwendig, Anzeichen und erste Symptome richtig zu erkennen und einzuschätzen. Die Symptome können sehr schnell und plötzlich innerhalb weniger Minuten bis zu mehreren Stunden nach Kontakt mit dem Allergieauslöser auftreten.

Was sind die Anzeichen eines allergischen Notfalls?

Erste Anzeichen und damit Warnsignale sind: Juckreiz an den Handflächen und Fußsohlen oder Genitalien, metallischer Geschmack, Prickeln im Mund- und Rachenraum, Hitzegefühl bzw. -wallung, Unruhe, Rötung großer Hautbereiche. Leichtere Symptome sind: Ausschlag, Lippen-, Augen- und/oder Gesichtsschwellung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Krämpfe, Stuhl- und Harndrang, Husten und Kurzatmigkeit. Schwere Symptome sind: Atemnot, starker Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Herzkreislauf- und/oder Atemstillstand.

Wie kann sich die Schule vorbereiten?

Der Schule sollte ein Notfallplan für den allergischen Schüler vorliegen. Es kann eventuell hilfreich sein, mit der Klasse einen möglichen Notfall durchzuspielen. Die Eltern und Ärzte des Schülers sind sicherlich bereit, die Anwendung des Notfall-Sets in der Klasse zu erklären und vorzuführen.

Was ist ein allergisches Notfallset?

Ein allergisches Notfallset besteht aus bis zu vier Medikamenten: Das Antihistaminikum (als Saft oder Tropfen) bekämpft die allergische Reaktion. Kortison (als Saft oder Tropfen) wirkt entzündlichen Reaktionen entgegen, die möglicherweise auch später auftreten können. Als drittes liegt ein Adrenalin-Autoinjektor bei. Adrenalin wirkt sehr schnell, normalisiert die Herzfunktion, steigert den Blutdruck und stabilisiert dadurch den Kreislauf. Außerdem entspannt es die Muskulatur der Bronchien, wodurch das Atmen erleichtert wird. Das Asthma-Spray erweitert die Bronchien und verbessert die Atmung.

Was muss ich als Lehrkraft über das Notfall-Set wissen?

Schüler, bei denen bekannt ist, dass sie eine anaphylaktische Reaktion bekommen können, tragen in der Regel ein Notfall-Set bei sich und haben in speziellen Schulungen gelernt, dies zu benutzen. Im schlimmsten Fall ist es möglich, dass der Allergiker das Notfall-Set nicht mehr selber benutzen kann.

Das wichtigste und meist lebensrettende Utensil des Sets ist der Autoinjektor, deren Gabe durch das Schulpersonal leider nicht bundesweit einheitlich geregelt ist. Haben Sie einen Allergiker in Ihrer Klasse, der anaphylaktisch reagiert, sollten Sie für den Notfall Vorkehrungen treffen. Der Autoinjektor darf verabreicht werden, wenn eine schriftliche Einwilligung der Eltern und ein ärztliches Attest vorliegen. Zusätzlich sollte ein privatrechtlicher Haftungsausschuss der Eltern vorliegen. Im Rahmen des Dienst- oder Beschäftigungsverhältnisses besteht für Lehrer und Erzieher keine grundsätzliche Verpflichtung zur Gabe von Medikamenten. Einige Länder haben aber Regelungen getroffen, die es ermöglichen. Schulen sollten sich über die entsprechenden Vorgaben informieren.

Tipp im Web

Angebote für Lehrkräfte und Erzieher Unterstützung durch den DAAB

Beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) erhalten Lehrkräfte und Erzieher kostenfrei Auskunft zum Umgang mit anaphylaxiegefährdeten Kindern. Verfügbar ist:

  • Infomaterial
    Das Anaphylaxie-Paket enhält die Informationsbroschüre „Bewusster Leben mit Anaphylaxie“, einen Anaphylaxie-Notfallplan (= ärztliches Attest zur Diagnose und Maßnahmen/ Medikation im Notfall), eine Ermächtigungsbescheinigung zur Medikamentengabe (= Formular zur Übertragung der Personensorge von den Eltern auf die Lehrer/Erzieher, so dass diese nach Schulung zur Gabe der Notfallmedikamente berechtigt sind), ein Poster zum richtigen Verhalten im Fall eines anaphylaktischen Notfalls sowie Tipps und Infos zum Umgang mit Kindern mit Anaphylaxie-Risiko in Kita und Schule.
  • Webinar für Erzieher und Lehrer
    Der DAAB bietet über das Internet das Seminar "Im Notfall richtig handeln“ zum Notfallmanagement bei anaphylaktischen Reaktionen in Kita und Schule an. Termine auf Anfrage.
  • Telefonische Beratung
    Falls Informationsbedarf bei Aufnahme eines Kindes mit Anaphylaxierisiko in die Kita oder Schule bzw. Klasse besteht.

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
An der Eickesmühle 15-19
41238 Mönchengladbach
Telefon 02166-64 78 820
Mail: info@daab.de
Internet: www.daab.de

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