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Leimringe gegen Frostspanner

Frostspanner sind hellgrün, sehr gefräßig und weit verbreitet an Obst- und Zierbäumen zu finden. Mit dem Einsatz von Leimringen kann man diesem Schädling wirksam vorbeugen.

Baumstamm mit Leimring
Martina Berg / Fotolia.com

Die Raupen dieser Kleinschmetterlinge fressen an Blättern, Blüten und jungen Trieben. Nach starkem Befall bleibt so mancher Baum sogar ohne Laub zurück. Doch soweit muss es gar nicht erst kommen.

Häufig werden die kleinen, unauffälligen Raupen erst bemerkt, wenn sie in Massen auf den Blättern sitzen. Dann ist es jedoch schon zu spät. Bereits kurz nach dem Laubaustrieb beginnen sie damit, Löcher in die Blätter der Bäume zu fressen. Auch Blüten und junge Triebe werden angefressen. Bei einem Massenauftreten fressen die Raupen die Bäume auch schon mal kahl, was für Obst den Totalausfall der Ernte bedeutet.  

Mit Ausnahme des Pfirsichs können alle Obstbäume vom Frostspanner befallen werden. Doch auch vor Ziergehölzen wie Hainbuche, Rose oder Hartriegel machen die Schädlinge nicht halt.

Kleiner Frostspanner verursacht den größten Schaden

Eigentlich ist es falsch, von dem Frostspanner zu sprechen, denn es gibt verschiedene Arten. An Obstbäumen treten meistens nur zwei auf: der Große Frostspanner und der Kleine Frostspanner. Den größten Schaden hierzulande verursacht der häufiger auftretende Kleine Frostspanner. Die Raupen dieses nachtaktiven Falters sind hellgrün und erreichen eine Länge von bis zu 3 cm. Auffällig bei diesem Raupentyp ist die schiebende Art der Fortbewegung, bei der sich die Raupen katzenbuckelartig krümmen.

Ein Frostspanner-Zyklus

Zwischen Knospenaufbruch und Anfang Juni fressen die Raupen in den Kronen der Bäume, bis sie sich an einem dünnen Gespinstfaden "abseilen" und zur Verpuppung in den Boden zurückziehen. Wenn im Herbst die ersten Nachtfröste auftreten, schlüpfen die jungen Falter aus dem Boden. Im Gegensatz zu den Männchen, die sofort losfliegen, krabbeln die flugunfähigen Weibchen zur Fortpflanzung am Stamm des Baumes zur Krone, wo es zur Begattung kommt. In Rindenvertiefungen legt das Weibchen die Eier ab, aus denen dann im Frühjahr bei Knospenaufbruch die jungen Raupen schlüpfen.

Die Weibchen beim Stammaufstieg "abfangen"

Eine wirksame Methode zur Regulierung des Frostspanners ist das Anbringen von Leimringen. Diese kann man fix und fertig im Gartenfachhandel kaufen. Es handelt sich dabei um leimbestrichene Manschetten, die um den Stamm des Baumes angelegt werden. Sinn und Zweck der Leimringe ist es, die am Baumstamm hochkrabbelnden Weibchen abzufangen und damit letztlich Paarung und Eiablage zu verhindern.

Folgendes sollten Sie beim Anbringen der Leimringe beachten:

  • Bringen Sie die Leimringe an, bevor die ersten Tiere krabbeln. Dies sollte zwischen Mitte September und Mitte Oktober passieren.
  • Die Leimringe müssen eng anliegen, damit die Weibchen nicht darunter her krabbeln können. Aus dem gleichen Grund muss alte, rissige Rinde vorher mit einem Messer geglättet werden.
  • Die Farbe der Leimringe sollte nicht gelb sein, da diese Farbe in besonderem Maße auch andere, teils nützliche Insekten anlockt. Die meisten im Handel erhältlichen Leimringe sind daher grün.
  • Um zu vermeiden, dass Vögel sich beim Fressen der angeleimten Frostspannerraupen verklebte Schnäbel holen, bietet der Handel auch spezielle vogelfreundliche Frostspannerringe an.

Leimringe regelmäßig kontrollieren

Je nach Witterung kann es schon mal vorkommen, dass die Leimringe ihre Klebewirkung verlieren. Um dies festzustellen, ist es wichtig, die Ringe von Zeit zu Zeit zu kontrollieren und bei Bedarf zu erneuern. Dies kann auch erforderlich werden, wenn nach stürmischem Regen Blätter und dünne Äste an den Manschetten kleben. Solche Gegenstände werden von den Frostspannerweibchen als "Brücken" verwendet und müssen daher beseitigt werden.

Manche Frostspannerweibchen legen ihre Eier auch unterhalb des Leimrings am Stamm ab. Diese etwa einen halben Millimeter großen orangefarbenen Eier müssen im Frühjahr mit einer steifen Bürsten abgekratzt und zerstört werden. Um das Einwachsen in die Rinde und das versehentliche Fangen von Nützlingen zu vermeiden, sollen die Leimringe spätestens im Mai entfernt werden.

Pflanzenschutzmittel nur im Notfall

Bei besonders starkem Befall kann auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig werden. Welche Pflanzenschutzmittel gegen den Frostspanner derzeit für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, erfragen Sie bitte im Gartenfachhandel. Informationen zur Zulassungssituation von Pflanzenschutzmitteln für den Haus- und Kleingarten finden Sie auch im Pflanzenschutz-Informationssystem Haus- und Kleingarten der Gartenakademie Rheinland-Pfalz.

 

Jörg Planer, Bonn |

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