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Mangold

Bei Mangold unterscheidet man Stiel- oder Rippenmangold und Blattmangold. Die Namen des nahen Verwandten von Roter Bete und Spinat geben Auskunft über die verwendeten Pflanzenteile.

Mangold
L.Bouvier / Fotolia.com

Geschichte

Ursprünglich stammt der Mangold aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien. Er gehört der gleichen botanischen Art an wie Rote Beete oder Zuckerrübe und ist nah verwandt mit anderen Gänsefußgewächsen (Familie Chenopodiaceae) wie Spinat oder Guter Heinrich. Die Nutzung der Art Beta vulgaris lässt sich mindestens bis auf das 8. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen, wobei nicht klar nachgewiesen werden kann, um welche Form der Nutzung - Blatt oder Rübe - es sich dabei gehandelt hat.

Besonderheiten

Mangold ist eine zweijährige Pflanze: Im ersten Jahr bildet sie essbare Stiele und Blätter, im zweiten Jahr geht sie in Blüte und ist dann nicht mehr genießbar. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Varietäten von Mangold: Beim Blatt- oder Schnittmangold wird das gesamte Blatt genutzt, vom Stiel- oder Rippenmangold verwendet man nur die dickfleischigen Blattrippen und Stiele. Einmal gesät, kann Mangold das ganze Jahr über bis in den späten Herbst hinein geerntet werden, denn die Pflanze wächst immer wieder nach. Pro Kopf werden je nach Sorte etwa 3-4 Pflanzen benötigt. Besonders die buntstieligen Sorten werden zunehmend beliebter, da sie nicht nur essbar, sondern auch eine Zierde für Garten, Balkon und Terrasse sind.

Standortbedingungen

Als Tiefwurzler bevorzugt Mangold einen tiefgründigen Boden, der zudem nährstoffreich und feucht sein sollte. Er liebt es sonnig, verträgt aber auch Halbschatten.

Fruchtfolge und Mischkultur

Wegen der Gefahr des Krankheits- und Schädlingsbefalls sollte Mangold höchstens alle 4 Jahre auf dem gleichen Beet angebaut werden. Dies gilt auch für den Anbau anderer Gänsefußgewächse wie Spinat, Rote Beete oder Guter Heinrich.

Aussaat / Pflanzung

Aussaat ins Freiland 

Je nach Sorte zwischen Mitte April und Ende Mai. Zu frühe Aussaaten bei tiefen Temperaturen führen vermehrt zum Schießen (vorzeitiges Blühen).  

Saatabstand 

Stielmangold: 40 x 30 cm, bei zu dichtem Stand in der Reihe frühzeitig einzelne Pflänzchen herausnehmen, sodass ein Endabstand von 30 cm zustande kommt
Blattmangold: 30 x 25 cm, bei zu dichtem Stand in der Reihe frühzeitig einzelne Pflänzchen herausnehmen, sodass ein Endabstand von 25 cm zustande kommt  

 

Düngung

Mangold hat einen mittleren Nährstoffbedarf und zählt damit zu den Mittelstarkzehrern. Zu empfehlen ist der Anbau nach gut gedüngten Vorfrüchten (z. B. Kohl, Tomate, Gurke). 

Pflege

Aufgrund des relativ hohen Wasserbedarfs sollte bei lang anhaltender Trockenheit ausreichend gewässert werden. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Stroh bewahrt den Boden vor zu starker Austrocknung. Zum Überwintern die Pflanzen etwas anhäufeln und mit Stroh oder Reisig abdecken.

Schädlinge und Krankheiten

Falscher Mehltau, Schnecken

Ernte und Lagerung

Blatt- sowie Stielmangold können beide ab etwa Ende Juni fortlaufend bis in den Herbst hinein geerntet werden. Beim Ernten die äußeren Blätter und Stiele einzeln entnehmen, sodass das Herzblatt stehen bleibt. Auf diese Weise wachsen immer wieder frische Blätter und Stängel nach. Je nach Region, Sorte und eingeleiteter Frostschutzmaßnahme überleben die Pflanzen den Winter hierzulande meist gut und können im Frühjahr bis zum Schießen der Pflanzen nochmal geerntet werden. Nach der Ernte ist Mangold nur bedingt lagerfähig und sollte nach Möglichkeit direkt verarbeitet werden.

Blattmangold wird ähnlich verwendet wie Spinat, der Ertrag ist jedoch weitaus größer. Im Gegensatz zu Spinat ist Mangold auch während der Sommermonate verfügbar. Bei Stielmangold werden die breiten Blattstiele wie Spargel zubereitet und verzehrt. Dazwischen gibt es noch eine ganze Reihe Mischformen.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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