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Meerkohl

Bei Meerkohl handelt es sich um eine 30-60 cm hohe, winterfeste Staude, die einmal in den Garten gepflanzt über mehrere Jahre genutzt werden kann.

Meerkohl
iStock.com / JohnatAPW

Geschichte und Besonderheiten

Der Meerkohl ist nicht nur ein „Kohl vom Meer“, sondern auch ein „Mehr an Kohl“, denn er gilt als besondere Delikatesse unter den Kohlgewächsen. Leider wissen fast nur Engländer und Franzosen diese Gaumenfreunde so richtig zu schätzen. Nur in diesen Ländern wird der Meerkohl heute in größerem Umfang kultiviert. Verzehrt werden, ähnlich wie beim Spargel, die jungen, gebleichten Sprosse. Aber auch die Blätter können zum Kochen verwendet werden. Geschmacklich erinnert das  Strandgemüse ein wenig an Brokkoli oder Blumenkohl. 

Als Wildpflanze findet man den Meerkohl an kiesigen Küstenregionen der Nord- und Ostsee, des Atlantiks und am Schwarzen Meer. Leider ist der Wildbestand gefährdet, weswegen diese maritime Kohlart heute in Deutschland und in anderen europäischen Ländern unter Naturschutz steht. Ein Grund mehr, ihn im Garten zu kultivieren.

Die großen, fleischigen Blätter des Meerkohls sind blaugrün und am Rand buchtig-gelappt. Im Sommer bringt dieses Kohlgemüse einen sehr schönen Schleier an weißen kleinen Blütchen hervor. Zum Winter hin sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und die Pflanze überwintert mit der Wurzel im Boden. Mit dem Bleichen der Sprosse beginnt man im Frühjahr, wenn die Pflanze wieder auszutreiben beginnt. 

Kulturtipps

Bevor es ans Bleichen geht, muss dieses edle Kohlgemüse eine gewisse Größe erreicht haben – und dies dauert seine Zeit. Gesät wird der Meerkohl Ende Februar/Anfang März in Töpfe – 2-3 Samen je Topf. Die herangewachsenen Pflänzchen können dann ab Ende Mai mit einem Pflanzabstand von 60 x 60 cm ins Freiland gepflanzt werden.

Da der Meerkohl natürlicherweise Strandboden gewöhnt ist, sollte die Gartenerde gut durchlässig sein. Wer Sand zur Hand hat, kann diesen in den Boden einarbeiten. Um den hohen Nährstoffansprüchen der Pflanze zu genügen, kann im Frühjahr reichlich Kompost (oder Guano) in den Boden eingearbeitet werden. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da die Wurzeln sonst faulen.

Einmal im Garten etabliert, kann der Meerkohl in den folgenden Jahren dann einfach durch Wurzelschnittlinge vermehrt werden.

Das komplette erste Jahr nach der Aussaat benötigt die Pflanze, um eine gewisse Mindestgröße zu erreichen. Über Winter werden die Stauden mit Fichtenreisig oder Stroh vor Kälte geschützt. Im darauf folgenden Frühling kann dann bereits das erste Mal geerntet werden. Pflanzen, die in diesem frühen Stadium beerntet werden, neigen jedoch dazu, klein zu bleiben und ergeben wenig erntebare Sprosse. Wer etwas Ausdauer hat, lässt den Meerkohl auch im zweiten Jahr in Ruhe wachsen und beginnt erst im Frühling des dritten Jahres mit der Ernte. Das lange Warten entschädigt diese – auch Zierzwecke erfüllende – Kohlart mit einem wunderschönen Blüteschleier im Sommer.  

Das Bleichen der Sprosse: Ab etwa Anfang April deckt man die Pflanzen zum Bleichen der Sprosse ab. Dazu kann man einen schwarzen Eimer verwenden oder – wer es etwas schöner haben will – einen tönernen Blumentopf. Eine Kompostgabe vor dem Abdecken begünstigt das Wachstum der Sprosse zusätzlich.

Ernte und Lagerung

Nach circa 3-4 Wochen, wenn die gebleichten Sprosse etwa 15-20 cm lang sind, kann das erste Mal geerntet werden. Warten Sie nicht zu lange mit der Ernte, da die weichen Sprosse in der dunkel-feuchten Umgebung schnell zu faulen beginnen. Bis zu drei Ernten sind möglich, dann ist die Pflanze ausgelaugt und muss den Sommer über regenerieren. Nehmen Sie die Eimer ab und versorgen die Pflanzen mit etwas Dünger. Wer möchte, dass sich die Pflanzen besonders kräftig entwickeln, kann die Blütenstiele ausbrechen. Dann entgeht Ihnen jedoch der üppige Schleier aus weißen Blüten.

Verwendung in der Küche

Meerkohl ist eine saisonale Delikatesse, deren Verzehr sich, wie beim Spargel, auf einen relativ engen Zeitraum im Frühjahr beschränkt. Gegessen werden die jungen gebleichten, etwa 15-25 cm langen Sprosse, die reich an Vitamin C sind. Ein Schälen ist nicht nötig, es reicht, wenn die Sprosse gewaschen werden. Zubereitet werden die Meerkohlsprosse wie Spargel: In Salzwasser gekocht und mit einer Butter- oder Rahmsauce verfeinert. Die jungen Blätter können wie Kohl verwendet werden.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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