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Melisse

Die Melisse ist ein mehrjähriges Kraut, das seinen Ursprung im Vorderen Orient hat. Sie ist eine wahre Bienenweide, wie auch schon der lateinische Name mel (= Honig) besagt. 

Melisse
Distraction Arts / Fotolia.com

Geschichte

Schon die alten Griechen und Römer nutzten das Kraut für Heil- und Gewürzzwecke. Durch Mönche wurde es von Italien nach Deutschland gebracht und 1611 erfanden die Karmeliter den Melissengeist. Ihren lateinischen Namen verdankt die Pflanze der römischen Schutzpatronin der Imkerei, der schönen Melissa.

Besonderheiten

Aufgrund ihres zitronenartigen Dufts und Geschmacks wird sie auch Zitronenmelisse oder Zitronenkraut genannt. In früheren Zeiten ersetzte sie oftmals die Zitrone in der Küche.

Standortbedingungen

Am besten gedeiht Melisse in warmer, halbschattiger und geschützter Lage. Der Boden sollte sandig-lehmig, gut durchlässig und humos sein. Eine dauernde Kompostdecke schützt vor Austrocknung, sorgt für ein lockeres Erdreich und düngt die Pflanzen gleichzeitig.

Fruchtfolge und Mischkultur

Melisse eignet sich hervorragend als Unterkultur für Obstgehölze oder als Beeteinfassung, da sie die für die Befruchtung notwendigen Bienen anzieht und Schadinsekten fernhält.

Aussaat / Pflanzung

Anzucht Frühbeet/Unterglas

Ab April

Pflanzung

Ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) bis Oktober

Saat-/Pflanzabstand

30 cm x 30 cm

Vermehrung

Über Teilung des Wurzelstocks im Herbst

Düngung

Gedüngt wird am besten mit Kompost, der einfach als Mulch auf den Boden aufgebracht oder oberflächlich eingearbeitet wird. Der beste Zeitpunkt zum Düngen ist nach dem letzten Schnitt. Bei sehr intensiver Schnittnutzung kann eine zusätzliche Gabe Kompost nach jedem Schnitt erforderlich werden. Vor einer Neuanpflanzung sollte etwas Kompost mit ins Pflanzloch geben werden.

Pflege

Den Boden nur oberflächlich hacken, da die Wurzeln der Melisse dicht an der Oberfläche liegen. In Gegenden mit strengen Wintern sollten die Pflanzen mit Stroh oder Reisig vor Frost geschützt werden. Nach circa vier Jahren empfiehlt sich eine Verjüngung der Pflanzen durch Teilung der Wurzelstöcke.

Schädlinge und Krankheiten

Selten; gelegentlich kommt ein Befall mit verschiedenen pilzlichen Erregern wie Septoria, Echter Mehltau oder Rost vor, auch Fraßschäden durch Raupen verschiedener Schmetterlinge und Käfer oder Saugschäden durch mehrere Wanzen- und Zikadenarten sind möglich.

Ernte und Lagerung

Der erste Schnitt (etwa 10 cm über dem Boden) sollte mit dem ersten Blütenansatz Ende Juni/Anfang Juli erfolgen, da die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt einen besonders starken Drang zum Neuaustrieb haben. Bis Ende September kann dann etwa 2-3 mal geerntet werden. Der letzte Schnitt vor dem Winter sollte nicht zu tief erfolgen, da der verholzende Stängel leicht wieder ausschlägt. Die geernteten Blätter können frisch oder getrocknet verwendet werden. Getrocknete Blätter behalten den Duft und die Inhaltsstoffe am besten, wenn man sie luftdicht aufbewahrt.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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