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Methoden in der Erwachsenenbildung

Die Methoden sollen helfen, ein gutes Lernklima zu schaffen, das Interesse bei den Teilnehmenden zu verstärken oder Informationen „ankommen“ zu lassen. Sie richtet sich nach den Lernenden.

2 Frauen in einer Beratungssituation
Arnout van Son / aid

Als „Methoden“ bezeichnet man in der Erwachsenenbildung Verfahrensweisen, mit denen die Lehr-/Lernsituation gestaltet wird. Oder anders gesagt: es ist der Weg, auf dem sich Lehrende und Lernende während des Lernprozesses bewegen. Methoden sollen zum Beispiel dabei helfen, ein angenehmes Lernklima zu schaffen, das vorhandene Interesse bei den Teilnehmenden zu verstärken oder Informationen wirklich „ankommen“ zu lassen.

Die Auswahl der Methoden richtet sich in erster Linie nach den Teilnehmenden. Welche Vorerfahrungen in Bezug auf Lernen bringen sie mit und welche (Lern-)Bedürfnisse haben sie im Hinblick auf das Thema? In welcher Lebens- und Alltagssituation befinden sie sich? Auch die jeweilige Kurs- bzw. Veranstaltungsphase spielt eine wichtige Rolle. Am Anfang einer Veranstaltung(sreihe) haben die Teilnehmenden häufig ein Gefühl der Verunsicherung. Die Kursleitung wählt in dieser Situation Methoden, um erst einmal Sicherheit zu gewinnen, locker zu werden, z. B. eine Kennenlernrunde.

Beispiele für das Themenfeld Ernährung

  • eine Vorstellungsrunde mit Fotos von Lieblingsgerichten,
  • Partnerinterviews zum saisonalen Lieblingsgemüse,
  • Partnerinterview zu Essritualen an Feiertagen (z. B. Welches Gericht darf bei Ihnen an Weihnachten nicht fehlen?).

 

Eine Auswahl von Übungen, die das Thema Essen als kommunikationsförderndes Element einbeziehen, bietet das Konzept „Food Literacy“. Das gleichnamige Handbuch (s. u.) enthält Übungen für jede Veranstaltungsphase.

Zwei weitere wichtige Faktoren für die Auswahl von Methoden sind Lernziele sowie -inhalte. Für Erwachsene ist es motivierend, wenn sie möglichst genau wissen, welchen Zuwachs an Kompetenzen sie nach einer Veranstaltung haben.

Im Themengebiet Ernährung steht oft nicht nur die reine Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern häufig werden auch Verhaltensänderungen angestrebt. In diesen Fällen ist es unverzichtbar, auch praktische Fähigkeiten, wie das Verstehen von Zutatenlisten oder das Zubereiten von Mahlzeiten aus Grundzutaten, im Blick zu haben. Der Begriff Ernährungsbildung berücksichtigt die komplexen Sachverhalte, die das Ernährungsverhalten prägen. Laut Definition dient Ernährungsbildung der Befähigung zu einer eigenständigen und eigenverantwortlichen Lebensführung in sozialer und kultureller Eingebundenheit und Verantwortung (Quelle: D-A-CH-Arbeitsgruppe zur Ernährungs- und Verbraucherbildung).

Beratungssituation

Ernährungsthemen bieten hervorragende Möglichkeiten, Inhalte lebendig, anschaulich und alltagsbezogen zu vermitteln. So können Lebensmittel themenbezogen als Anschauungsmaterial dienen, z. B. Gemüse und Obst. Die Teilnehmenden können leere Lebensmittelverpackungen mitbringen und in den Unterricht einbringen. Mit kleinen Genusstrainings kann der individuelle Blick auf das Lebensmittelangebot erweitert und die Sinne geschult werden. Lerninhalte, die alle Sinne ansprechen, bleiben erfahrungsgemäß besonders gut im Gedächtnis haften.

Dr. Maike Groeneveld, Bonn |

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