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Methodik Leittexte

Durch die Arbeit mit Leittexten lernen Auszubildende Schritt für Schritt, sich selbstständig Wissen anzueignen. Anstehende Aufgaben können so strukturierter bewältigt werden. 

Ausschnitt Strichmännchen vor Fragezeichen
Trueffelpix / Fotolia.com

Neue Produktionsverfahren, sich verändernde Betriebsstrukturen: Die Agrarwirtschaft entwickelt sich ständig weiter und wird immer komplexer. Würde den Auszubildenden nur theoretisches Wissen vermittelt, wären sie im Beruf schnell überfordert. Entsprechend geht es in den Ausbildungsverordnungen darum, selbstständiges Arbeiten und berufliche Handlungsfähigkeit zu fördern. Mit der Leittext-Methode können diese beiden Ziele optimal erreicht werden.

In sechs Schritten zum Ziel

Basierend auf dem Modell der vollständigen Handlung sollen die Auszubildenden dabei einen Arbeitsauftrag in sechs Schritten durchführen. Diese sind: Informieren – Planen – Entscheiden – Ausführen – Kontrollieren – Bewerten. Dabei geht es nicht um graue Theorie, sondern um praktische Aufgaben, die im Ausbildungsbetrieb tatsächlich anfallen, wie die Grünlandpflege bei einem Landwirt oder die Neuanlage eines Weinbergs in einem Winzerbetrieb. „Der Leittext enthält Leitfragen, die strukturiert durch die verschiedenen Teilaufgaben dieser komplexen Aufgabe führen, und dem Auszubildenden so die Planung, die Entscheidung und die praktische Ausführung erleichtern“, erklärt Richard Didam, Fachreferent für Aus- und Fortbildung an der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Erfahrungen und Beobachtungen werden bei diesem Ausbildungsverfahren dokumentiert, sodass das Erlernte nachvollziehbar bleibt und die Arbeitsergebnisse kontrolliert werden können.“ In der kritischen Schlussbetrachtung mit dem Ausbilder wird dann sichtbar, was gut gelaufen ist und wo Verbesserungen möglich sind. Die Lernenden gewinnen damit Sicherheit für späteres Tun.

Praxisnah und flexibel: Jeder Leittext ist anders

Richard Didam hat diesen Ansatz in der landwirtschaftlichen Ausbildungspraxis seit Mitte der 1990er Jahre weiterentwickelt und entscheidend vorangetrieben. Er weiß, dass die Methode im Vergleich zum Erfahrungsbericht für den Ausbilder mit einem etwas höheren zeitlichen Aufwand verbunden ist. Trotzdem ist er überzeugt, dass die Betriebe davon profitieren. „Der Auszubildende kann aufgrund der gewonnenen Erfahrungen weitere Aufgabenstellungen deutlich schneller bewältigen.“ Auch muss niemand fürchten, die Arbeitsblätter seien praxisfremd oder zu starr. Entwickelt werden sie von den zuständigen Stellen für Berufsbildung in Zusammenarbeit mit Praktikern. Außerdem ist kein Leittext wie der andere, denn die einzutragenden Daten beziehen sich immer auf den jeweiligen Betrieb. So erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, einzelne Aufgaben abzuwandeln, wegzulassen oder individuell zu ergänzen.

Der aid bietet Leittexte für acht Agrarberufe zu mehr als 90 Themen an. Sie können unter www.leittexte.de kostenlos heruntergeladen werden. Für Ausbildende und Auszubildende gibt es dort auch Tipps zum Umgang mit der Methode.

Andrea Fenner, Edinburgh |

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junge Frau mit Klemmbrett
Michael Jung / Fotolia.com

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