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Mikrowellengaren

Mikrowellen erhitzen und garen schnell und sind dabei energiesparend. In vielen Küchen sind sie daher spätestens seit den 90er Jahren fest etablierte Haushaltsgeräte.

Frau öffnet Mikrowellenherd
goodluz / Fotolia.com

Sie ist schnell, praktisch und entspricht dem Zeitgeist  im Mikrowellengerät wird binnen kürzester Zeit eine warme Mahlzeit fertig. Schon in den 60er Jahren waren Mikrowellengeräte auf dem Markt, seit den 90ern haben sie sich durchgesetzt und stehen heute in 70 von 100 deutschen Küchen.

Sinnvoll eingesetzt, kann die Mikrowelle gegenüber Kochstelle und Backofen nicht nur Zeit, sondern auch Energie sparen. Besonders für Singles oder Familien, in denen nicht alle Mitglieder gleichzeitig essen, sind die kleinen Geräte nützlich. Sie eignen sich außerdem gut, um Babynahrung zu erwärmen.

Manche Verbraucher fürchten, die Arbeitserleichterung mit gesundheitlichen Einbußen bezahlen zu müssen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Die elektromagnetischen Strahlen der Mikrowelle versetzen die Bestandteile der Lebensmittel lediglich in Schwingung, so dass Wärme entsteht. Die Zusammensetzung der Speise ändert sich jedoch nicht. Dazu sind die Wellen nicht stark genug. Das Lebensmittel kann auch keinerlei Strahlen aufnehmen. Speisen aus der Mikrowelle sind genau so unbedenklich wie Gerichte aus dem Kochtopf.

So funktioniert ein Mikrowellengerät

In jeder Mikrowelle befindet sich ein Sender: das Magnetron (siehe Zeichnung). Es erzeugt elektromagnetische Wellen, die in den Innenraum des Gerätes geleitet werden. Die Mikrowellen werden von den Wänden des Garraumes reflektiert und möglichst gleichmäßig verteilt. Unterstützt wird dies je nach Hersteller durch einen rotierenden Flügel, einen speziellen Reflektorpunkt und meistens durch einen Glas-Drehteller, auf den die Speisen gestellt werden.

Mikrowellengerät im Querschnitt

 

Tipps zum Garen mit dem Mikrowellengerät

  1. Nur geöffnete Behältnisse in das Mikrowellengerät stellen. In fest verschlossenen Gefäßen könnte sich ein Überdruck aufbauen und diese zum Platzen bringen!
  2. Damit die Speisen nicht austrocknen oder spritzen, mit Abdeckhaube oder Teller abdecken.
  3. Zum Erhitzen von Flüssigkeiten, zum Beispiel Milch oder Wasser, immer einen Löffel ins Gefäß stellen. Sonst können Flüssigkeiten plötzlich explodieren oder spritzen, sobald man sie aus der Mikrowelle nimmt.
  4. Jegliche Speisen und Getränke während oder nach dem Erhitzen gut umrühren, um Temperaturunterschiede auszugleichen.
  5. Nach Ablauf der Garzeit die Speisen einige Minuten im Gerät stehen lassen, so verteilt sich die Wärme.
  6. Auch "Hot Spots" können sich bilden. Das sind heiße Temperaturen in der Mitte eines Gefäßes. Sie entstehen vor allem in hohem, schmalem Geschirr - etwa in Babyfläschchen oder Gläschen. Um die Temperatur gleichmäßig zu verteilen,Babykost gut schütteln oder umrühren, anschließend Temperatur sorgfältig prüfen.

Geben Mikrowellengeräte Strahlen nach außen ab?

Geprüfte Sicherheit Zeichen des TÜV Rheinland
Das GS-Prüfzeichen

Zertifizierte Mikrowellengeräte sind sicher

Mikrowellengeräte, die das VDE- oder das GS-Zeichen tragen, sindsicher abgedichtet. Metallgehäuse und Stahlgitter im Sichtfenster verhindern, dass elektromagnetische Wellen nach außen dringen. Wer an der Sicherheit seiner Mikrowelle zweifelt, kann diese vom Kundendienst oder Fachhändler testen lassen.

Mikrowelle schaltet beim Öffnen automatisch ab

Öffnet man bei laufendem Betrieb die Tür, so schaltet sich das Mikrowellengerät sofort ab. Gäbe es diese Absicherungen nicht, so könnten Strahlen nach außen gelangen und den Benutzer treffen. Im schlimmsten Fall könnte es zu Verbrennungen kommen. In der Medizin werden Mikrowellen gezielt eingesetzt: zum Beispiel zur Erwärmung bei Muskel- und Bindegewebserkrankungen, aber auch bei Prostatabeschwerden oder Herzrhythmusstörungen.

Schadhafte Mikrowelle sicher entsorgen

Stellt man eine schadhafte Mikrowelle auf den Sperrmüll, so sollte man das Kabel abschneiden – nachdem der Stecker gezogen wurde! So wird verhindert, dass andere das Gerät weiterverwenden und sich selbst gefährden. Noch besser sind ausrangierte Mikrowellen allerdings auf Wertstoffhöfen und anderen kommunalen Sammelstellen aufgehoben. Dort können Verbraucher sie kostenlos abgeben, ebenso wie alle anderen alten Elektrogeräte.

Weitere Informationen zu Mikrowellengeräten

Wie erwärmen Mikrowellen Lebensmittel?

Im Mikrowellengerät wird ein elektromagnetisches Wechselfeld aufgebaut. Diese Wechselfeld sorgt dafür, dass bestimmte Moleküle des Lebensmittels in Schwingung geraten. In erster Linie sind dies die Wassermoleküle. Durch ihre Schwingung und Energieaufnahme entsteht im Lebensmittel Wärme. Etwa zwei bis drei Zentimeter unterhalb der Oberfläche erhitzen sich die Speisen am stärksten. Von dort aus verteilt sich die Wärme allmählich durch Wärmeleitung auch ins Innere und nach außen. Die Speisen sollen deshalb zwischendurch umgerührt werden. Nach dem Ablauf der Garzeit soll eine Stehzeit von etwa 10 Prozent der Garzeit eingehalten werden, um Temperaturunterschiede auszugleichen.

Welches Geschirr eignet sich für das Mikrowellengerät?

Ein spezielles Mikrowellengeschirr in der Regel nicht notwendig. Herkömmliche Geschirre aus Glas, Keramik, Porzellan, Steingut oder hitzebeständigem Kunststoff erfüllen ihren Zweck ebenso. Nur Metallgefäße gehören nicht in ein Mikrowellengerät, da Metall die Mikrowellen reflektiert, es zu Funkenüberschlägen komme kann und die Mikrowellen so nicht zum Lebensmittel gelangen. Manche Fertiggerichte sollen in flachen Aluminiumschalen erhitzt werden, um hier schonend und langsam zu garen. Alufolie oder Aluschalen schirmen Mikrowellen ab. Man kann sie gezielt einsetzen, um Teile eines Lebensmittels vor Überhitzung zu schützen. Alufolie sollte nie die Innenwände des Mikrowellengerätes berühren: Sonst sprühen Funken.
Kunststoff, der nicht mikrowellengeeignet ist, kann sich im Mikrowellengerät stark erhitzen und verformen. Manche Kunststoffe sind auch nicht geschmacksneutral. 
Generell zu empfehlen sind große, flache und möglichst runde Gefäße.
Keinesfalls sollte man Geschirr mit Gold- oder Silberrand verwenden. Dieser könnte sich lösen.

Kann ein Solo-Mikrowellengerät den Herd ersetzen?

Solo-Mikrowellengeräte eignen sich besonders zum Auftauen, Erwärmen und Garen einzelner Portionen bis etwa 500 Gramm. Der größte Nachteil eines Solo-Mikrowellengerätes ist, dass man damit weder braten noch bräunen kann. Einige Geräte sind daher zusätzlich mit Grill- oder anderen Backfunktionen ausgestattet. Größere Mengen an Fleisch oder Gemüse, raffinierte Soßen und knusprig braune Kuchen lassen sich grundsätzlich nicht gut im Solo-Mikrowellengerät zubereiten. Auch stärkehaltige Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln oder Nudeln, die eine lange Kochzeit haben, gelingen besser auf dem Herd. Den traditionellen Herd mit Backofen kann das Solo-Mikrowellengerät nicht vollständig ersetzen.

Töten Mikrowellen schädliche Mikroorganismen ausreichend ab?

Generell gilt, dass zum Abtöten von schädlichen Mirkoorganismen im Kern des Lebensmittels 70 Grad Celsius über mindestens zwei Minuten hinweg eingehalten werden müssen. Es ist dabei egal, ob das Lebensmittel mit Mikrowellen oder auf konventionelle Art (z.B. Elektrokochstelle, Grill usw.) erhitzt wird. Wichtig ist es die vom Hersteller vorgegebenen Angaben zu den Garzeiten und zu den notwendigen Stehzeiten einzuhalten. Sinnvoll ist auch die Verwendung eines Speisenthermometers, um die Kerntemperatur im Lebensmittel zu überprüfen.

Sparen Mikrowellengeräte Energie?

Bei kleinen Lebensmittelmengen - als Faustregel gelten hier 500 Gramm - ist das Mikrowellengerät eindeutig sparsamer in Bezug auf Stromverbrauch und Zeitbedarf. Ansonsten gelten diese Richtwerte als Hilfestellung: Doppelte Menge braucht doppelte Zeit - halbe Menge braucht halbe Zeit. 
Reis und Nudeln sollten grundsätzlich auf dem Herd gekocht werden: Sie brauchen eine große Menge Wasser und eine gewisse Zeit zum Quellen. 
Die Speisen sollten möglichst in einem flachen Gefäß gegart und zwischendurch umgerührt werden, damit sich die Hitze gut verteilen kann. 
Das Gargut sollte möglichst in gleich große Stücke geschnitten werden, damit es gleichmäßig garen kann.

Autorin: Johanna Tüntsch, Köln |

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