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Milch ist Milch

A2-Milch ist immer mal wieder in den Schlagzeilen, da sie angeblich für manche Menschen bekömmlicher ist. Das Max-Rubner-Institut hat hierzu die Studienlage bewertet.

Eine Frau steht vor einem Kühlregal.
Gina Sanders / Fotolia.de

(aid) – Sogenannte A2-Milch ist nach der derzeitigen wissenschaftlichen Studienlage nicht verträglicher, auch nicht für laktoseintolerante Menschen. Das hat das Max-Rubner-Institut, eines der Bundesforschungsinstitute des Bundesministierums für Ernährung, klar gestellt.

A2-Milch ist immer mal wieder in den Schlagzeilen, da sie angeblich für manche Menschen bekömmlicher ist. Die Bezeichnung „A1“ beziehungsweise „A2“ bezieht sich auf die im Eiweißanteil der Milch vorhandenen Caseine. Aus der Casein-Variante A1 kann während der Verdauung ein spezielles Peptid mit bioaktiver Wirkung entstehen. Bei der Variante A2 hingegen entsteht dieses Peptid nicht. 

Zuletzt hatten diverse Medien berichtet, dass Landwirte sich auch in Deutschland auf die Produktion von A2-Milch spezialisiert haben. Ein Vorgehen, das in Zeiten desolater Milchpreise absolut verständlich ist. Es wäre ja auch zu schön, unabhängig vom Preisdruck durch Einzelhandel und Molkereien eine Nische zu finden.

In Neuseeland ist die A2-Milch schon weiter verbreitet. Auch Australien mischt fleißig mit und zuletzt sind wohl auch Molkereien in Großbritannien und den Niederlanden dazu gekommen. In Australien und Neuseeland werde die A2-Milch mit ihrem angeblichen Gesundheitsnutzen aggressiv beworben, beklagt der Landeskontrollverband NRW laut einer Meldung des WDR. Verbrauchern dränge sich da doch der Verdacht auf, dass ganz normale Milch ungesund sein müsse.

Einer Vermarktung mit solchen Versprechungen steht in der EU die Health-Claims-Verordnung entgegen. Und ein Claim, der mit erwiesenen Vorteilen der A2-Milch arbeiten darf, hätte nach der derzeitigen Sachlage keine Chance.

Verschiedene Zuchtverbände haben trotzdem schon mal auf eine mögliche  gesteigerte Nachfrage reagiert. So haben SwissGenetics oder Spermex ihre Bullen auf die Kombination der Proteine untersuchen lassen und weisen die A2/ A2 Typen jetzt extra aus. Man weiss ja nie, vielleicht lassen sich die Verbraucher ja doch auf die unbewiesenen Behauptungen ein.

Schade eigentlich, dass es kein Protein gibt, das einen echten gesundheitlichen Zusatznutzen für Menschen hat (und wenn auch nur für einige) und nur dann in der Milch ist, wenn Kühe optimal gehalten und gefüttert werden... das wäre doch mal was.

Britta Klein, www.aid.de

Weitere Informationen:

Was ist A2 Milch?

Die Bezeichnung „A1“ beziehungsweise „A2“ bezieht sich auf die im Eiweißanteil der Milch vorhandenen Caseine.  Darunter gibt es mehrere Varianten, u.a. die Gruppen A1, A2 und B. A1 wie auch B unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung von der Variante A2 gering.  A1 und B enthalten in der Aminosäurenkette an einer Stelle die Aminosäure Histidin, bei der Variante A2 sitzt an dieser Stelle die Aminosäure Prolin. Es gibt Rinderrassen, deren Milch überwiegend die Variante A1 enthält, während andere Rassen (z.B. Jersey, Brown Swiss und Guernsey)  Milch mit der Variante A2 produzieren.

Der Unterschied in der Zusammensetzung der Aminosäurenkette zwischen A1/ B und A2 beeinflusst die Verdauung des Caseins im Darm. Aus den Casein-Varianten A1 und B kann während der Verdauung sowie während der Fermentation zu Joghurt und Käse ein spezielles Peptid mit bioaktiver Wirkung entstehen. Bei der Variante A2 hingegen entsteht dieses Peptid nicht.  

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