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Milpa, die erste – eine Bilanz

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Dieses Jahr hatte ich ja zum ersten Mal einen kleinen Bereich meines Beetes als Milpa-Fläche gestaltet, also für die Dreierkombi Mais, Stangenbohnen und Kürbis reserviert ∩

Ich habe ja schon mal erwähnt, dass das reine Wissen um etwas die eine Sache ist, es dann auch anzuwenden, aber die andere. Womit wir auch schon beim Thema wären: Wie ihr euch vielleicht erinnert, hatte ich dieses Jahr zum ersten Mal einen kleinen Bereich meines Beetes als Milpa-Fläche gestaltet, also für die Dreierkombi Mais, Stangenbohnen und Kürbis reserviert. Tja, was soll ich sagen: Ich wusste, dass mein Bohnensaatgut nicht mehr taufrisch war und hatte deshalb schon vorsorglich mehr Samen ausgelegt als normalerweise; auf eine Keimprobe hatte ich allerdings verzichtet.

Bräter mit geschältem, in Stücke geschnittenen Hokkaido
Löwenzähnchen

Dreimal dürft ihr raten, wie das Ergebnis ausgefallen ist: Der Mais wuchs gar prächtig, der Kürbis auch, wenngleich er sich nicht an die Beetbegrenzung halten mochte; aber die Bohnen – nicht eine einzige wollte sich aus der Erde wagen, das war selbst für mich als recht entspannte Gärtnerin frustrierend. Ob es tatsächlich nur das Alter der Samen war, oder ob sich zusätzlich ein paar Mäuschen im Beet bedient haben, ich weiß es nicht, aber de facto musste ich vergangene Woche für meinen Milpa-Eintopf auf gekaufte Bohnen zurückgreifen.

Abgesehen davon ist meine Milpa-Kultur auch als Duo erfolgreich durch die Saison gekommen. Auf einem in der Regel gut mit Nährstoffen versorgten Gartenboden profitieren die Bohnen vermutlich auch deutlich mehr vom Mais als Rankhilfe als umgekehrt Mais und Kürbis vom Luftstickstoff, den die an den Bohnenwurzeln sitzenden Knöllchenbakterien binden. So konnte ich mich sowohl über eine stattliche Anzahl an Maiskolben freuen als auch über mehrere Exemplare meines heißgeliebten Butternut-Kürbis. Trotzdem wurmt mich das mit den Bohnen, weshalb ich nächstes Jahr definitiv eine Milpa-Neuauflage starten werde – schon weil die Kombi auch im Kochtopf verdammt lecker schmeckt.

Damit euch Fehlschläge mit altem Saatgut erspart bleiben, sei hier noch schnell verraten, wie eine Keimprobe funktioniert. Die ist nämlich wirklich nicht schwer: Streut einfach zehn oder mehr Samen auf feuchte Watte, überspannt das Ganze mit Klarsichtfolie und wartet ein paar Tage ab. Wenn die Samen gekeimt sind, werden sie ausgezählt (oder bei feinem Saatgut geschätzt): Haben mehr als zwei Drittel gekeimt, lohnt sich die Aussaat in jedem Fall; bei knapp 50 % sollte deutlich großzügiger ausgesät werden. Wenn weniger als die Hälfte der Samen gekeimt hat, wird die Aussaat arg unzuverlässig und ihr solltet in Erwägung ziehen, frisches Saatgut zu kaufen. Der richtige Zeitpunkt für die Probe: So rechtzeitig, dass ihr notfalls noch genügend Zeit habt, um für neues Saatgut zur Gärtnerei zu flitzen. Eine Keimprobe ist übrigens auch dann sinnvoll, wenn Samen unter ungünstigen Bedingungen gelagert wurden.

Hier außerdem noch das Milpa-Rezept zum Nachkochen. Ihr braucht dafür:

  • 500 g Kürbis
  • 250 g Mais
  • 250 g Schnittbohnen
  • 1 rote oder gelbe Paprika
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knobizehe
  • 2 rote Chilis
  • Gemüsebrühe

Zuerst die Zwiebel und den Knoblauch kleinschneiden und in heißem Öl anbraten. Dann den entkernten, gestückelten Kürbis hinzufügen – meinen Butternut musste ich schälen, bei Hokkaido kann man sich das sparen. Nach fünf Minuten die in Stücke geschnittenen Bohnen und das übrige Gemüse und etwa 400 ml Gemüsebrühe mit dazugeben. Köcheln lassen bis euch die Paprika und der Kürbis weich genug sind und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Echt lecker!

 

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