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Milpa – Gemüseanbau mit den drei Schwestern

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Mais, Bohnen, Kürbis: Drei Gemüse, die ich gleichermaßen schätze, die sich bei mir jedoch meist erst auf dem Teller vereinigen. Schade eigentlich, denn „die drei Schwestern“

Mais, Bohnen, Kürbis: Drei Gemüse, die ich gleichermaßen schätze, die sich bei mir jedoch meist erst auf dem Teller vereinigen. Schade eigentlich, denn „die drei Schwestern“, wie sie bei einigen indigenen Völkern Mittelamerikas heißen, vertragen sich auch auf dem Beet wunderbar: Der aufwachsende Mais dient den Bohnen als Rankhilfe, während der Kürbis mit seinen breiten Blättern den Boden beschattet und dadurch vor dem Austrocknen und Verschlämmen bewahrt. Außerdem sitzen an den Wurzeln der Bohnen sogenannte Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden und den beiden anderen hungrigen Schwestern zur Verfügung stellen.

Maiskörner
Goldbany / Fotolia.com

Sehr praktisch also, dieses von den Atzteken „Milpa“ genannte System, das hohe Erträge auf wenig Raum verspricht. Dieses Jahr werde ich es endlich ausprobieren, und weil ich immer gerne herumexperimentiere anstatt alles bis ins Detail zu planen, milpare ich einfach mal drauflos: Den Mais habe ich Anfang April mit 35 cm Reihenabstand direkt ins Beet gesät – das ist ziemlich eng, bringt aber Studienergebnissen zufolge zumindest in der Landwirtschaft Ertragsvorteile und kommt mir mit meinem beschränkten Platz sehr entgegen. Denn bei zu wenigen Pflanzen sind die Bestäubungsergebnisse sehr schlecht und ich möchte neben den drei Schwestern trotzdem noch andere Gemüsearten anbauen. Die Bohnensamen habe ich gleich mit in die Saatrillen gelegt. Jetzt heißt es abwarten und die Pflänzchen vereinzeln, wenn sie zu groß werden – ich strebe in der Reihe einen Pflanzenabstand von etwa 20 bis 30 cm zwischen den Maispflanzen an, die Bohnen dürfen sich noch dazwischenquetschen. Die Kürbispflanzen habe ich im Gewächshaus vorgezogen und dann zwischen die Maisreihen gesetzt.

Worauf ich besonders gespannt bin: In der klassischen Milpakultur werden eher schwachwüchsige Bohnensorten verwendet, damit sie den Mais nicht erdrücken. Da ich dieses Jahr meine Saatgutbestände leeren wollte, habe ich jedoch auf bereits vorhandene, ganz normale Sorten zurückgegriffen (die gelbe Stangenbohne 'Neckargold'). Mal sehen, ob die Maispflanzen das mitmachen.

 

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Gartengerätschaften 22Sep
iStock.com / AlexRaths

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