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Mögliche Berufsfelder eines Ernährungsberaters

Wer sich eine Existenz aufbaut, sollte auf mehrere Standbeine setzen: Ernährungsbildung, -beratung und -therapie sind beispielsweise eine gute Kombination.       

Frau hält den Daumen hoch
kreativloft GmbH / Fotolia.de

Jede/r, der sich eine selbstständige Existenz aufbauen möchte, ist gut beraten, wenn er mehrere Standbeine hat. Im Tätigkeitsbereich Ernährung lassen sich z. B. Ernährungsbildung , Ernährungsberatung und Ernährungstherapie gut kombinieren. Sinnvolle Ergänzungen können sich auch aus Tätigkeiten in der Betrieblichen Gesundheitsförderung, als Dozent oder im Bereich Journalismus ergeben.

Die Ernährungsbildung zielt darauf ab, Menschen zu befähigen, die eigene Ernährung politisch mündig, sozial verantwortlich und demokratisch teilhabend zu gestalten. Ernährungsbildung findet z. B. in Kindertageseinrichtungen, Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen statt. Wer für Ernährungsbildung qualifiziert ist, ergibt sich aus der Rahmenvereinbarung zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung und Ernährungsbildung.

Ernährungsberatung und Ernährungstherapie sind weitere Betätigungsfelder, die man entweder als Angestellter (z. B. in Kliniken, Fitnessstudios) oder als Freiberufler ausüben kann. Dabei wird grundsätzlich zwischen der Beratung von Gesunden und Kranken unterschieden.

Beratungssituation

Qualifizierte Ernährungsberatung richtet sich an Gesunde. Sie kann in Gruppen oder in Einzelgesprächen

erfolgen und zielt darauf ab, Mangel- und Fehlernährung zu vermeiden und das Risiko ernährungsmitbedingter Krankheiten zu reduzieren. Zentrales Anliegen ist die Vermittlung der Grundsätze einer gesundheitsfördernden, vollwertigen Ernährung und die nachhaltige Verbesserung der individuellen Ernährungsweise. Der Anbieter muss die im Leitfaden Prävention  festgelegt Qualifikation erfüllen.

Qualifizierte Ernährungstherapie richtet sich an Kranke und orientiert sich an der medizinischen Notwendigkeit und den individuellen Bedürfnissen und Wünschen des Patienten. Sie erfolgt in der Regel in Einzelgesprächen und wird in enger Kooperation mit dem behandelnden Arzt durchgeführt. Für die Ernährungstherapie ist laut den Gemeinsamen Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen für Patientenschulungen nach § 43 Abs. 1 Nr. 2 SGB V grundsätzlich eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung erforderlich. Ernährungstherapie erfolgt als Ergänzung zur medizinischen Therapie von ernährungsmitbedingten Erkrankungen (z. B. Adipositas) oder zur Linderung von Symptomen bei krankheitsbedingten Ernährungsproblemen (z. B. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Allergien). Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der individuellen Ernährungsweise und der Lebensqualität.

Qualifizierte Ernährungsberatung und Ernährungstherapie sind so genannte Kann-Leistungen der Krankenkassen, das bedeutet gesetzliche Krankenkassen können einen Zuschuss zu den Beratungskosten geben. In der Regel werden drei bis fünf Beratungseinheiten, gelegentlich auch acht bis zehn bewilligt. Je nach Krankenkasse beträgt der Zuschuss für die Erstberatung 35 bis 60 Euro und für Folgeberatungen 23 bis 60 Euro. Private Krankenversicherungen bezuschussen die Beratungskosten nur dann, wenn der Versicherte dies in seinem Tarif vereinbart hat.

Qualifizierte Ernährungsberatung und Ernährungstherapie erfolgen auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Aussagen, den Beratungs-Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und den evidenzbasierten Leitlinien einschlägiger ernährungswissenschaftlicher, medizinischer und anderer wissenschaftlicher Fachgesellschaften. Standardisierte und strukturierte Vorgaben zur Durchführung einer qualifizierten Ernährungsberatung und -therapie sind z. B. in den VDD-Qualitätsstandards (VDD, Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband) und dem zugehörigen Leistungskatalog beschrieben.

Angestellte in Kantine

Die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)  ist ein zukunftsorientiertes Tätigkeitsfeld, denn die Krankenkassen sind verpflichtet, dafür Leistungen zu erbringen. Die betriebliche Gesundheitsförderung umfasst alle Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Eine Ernährungsberatungsfachkraft kann z. B. die Betriebe dabei unterstützen, das Verpflegungs- und Getränkeangebot zu verbessern, oder Aktionstage in der Kantine durchführen. Für eine Kooperation mit den Krankenkassen muss der Anbieter der Leistungen die im Leitfaden Prävention festgelegt Qualifikation erfüllen.

Für eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist es wichtig, sich durch ein Alleinstellungsmerkmal von seinen Mitbewerbern zu unterscheiden. Zu Beginn ist es allerdings nicht sinnvoll, sich allzu sehr zu spezialisieren. Es gilt, eine gute Balance zwischen einer breiten Angebotspalette und Angeboten zu Spezialthemen zu entwickeln.

Dr. Maike Groeneveld, Bonn |

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Weiterführende Literatur

Blumenschein, B.; Klein, S.: Erfolgreich selbstständig als Ernährungsfachkraft. Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, 2012

www.fet-ev.eu
Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET): Leistungsspektrum in der Ernährungsberatung und -therapie

www.vdoe.de
Berufsverband Oecotrophologie  (VDOE): Erfolgreich als Unternehmer. Informationen für Selbstständige und Existenzgründer

www.vdd.de
Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband e. V. (VDD): Praxis-Leitfaden - Fit für den Erfolg