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Mulchen im Garten

Als Mulchen wird traditionell das Bedecken des Gartenbodens mit unverrottetem organischem Material nach dem Vorbild der Natur bezeichnet.

Mulchen, Erdbeerpflanze
VRD / Fotolia.com

Ein natürlicher Boden − wie zum Beispiel der Waldboden − ist das ganze Jahr über von einer Schicht aus Pflanzen, Pflanzenresten, Moosen und Laub bedeckt. Diese Schicht schützt den Boden und die darin lebenden Tiere und fördert den Aufbau sowie die Erhaltung einer gesunden Bodenstruktur. Dieses Prinzip können sich Hobbygärtner/-innen zunutze machen, indem sie den Gartenboden mit einer schützenden Mulchschicht bedecken.

Vorteile des Mulchens

Das Mulchen des Gartenbodens hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile. Als positiv zu bewerten ist, dass der Boden unter der Mulchschicht gleichmäßig feucht bleibt und vor Austrocknung geschützt ist. Der Gießaufwand ist daher geringer. Außerdem mindert das Mulchen die Verschlämmung und Bodenerosion, das heißt die Abtragung nährstoffreicher Erde durch Wind und Wasser. Nährstoffe werden nicht so stark in tiefere Bodenschichten ausgewaschen, wie dies bei unbedeckten Böden der Fall ist.  

Durch die ständige Beschattung der Erde kann der Unkrautwuchs reduziert, allerdings nicht ganz verhindert werden. Einzeln Unkräuter durchwachsen die Mulchschicht, können in der Regel jedoch einfach herausgezogen werden. Der Mulch trägt zudem sehr positiv zur Temperaturregulierung bei: Im Sommer werden die Bodenlebewesen vor Hitzeschäden bewahrt, im Winter schützt die Mulchschicht überwinternde Stauden vor allzu heftigen Kahlfrösten.

Insgesamt fördert die Mulchschicht den Aufbau und den Erhalt eines krümeligen Bodens, in dem die Bodenorganismen bis in die oberste Schicht aktiv sind und aus dem organischen Mulchmaterial zusätzlich Nährstoffe freisetzen.

Ein Nachteil des Mulchens ist das vermehrte Auftreten von Schnecken, die sich unter der schützenden Mulchschicht sehr wohl fühlen und gut vermehren können. Bei verstärktem Auftreten ist daher zu prüfen, ob der Schaden durch die Schnecken den Nutzen der Mulchschicht nicht aufwiegt oder sogar übersteigt. Was noch negativ zu bewerten ist: Gemulchter Boden erwärmt sich langsamer als ungemulchter.

Geeignete Mulchmaterialien

 Organische Materialien

Rasenschnitt, Gras Rasenschnitt vor dem Mulchen antrocknen lassen und nur dünn (dafür mehrmals) aufbringen, da er sonst zu einer dichten Masse verklebt und fault.
Gemüseabfälle, Unkraut

Gemüseabfälle sowie das zwischen und in den Gemüsereihen gejätete Unkraut kann einfach liegen gelassen werden. Insbesondere Brennnessel und Beinwell sind bestens geeignete Mulchmaterialien, da sie schnell verrotten und pflanzenverfügbare Nährstoffe freisetzen.

Gründüngung So genannte Gründüngungspflanzen wie Phacelia, Lupine, Klee oder Gelbsenf werden überall dort, wo kahle Flecken im Garten zu finden sind, zum Zweck der Bodenbedeckung und Nährstoffspeicherung angebaut. Sie bedecken den Boden als lebende Pflanzen und können nach dem Schnitt beziehungsweise dem Absterben als Mulch auf der Fläche verbleiben.
Stroh Stroh ist ein sehr sperriges Material und verrottet sehr langsam. Eignet sich sehr gut zum Mulchen von Erdbeeren.
Laub Nicht zu feuchtes Laub verwenden. Nur dünn aufbringen, da es sonst zu einer dichten Decke verklebt und fault. Möglichst kein Laub von Bäumen verwenden, die viel Gerbsäure enthalten (z. B. Eiche, Walnuss), da dieses nur langsam verrottet.    
Künstliche Materialien 
Mulchfolie, Mulchvlies oder Bändchengewebe Nach der Bodenbearbeitung im Frühjahr werden die künstlichen Mulchmaterialien auf die Beete aufgebracht. Gepflanzt wird anschließend durch Löcher, die man in die Materialien gestanzt hat. Die eingesetzten Materialien unterscheiden sich vor allem in ihrer Haltbarkeit und ihrem Preis. Bändchengewebe und Vliese sind sehr robust und jahrelang haltbar, dafür aber recht teuer. Günstiger, dafür aber auch weniger lange nutzbar sind dünne PE-Folien und biologisch abbaubare Folie aus nachwachsenden Rohstoffen (z. B. Maisstärke). Letztere haben den Vorteil, dass man sie nach der Ernte einfach in den Boden einarbeiten kann und damit nicht aufwändig entsorgen muss.

 

Was beim Mulchen zu beachten ist

Beim Ausbringen des Mulchs im Frühjahr sollten keine Saatrillen und Jungpflanzen abgedeckt werden, da das Keimen der Saat beziehungsweise das Wachsen der Jungpflanzen sonst gehemmt wird. In der Regel wird ab einer Pflanzenhöhe von etwa zehn Zentimetern mit dem Mulchen begonnen und erst dann, wenn der Boden sich ausreichend erwärmt hat − vor allem bei wärmebedürftigen bei Kulturen wie Tomaten, Kürbis oder Bohnen.

Die Mulchschicht muss hin und wieder erneuert werden: Die Häufigkeit richtet sich dabei nach Mulchdicke, Art des Mulchmaterials, Bodenart sowie Niederschlagshäufigkeit und -menge. Aufgrund des hohen Kohlenstoffanteils (bei gleichzeitig geringem Stickstoffgehalt) entziehen die Mikroorganismen bei der Zersetzung von strohigem oder holzigem Material dem Boden Stickstoff. Dieser Stickstoffverlust muss durch stickstoffhaltige Zusatzdüngung (z. B. Hornspäne) ergänzt werden. Wichtig ist auch, dass keine samentragenden Unkrautpflanzen, Wurzelunkräuter (z. B. Quecke), sowie kranke Pflanzen zum Mulchen verwendet werden.

Jörg Planer, Meckenheim |

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