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Multifunktionalität und Landwirtschaft

Landwirtschaft kann viel mehr als Nahrungsmittel produzieren – diese Erfahrung machen Oberstufenschüler, wenn sie Experten für die multifunktionalen Aufgaben der Landwirtschaft werden.

Junge im Rapsfeld im Hintergrund Windrad
Pictures4you / Fotolia.com

Mehr über das Thema und warum es sich besonders für den Geographieunterricht eignet, weiß Marcus Aunkofer, Gymnasiallehrer und Autor des aid-Unterrichtmaterials „Mehr als Lebensmittelproduktion: Multifunktionalität in der Landwirtschaft“.

Hintergrund: Landwirtschaft im Wandel

Windräder, Ackerkulturen, Weideflächen, Erholungsgebiete - ländliche Räume werden heute vielfältig genutzt. Denn die meisten Landwirte beziehen ihr Einkommen in der Regel aus mehr als nur einem Tätigkeitsfeld. Diese Entwicklung erklärt Markus Aunkofer so: „Hintergrund ist ein – zum Teil politisch induziertes – Umdenken in energietechnischen Fragen mit der verstärkten Hinwendung zu nachhaltigerer Energieproduktion, was beispielweise zu einer markanten Produktionsausweitung bei nachwachsenden Energiepflanzen (z.B. Mais oder Raps) geführt hat. Immer mehr Landwirten kommt so zum Beispiel die Rolle von „Energiewirten“ zu. Landschaftlich reizvolle ländliche Regionen hingegen betonen ihren hohen Freizeitwert und steigern somit ihre Attraktivität mit Konzepten wie „Urlaub auf dem Bauernhof.“

Ein Thema für den Unterricht?

Wie aber lässt sich dieses komplexe Thema in den Unterricht integrieren? „Der Geographie-Lehrplan des bayerischen Gymnasiums zum Beispiel bietet dazu an mehreren Stellen Ansatzpunkte“, sagt Marcus Aunkofer, denn „die Geographie als Raumwissenschaft mit ihrem integrativen Grundcharakter bildet eine ideale Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Thematik und den damit zusammenhängenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekten“.

Kompetenzerwerb durch schülerzentriertes Arbeiten

Zur Erarbeitung des Themas empfiehlt Aunkofer die schülerzentrierte Tätigkeit in Stamm- und Expertengruppen. „Die Lernenden gewinnen dabei zunächst in gelenkter Eigentätigkeit Überblickswissen über die verschiedenen Funktionen ländlicher Räume, das sie sodann bei der Arbeit in Expertengruppen punktuell vertiefen. Die abschließende Rückkehr in die Stammgruppen mit der Präsentation der Arbeitsergebnisse aus den jeweiligen Expertengruppen gewährleistet einen annähernd homogenen Kenntnisstand unter den Schülern“, so der Gymnasiallehrer. Er weist zudem auf die Vielfalt an unterschiedlichen Kompetenzen auf Seiten der Schüler hin, die im Rahmen dieser Vorgehensweise gefördert werden. Dazu zählen etwa Methoden- und Sozialkompetenz oder die Fähigkeit, selbst erarbeitete Ergebnisse anderen Mitschülern klar und verständlich zu präsentieren.

Das Thema eignet sich aufgrund der Komplexität der Materialien und des damit verbundenen methodischen Hintergrunds bevorzugt für den Einsatz in der Oberstufe, da von den Schülern dort das geforderte Maß an Selbstorganisation und analytisch-abstraktem Denkvermögen erwartet werden kann.

Silke Hoffmann, Bielefeld und Marcus Aunkhofer, Nördlingen |

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