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Neues Pflanzenstärkungsmittel

Ein neues Pflanzenstärkungsmittel kann helfen, die Infektion von Weinpflanzen mit Erregern des Falschen Mehltaus in frühen Vegetationsphasen zu reduzieren.

(aid) - Ein neues Pflanzenstärkungsmittel mit dem Namen VitoVin-Pflanzenstärkung kann helfen, die Infektion von Weinpflanzen mit Erregern des Falschen Mehltaus (Plasmopora viticola) in frühen Vegetationsphasen zu reduzieren. Basis für das Mittel sind Extrakte aus Traubentrester, einem Abfallprodukt, das bei der Weinerzeugung in großen Mengen anfällt.

Wissenschaftler des Instituts für Agrarökologie der RLP AgroScience GmbH haben das Produkt in vierjähriger Forschungsarbeit entwickelt. Das Projekt wurde vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert. Ziel der Untersuchung war es, Alternativen zu Kupferpräparaten zu erarbeiten, die im Weinbau üblicherweise eingesetzt werden. Kupfer ist nach wie vor das einzige wirksame Mittel gegen viele Schaderreger im ökologischen Anbau. Bei starker Anreicherung im Boden kann das Metall jedoch negativ auf Bodenlebewesen auswirken. Die Wissenschaftler untersuchten deshalb die vorbeugende bzw. stärkende Wirkung selbst gewonnener und zugekaufter Tresterextrakte unter Gewächshaus- und Freilandbedingungen. Unter beiden Bedingungen stärkten die Extrakte Blätter und Gescheine der Pflanzen bis Anfang/Mitte Juli merklich und beugten so einer Infektion mit Falschem Mehltau vor. Die festgestellten pflanzenstärkenden Effekte entsprachen im Ergebnis annähernd der schützenden Wirkung von Standardkupferpräparaten unter den gleichen Bedingungen. Erst mit wachsendem Befallsdruck war der stärkende Effekt nicht mehr ausreichend.

Die Wirkung des Extrakts beruht dabei allein auf einer Stärkung der pflanzlichen Abwehrkräfte. Entscheidender Inhaltsstoff sind sogenannte polyphenolische Verbindungen, deren Einfluss auf die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen seit längerem bekannt ist. Um in der Praxis einen ausreichenden Effekt zu erzielen, muss das Präparat jedoch relativ häufig ausgebracht werden. In den Versuchen waren 10 bis 13 Spritzungen notwendig, im Vergleich zu 8 bis 10 Spritzungen mit Kupferpräparaten. Dadurch konnte jedoch die Zahl der Kupferspritzungen deutlich reduziert werden. Ein völliger Verzicht auf kupferhaltige Mittel ist jedoch gerade bei hohem Befallsdruck nicht möglich.

Jürgen Beckhoff, www.aid.de

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