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Pflanzenschäden: Der Täter ist nicht immer die Laus

Nicht jede Missbildung, Verfärbung oder Wachstumshemmung an unseren Obst- und Gemüsepflanzen muss durch lebende Organismen verursacht worden sein.

Tomate
Bernd Jürgens / Fotolia.com

Im Sommer kommt es nicht selten vor, dass sich Läuse und andere Schädlinge uneingeladen auf dem Salat niederlassen und dort für bleibenden Schaden sorgen. Ebenso können Pilze, Bakterien oder Viren die Ursache für Pflanzenschäden sein.

Aber allzu häufig sind es gerade die nicht-parsitären Ursachen, die Pflanzen schädigen. Dies passiert meist, wenn die für das Pflanzenwachstum notwendigen Elemente wie Wasser, Licht oder Dünger in einem falschen Maß zur Verfügung stehen. Durch geeignete Maßnahmen kann der Gärtner jedoch Einfluss nehmen auf das Ungleichgewicht in der Versorgung und damit so manchen Schaden vermeiden.

Wasserversorgung

Wassermangel und daraus resultierende Welkeerscheinungen sind ein sehr häufiges Problem bei sandigen Böden, können aber auch bei schweren, tonigen Böden auftreten. Diese nehmen das Wasser nur sehr langsam auf und müssen daher im Sommer sehr durchdringend gegossen werden, damit das Wasser auch in den unteren Wurzelbereich gelangt.

Ebenso kann auch ein Zuviel an Wasser zum Problem werden. So können Verdichtungen im Boden – zum Beispiel infolge von Baumaßnahmen – nach lang anhaltenden Regenfällen zu Staunässe und damit zum Absterben der Pflanzenwurzeln führen. Ähnliche Probleme treten auch bei übermäßig mit Wasser versorgten Topfpflanzen auf. Eine Verbesserung der Erde durch Humusanreicherung sowie eine Drainageschicht verschaffen hier Abhilfe.

Auch eine ungleichmäßige Verteilung der Wassergaben kann den Pflanzen zum Verhängnis werden, da manche darauf sehr empfindlich reagieren. Bei Tomaten beispielsweise platzen die Früchte, wenn sie unregelmäßig gegossen werden.

Luftfeuchte

An machen Sommertagen herrscht in Gewächshäusern – vor allem in den kleinen – eine derart hohe Luftfeuchte, das die Pflanzen zu kümmern beginnen. Die Ursache: Die wassergesättigte Luft verhindert, dass die Gewächse überschüssiges Wasser über die Oberfläche verdunsten können. Dadurch kommt der Nährstofftransport zum erliegen, Mangelerscheinungen sind die Folge. Zudem erhöht sich durch die sehr feuchte Luft das Risiko von Pilzkrankheiten.

In Wohnräumen ist die Luft dagegen häufig zu trocken. Vor allem auf der Fensterbank über der Heizung, wo häufig Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch ihr Plätzchen finden, herrscht extrem trockene Luft.

Licht

Sehr häufig leiden Zimmer- und Balkonpflanzen unter Lichtmangel. Dadurch entstehen lange, dünne Triebe mit kleinen und dünnen Blättern. Mangelnde Ausfärbung der Blätter kann ebenfalls eine Folge von Lichtmangel sein.

Ebenso ist aber auch ein Zuviel an Licht möglich. Werden zum Beispiel Pflanzen im Frühjahr zu schnell aus dem Winterquartier wie Gewächshaus oder Fensterbank ins Freie gestellt, kann es zu Verbrennungen an den Blättern kommen. Die Pflanzen sollten daher immer erst bei trüber Witterung ins Freie gestellt werden.

Auch Pflanzen, die das ganze Jahr im Freien stehen, können einen „Lichtschaden“ erleiden. So kann die Umstellung von milder Witterung auf starke Hitze erkennbare Schäden am Pflanzengewebe verursachen. Verstärkt wird der „Sonnenbrand“ oft noch durch Wassertropfen auf der Blattoberfläche. Aus diesem Grund sollte darauf verzichtet werden, während starker Hitzeeinstrahlung zu gießen.

Frost

Frost kann Pflanzen auf verschiedene Arten schädigen. Frühfrost im Herbst kann zum Beispiel empfindlichen Kübelpflanzen zum Verhängnis werden. Spätfrost ist dagegen eine Gefahr für früh blühende und früh austreibende Pflanzen, wie zum Beispiel Kirsche. Viele Gemüsearten reagieren auf den verstärkten Kältereiz mit einer Umstimmung in die Blühphase, auch als „Schossen“ bezeichnet. Kohlrabi, Kohl, Steckzwiebeln, Sellerie und Lauch sind häufig betroffen. Wärmebedürftige Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis oder Paprika können durch Frost unwiederbringlich geschädigt werden, so dass neu gesät oder gepflanzt werden muss. Eine ein- oder zweilagige Abdeckung mit Frostschutzvlies oder Zeitungspapier kann die Pflanzen ausreichend schützen.

Nährstoffe

Der überwiegende Teil der Haus- und Kleingartenböden ist aufgrund langjähriger Verwendung von Mehrnährstoffdüngern und Kompost mehr als ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Trotzdem treten in besonderen Situationen Ernährungsstörungen bei Pflanzen auf. Vor allem auf sandigen Böden, die von Natur aus eher nährstoffarm sind, kommt es oft infolge von Auswaschung zu Stickstoff-, Kalium oder Magnesiummangel.

Doch auch ein Übermaß an Nährstoffen kann die Pflanzen schädigen. Zu viel Stickstoff beispielsweise macht das Gewebe schwammig und die Pflanzen empfindlicher gegenüber Schädlingen und Pflanzenkrankheiten. Jungpflanzen in der Keimphase sind besonders salzempfindlich, weswegen zur Anzucht nur nährstoffarmes Substrat verwendet werden sollte.

pH-Wert

Viele Gemüse- und Obstpflanzen reagieren sehr empfindlich auf eine Versauerung des Bodens. Mithilfe eines Schnelltests können Sie rasch herausfinden, welchen pH-Wert ihre Gartenerde hat. Liegt der pH-Wert im sauren Bereich unterhalb von sieben, können Sie den Boden mit etwas Kalk neutralisieren.

Jörg Planer, Bonn |

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