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Nistplätze für Vögel

Es ist schön, brütende Vögel im Garten zu beobachten. Vor allem, wenn die Nistgelegenheit dazu selbst gebaut wurde. Ein Projekt, das sich ohne großen Aufwand im Schulgarten umsetzen lässt.

Amsel sitzt in blühendem Baum
Peter Meyer

Das Rotkehlchen zählt zu den Frühaufstehern. Tausende junger Menschen können dies bestätigen, denn viele Male, wenn sie nach einer durchfeierten Nacht hundemüde ins Bett wankten, war es das niedliche Kerlchen mit den schwarzen Knopfaugen, das einen vom ersehnten Schlaf abhielt, und dessen orangerote Kehle man ihm daher am liebsten... Pardon. Jugendliche und junge Erwachsene nehmen also, anders gesagt, gerne mal eine kleine Auszeit vom Vogelfreund-Dasein. Wer dafür Sorge tragen möchte, dass diese Phase auch wieder vorübergeht, pflanzt ihnen die Liebe und das Verständnis für Amsel, Blaumeise und all die anderen sympathischen Gartenbesucher also am besten bereits einige Jahre früher ins Herz. Kinder nämlich werden rasch zu begeisterten Vogelforschern, wenn man sich die Zeit nimmt, sie mit ihnen zu beobachten – jetzt im Winter beispielsweise mit dem Fernglas am Futterhäuschen – oder mit ihnen übt, die verschiedenen Vogelstimmen zu unterscheiden und nachzuahmen. Besonders spannend ist es, wenn Vögel im eigenen Garten brüten – umso mehr natürlich, wenn die Nistgelegenheiten dazu selbst gebaut wurden.

Nistkästen gibt es in vielen Varianten

Nistkasten
Ein Nistkasten aus Holz ist schnell gebaut. Nicht vergessen: Im Spätsommer und im Februar alte Nester entfernen und den Kasten ausbürsten.

Ein solches Projekt ist auch für den Schulgarten sehr gut geeignet, denn es lässt sich ohne großen Werkzeug- und Materialaufwand bewerkstelligen und vielfach variieren: Während für die Jüngsten ein einfacher Starenkasten infrage kommt (garantiert kostengünstiger als das Modell des Straßenverkehrsamts), können sich die Schülerinnen und Schüler höherer Klassenstufen beispielsweise an einem Spatzenhaus versuchen oder Schwalben oder Turmfalken ein bezugsfertiges Eigenheim anbieten. Dabei lernen sie nahezu automatisch allerlei Wissenswertes über die verschiedenen Vogelarten – dass Meisen und Kleiber Höhlenbrüter sind, lässt sich doch gleich viel leichter merken, wenn man ihnen schon mal eine behagliche Ersatzhöhle gezimmert hat.

 

Im Winter bauen, im Frühling staunen

Wo fleißig gesägt, geschmirgelt, gehämmert und geschraubt wird, vergeht die Winterzeit, während der der Schulgarten oft wenig Spannendes bietet, wie im Flug. Und sind die Kästen erst mal aufgehängt, steigt pünktlich zum Frühling die Spannung: Ob sich wohl schon im ersten Jahr Mieter finden? Umso größer ist die Freude, wenn nach einigen Wochen tatsächlich ein vielstimmiges Tschilpen aus dem Spatzenhaus zu vernehmen ist und man bei Rotkehlchens sogar vorsichtig mal über den Rand der Halbhöhle ins Nest lugen darf. Und wer erst einmal dem Rotkehlchen-Nachwuchs bei den ersten Flugversuchen zugesehen hat, dessen Grummeln nach der Party wird später deutlich freundlicher ausfallen – schließlich ist man womöglich schon zusammen zur Schule gegangen.

Autorin: Mascha Schacht |

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