Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Ökosystem Wald

Wälder sind Ökosysteme, deren Stoff- und Energieumsatz durch die Fotosynthese der Waldbäume und der anderen grünen Pflanzen angetrieben werden.

Pilze auf liegendem Baumstamm
dieter76 / Fotolia.com

Die Bäume bauen mithilfe der Sonnenenergie Biomasse auf, die zugleich Stoff- und Energiespeicher ist. Tiere (Konsumenten) und Destruenten (diejenigen Arten, die tote Biomasse abbauen) nutzen die darin gespeicherten Stoffe und die enthaltene Energie.

Charakteristisch für Waldökosysteme ist die große Bedeutung der Bäume und Sträucher mit ihrem dauerhaften, hochstabilen Stütz- und Leitungsgewebe: eben das, was wir Holz nennen. Der größte Teil der Fotosynthese findet im sonnigen oberen Stockwerk der Baumkronen statt, während die Sträucher und Bodenpflanzen im geschlossenen Wald mit dem Rest der Sonnenenergie zurechtkommen müssen, der bis nach unten gelangt.

Wald als Nahrungsquelle: Nicht alles ist leicht verdaulich

Von den leicht verdaulichen Blättern ernähren sich viele Schmetterlingsraupen, aber auch Rehe, Mäuse und andere Säuger sind auf zarte Knospen und nährstoffreiche Samen aus. Die Holzsubstanz (Zellulose, Hemizellulosen und Lignin) dagegen ist außerordentlich schwer verdaulich. Pilze spielen bei der Holzzersetzung eine zentrale Rolle. Manche Borkenkäferarten (die sog. „Ambrosiakäfer“) bringen deshalb ihre eigenen Pilze mit und „züchten“ Pilzrasen als leicht verdauliche Nahrung in den Bohrgängen, die sie in den Baum nagen.

Die Zersetzer: Bakterien, Pilze und viele mehr

Bakterien und Pilze (Saprophyten) sind nahezu an allen Zersetzungsprozessen beteiligt. Sie bilden – obwohl oberirdisch meist nicht zu sehen – die Hauptmasse der Bodenlebewelt. Die „Pilze“, die am Waldboden oder an Bäumen zu sehen sind, sind nur die Fruchtkörper eines sehr viel größeren Pilzkörpers: Manche Waldpilze können sich über mehrere Hektar Fläche erstrecken und ein Gesamtgewicht von mehreren Tonnen erreichen. Aber auch eine große Zahl von Tieren – Springschwänze, Regenwürmer, Asseln, Doppelfüßer, Käfer, Holzwespen und viele mehr – beteiligen sich an der Zersetzung toter organischer Substanz. Von ihnen wiederum ernähren sich Heerscharen von Jägern wie Spinnen, Hundertfüßer, viele Käferarten, aber auch Vögel und kleine Säugetiere wie die Spitzmäuse (Verwandte des Maulwurfs aus der Ordnung der Insektenfresser).

Rainer Schretzmann, aid |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Ökosystem Wald

Medienshop-Tipp

Unterrichtsmaterial Ökosystem Wald

Was läuft eigentlich im Wald so ab? Waldesruh´ ist es wohl eher nicht, sondern eine Vielzahl von Prozessen, vom "Fressen und Gefressen-Werden" bis zur gegenseitigen "Nachbarschaftshilfe" unter Pflanzen und Tieren. mehr...

Naturwaldreservate - "Urwald" in Deutschland

Medienshop-Tipp

Heft Naturwaldreservate - "Urwald" in Deutschland

Das Heft zeigt die Bedeutung der Naturwaldreservate und ihrer spezifischen Lebensräume: denn diese kleinen "Urwälder von morgen" bieten besondere ökologische Nischen für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. mehr...