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Ohne Nährstoffe kein Pflanzenwachstum

Spätestens seit Justus von Liebig weiß man: Ohne gezielte Versorgung der Kulturpflanzen mit Nährstoffen ist langfristig keine wirtschaftlich vertretbare Pflanzenproduktion möglich.

Keimlinge in Erde
kav777 / Fotolia.com

Von Licht und Wasser allein, kann auch keine Pflanze leben. Für den Stoffwechsel und die daraus resultierende Biomasseproduktion benötigt die Pflanze Nährstoffe, die sie über den Boden aufnimmt.

Die natürlichen Nährstoffvorräte landwirtschaftlich genutzter Böden sind jedoch begrenzt. Durch die regelmäßige Ernte werden dem Boden immer wieder Nährstoffe entzogen. Ein Teil der Nährstoffe wird auch unwiederbringlich im Boden festgelegt oder geht durch Versickerung verloren. Um den Ertrag und die Qualität der Kulturpflanzen langfristig zu sichern, muss der Nährstoffvorrat des Bodens durch Düngung wieder aufgefüllt werden.

Umweltgerecht Düngen heißt bedarfsgerecht düngen

Eine umweltgerechte und sinnvolle Düngung orientiert sich an dem Bedarf der Pflanzen und dem, was an Nährstoffen aus den Reserven des Bodens zur Verfügung gestellt wird. Eine regelmäßige Bodenanalyse, wie sie für die meisten landwirtschaftlichen Betriebe nach der Düngeverordnung vorgeschrieben ist, gibt Auskunft über die aktuelle Nährstoffversorgung des Bodens. Aus der Differenz zwischen dem voraussichtlichen Nährstoffbedarf der Pflanze und dem verfügbaren Vorrat im Boden ergeben sich automatisch die notwendigen Nährstoffmengen, die dann gezielt gedüngt werden können.

Zum Leben und Wachsen benötigt die Pflanze eine ganze Reihe Nährstoffe, darunter sogenannte Hauptnährstoffe wie Stickstoff, Phosphor oder Kalium, die in größeren Mengen gebraucht werden und Spurennährstoffe wie Eisen, Kupfer oder Zink, welche nur in sehr kleinen Mengen nötig sind. Doch egal ob Haupt- oder Spurennährstoff: Als Bausteine für den Stoffwechsel sind sie alle lebensnotwendig für die Pflanze. Gerät nur ein Nährstoff ins Minimum, kann kein optimaler Ertrag erzielt werden. Auf anderen Seite kann aber auch ein Zuviel an Nährstoffen unwirtschaftlich sein und dem gesunden Pflanzenwachstum und der Umwelt schaden.

 

Fragen und Antworten

Welches sind die wichtigsten Funktionen der Hauptnährstoffe für die Pflanze?

  • Stickstoff fördert das allgemeine Pflanzenwachstum; bei Mangel kommt es zu Wachstumshemmungen. 
  • Phosphor ist sehr wichtig für die Eiweißbildung und den Energiestoffwechsel. 
  • Kalium spielt eine zentrale Rolle für den Wasserhaushalt und die Festigkeit des Pflanzengewebes und fördert die Frostresistenz der Pflanze. 
  • Kalzium ist ein wichtiger Baustein der Zellwände und für die Zellteilung und Zellstreckung notwendig. 
  • Magnesium als zentraler Baustein des Chlorophylls ist zuständig für die Blattgrünbildung und hat zudem Bedeutung für zahlreiche Stoffwechselvorgänge.

Was sind Mineraldünger und in welcher Weise wirken sie?

Bei Mineraldüngern liegen die Nährelemente meist in Form von Salzen vor. Sie sind ein Produkt bergmännisch gewonnener Mineralien oder fossiler Energieträger, die auf Ihrem Weg zum Düngemittel eine mehr oder weniger intensive chemische Verwandlung erfahren. Teilweise kommen aber auch wenig veränderte Bergbauprodukte wie zum Beispiel Kalisalze oder Kalk zum Einsatz. Die durch chemische Prozesse isolierten Nährstoffe werden entweder als Einnährstoffdünger oder in Form von Mischungen als Mehrnährstoffdünger angeboten. Düngermittel, die Stickstoff, Kalium und Phosphor enthalten, werden als NPK-Dünger oder Volldünger bezeichnet. Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche und damit schnell wirksame Nährstoffe. Ihre Stärke liegt in der gezielten Bedarfsbefriedigung, nicht jedoch in der Vorratsdüngung. Über mehrere Gaben müssen sie dem Pflanzenbedarf angepasst werden. Andernfalls kommt es zu Nährstoffverlusten (Stickstoff) durch Auswaschung.

Was sind organische Dünger und wie werden sie angewendet?

Organische Dünger sind normalerweise pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. Die Nährelemente sind bei diesen Düngern an den Kohlenstoff gebunden. Sie entfalten ihre Wirkung langfristig und werden oft weniger schnell ausgewaschen als mineralische Dünger. Einige von Ihnen wie Kompost oder Mist haben einen zusätzlichen positiven Effekt auf das Bodenleben und die Bodenstruktur. Bei organischen Düngern handelt es sich oft um Abfallstoffe wie Jauche, Gülle oder Kompost aus Landwirtschaft oder Gartenbau, die wiederverwendet werden können, wodurch es zu geschlossenen Kreisläufen kommt.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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iStock.com / Elelathewise
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