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Organische Düngung im eigenen Garten

Organische Dünger liefern nicht nur Nährstoffe. Sie haben zusätzlich einen positiven Effekt auf die Struktur des Bodens, da sie diesen mit Humus anreichern.

Kompostmiete - sichtbar sind die unterschiedlichen Rottegrade
iStock / constantgardener

Alle Gemüse- und Salatpflanzen sowie Gartenkräuter in unseren Gärten können grundsätzlich mit Kompost gedüngt werden, denn er liefert bei fachgerechter Verwendung in der Regel schon alle notwendigen Pflanzennährstoffe.

Manchmal ist weniger mehr

Was viele nicht wissen: Ein Gartenboden kann auch mit Kompost überdüngt werden. Bundesweite Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten unserer Gartenböden extrem überversorgt sind, vor allem mit Phosphat und Kali, aber auch mit Stickstoff. Daher sei grundsätzlich, auch bei Einsatz von organischen Düngern, empfohlen, den Gartenboden etwa alle 4-5 Jahre untersuchen zu lassen.

Eine Standard-Bodenuntersuchung gibt Auskunft über die Kali-, Phosphat- sowie Kalkversorgung (pH-Wert) des Bodens. Auf Wunsch bekommt man zusammen mit dem Untersuchungsergebnis auch noch eine speziell auf die jeweilige Gartennutzung abgestimmte Düngeempfehlung. Die für die Untersuchung erforderlichen Bodenproben kann jeder Gärtner auf seinen Beeten selber ziehen. Genauere Informationen dazu halten die Landwirtschaftkammern und -ämter bereit (siehe "Weitere Informationen zum Thema").

Für eine bedarfsgerechte Düngung sollte man neben dem Nährstoffvorrat des Bodens auch die Inhaltsstoffe der eingesetzten organischen Dünger kennen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Tabelle: Auswahl organischer Dünger für den Hobbygarten

Enthaltene Nährstoffe der Dünger in % (=kg Reinnährstoff je 100 kg Dünger)

 

Stickstoff 
N

Phosphor
P2O5 
Kalium
K2O 
Magnesium
Mg 
Calcium
CaO
Wirtschaftsdünger (durchschnittliche Gehalte)
Gartenkompost  0,5-1 0,5-0,8 0,5-1,5 0,3-0,7 2,5-3,5
Kuhmist  0,5 0,2 0,6 0,1  0,5
Pferdemist  0,6 0,3  0,5 - 0,2
Kaninchenmist  0,8 0,2  0,7 - -
Hühnermist  1,3-2,0 1,0-3,0 0,5-2,0 - -
Stickstoffbetonte organische Handelsdünger
(als Ergänzung für nährstoffbedürftige Pflanzen)
Hornspäne,
-grieß, -mehl 

14,0
10,0

< 1 - 0,3 6,0
Peru-Guano*  10,0 6,0  2,0  - -
Rizinus-Schrot* 5,5 2,0-2,5  1,0-1,5 - -
Rapsschrot  5,5 2,0-2,5 1,0-1,5 - -
Kalibetonte organische Handelsdünger
(nur bei anhand von Bodenproben ermitteltem Bedarf)
Buchenholzkohle - - 6,0-10 10,0  20,0

*aus ökologischer Sicht (Import aus der Dritten Welt) nicht zu empfehlen (Quelle: Bodenpflege, Düngung, Kompostierung aid-Heft 1375/2002, S. 39)

Faustzahlen für die organische Stickstoffdüngung

Stickstoff ist auf Grund seiner chemischen Eigenschaften gegenüber anderen Nährstoffen in besonderen Maße auswaschungsgefährdet. Eine Überdüngung mit Stickstoff verursacht außerdem unerwünscht hohe Nitratgehalte im Gemüse. Eine sachgerechte Stickstoffdüngung ist daher ein Muss für jeden Hobbygärtner.

Um eine optimale Ausnutzung des Stickstoffvorrats zu gewährleisten, sollte darauf geachtet werden, die Kulturen nach folgendem Schema – auch Frucht- oder Trachtfolge genannt – anzubauen:

Starkzehrer (1. Tracht) -> Mittelstarkzehrer (2. Tracht) -> Schwachzehrer (3. Tracht)

Anschließend wird eine einjährige Gründüngung - zum Beispiel mit Phacelia - gesät, worauf dann wieder die Starkzehrer folgen. Die verschiedenen Kulturarten werden dann entsprechend der folgenden Tabelle mit organischen Düngern versorgt:

Tabelle: Stickstoffdüngung von Gemüsepflanzen

  Starkzehrer Mittelstarkzehrer  Schwachzehrer
Menge Düngung: 3,5 kg Kompost/m2 + 50-80 g/m2 Hornspäne oder -grieß oder 100-200 g/m2 Rizinus- oder Rapsschrot  Düngung: 2 kg Kompost/m2 + 35 g/m2 Hornspäne oder -grieß oder 80 g/m2 Rizinus- oder Rapsschrot  Düngung: keine, wenn Anbau nach Stark- oder Mittelstarkzehrern ansonsten 2 kg/m2 Kompost
Wenn es keinen Kompost gibt... Steht kein Kompost zur Verfügung, so sollte die Düngermenge um etwa ein Drittel erhöht werden. Steht kein Kompost zur Verfügung, so sollte die Düngermenge um etwa ein Drittel erhöht werden.  Steht kein Kompost zur Verfügung, so können bei humusarmen und wenig belebten Böden etwa 60 g/m2 Rizinus- oder Rapsschrot die Stickstoffversorgung sicherstellen.
Gemüsekulturen und ihre Nährtoffansprüche Rote Beete
Später Kopfkohl
Rosenkohl
Brokkoli
Tomaten
Kürbis
Blumenkohl
Rosenkohl 
Porree
Sellerie
Kartoffeln
Kohlrabi
früher Weißkohl
Chinakohl
Grünkohl
Spinat
Endivien
Gurken
Schnittlauch
Petersilie 
Radieschen
Rettich
Zwiebeln
Feldsalat
Kopfsalat
Blattsalat
Erbsen
Bohnen
Spargel
Möhren
Gartenkräuter

(nach LUFA Bonn; Quelle: Bodenpflege, Düngung, Kompostierung, aid-Heft 1375/2002, S.54)

Grundsätzlich ist zu beachten, dass Pflanzen der selben Familie in der Fruchtfolge nicht nacheinander angebaut werden dürfen. Ein Beispiel für eine Trachtfolge auf vier Beeten finden Sie weiter unten als pdf-Dokument zum Herunterladen.

 

Jörg Planer, Meckenheim |

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