Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Parcours für die Sinne

Barfußpfade und Sinnesparcours bieten ein besonderes (Natur)erlebnis. Kinder wie Erwachsene können hier ihre Wahrnehmung schärfen und Details entdecken, die im Alltag oft verborgen bleiben.

Kinderfüße barfuß
Fotolia.de / Foto design

Es pikst, es kitzelt und – huuuh, jetzt wird es auf einmal kalt, was war das denn... Wenn Erwachsene barfuß über eine Wiese laufen, haben sie bisweilen erstaunliche Ähnlichkeit mit einem Storch im Vollrausch: Vorsichtig setzen sie Fuß vor Fuß und schwanken dabei mal hierhin und mal dorthin, so ungewohnt ist der Bodenkontakt ohne schützendes Schuhwerk. Und doch auch so angenehm, wenn man sich erst mal wieder daran gewöhnt hat und bewusst die Frische des Klees unter den Fußsohlen und das Streicheln zarter Gräser an den Fesseln wahrnimmt.

Beliebt bei Groß und Klein

Der Natur nachzuspüren, seine Wahrnehmung zu schärfen und Details zu entdecken, die im Alltag oft verborgen bleiben, das ist Sinn und Zweck eines Sinnesparcours, der für Kinder und Eltern gleichermaßen spannend sein kann – insbesondere in Städten, wo sich der Nachwuchs der Natur bisweilen schon so weit entfremdet hat, dass bereits die Begegnung mit einer Ameise für helle Aufregung sorgt. Zeit, das zu ändern: Ob im eigenen Garten, im Kleingartenverein oder mit der Freiwilligen Feuerwehr, zu Kindergeburtstagen, Vereinsfesten oder einfach so – wo verschiedene Stationen zum Fühlen, Sehen, Hören, Schmecken und Riechen einladen, ist das Interesse an der Natur schnell (wieder) geweckt und die Begeisterung groß.

Ein Barfußpfad macht müde Füße munter

Zudem lassen sich die Stationen ohne großen Aufwand einrichten, sie können beliebig erweitert werden und sind mit geringen oder gar keinen Kosten verbunden. Zum Fühlen lädt beispielsweise ein Barfuß-Pfad ein, der zunächst über Gras führt, dann über Sand, Moos, Rindenmulch, Laub, Heu, Kieselsteine oder sogar über Fichtenzapfen – letztere sollten geschlossen sein, damit sie nicht zu sehr piksen, am besten am Vortag in Wasser legen. Einen Meter breit sollte der Pfad sein, um bequem gehen zu können und damit man bei jedem Belag ausreichend Gelegenheit hat, sich einzufühlen, sollte jeder Abschnitt etwa zwei bis drei Meter lang sein. Intensivier wird das Erlebnis, wenn die Barfußläufer mit verbundenen Augen über den Pfad geführt werden.

Den Sommer schmecken

Beim Ertasten, beispielsweise von Zapfen, Kastanien, Eicheln und verschiedenen Baumrinden, die auch in Schuhkartons mit Greiföffnung aufbewahrt werden können, sowie an den Stationen, bei denen es ums Riechen und Schmecken geht, sind verbundene Augen ebenfalls von Vorteil: Wer sich ganz auf einen Sinn, nimmt deutlich mehr wahr, etwa den würzigen Duft von Rosmarin und Thymian, das feine Aroma von Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus) und Apfel-Minze (Mentha x rotundifolia) oder die spritzige Frische von Zitronenmelisse (Melissa officinalis) und Pfefferminze (Mentha x piperita).

Auf Beobachtungsposten

Eine Station weiter können kleine und große Detektive mit einer Lupe beobachten, wie viel Leben auf einem simplen Stück Wiese herrscht und welch akrobatische Höchstleistungen Ameisen und andere kleine Krabbler erbringen. Und zu guter Letzt können sich Eltern davon überzeugen, dass das Gehör ihrer Sprösslinge wider Erwarten ausgezeichnet funktioniert (vergebliche Aufforderungen zum Zimmeraufräumen lassen ja bisweilen anderes vermuten): An aufgehängten Scheiten verschiedener Holzarten wie Buche, Eiche, Ulme und Pappel können sie mit einem Klöppel den unterschiedlichen Klang erproben, beim Klangmemory Dosen mit unterschiedlicher Befüllung zu Zweierpärchen ordnen, oder aber auf Band aufgenommene Tierstimmen erraten, etwa von Hahn, Hund, und Katze, Esel, Frosch und Kuckuck.

Autorin: Mascha Schacht

Mascha Schacht |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
In den Garten - fertig - los! Kinder- und Jugendarbeit im Verein

Medienshop-Tipp

Unterrichtsmaterial In den Garten - fertig - los! Kinder- und Jugendarbeit im Verein

Gärten bieten viel Raum für Naturerlebnisse und Abenteuer. Grund genug, um jungen Menschen Lust aufs Gärtnern zu machen! Das Handbuch stellt Ideen und Möglichkeiten für die Kinder- und Jugendarbeit in und mit Gartenbauvereinen vor. mehr...