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Pflanzenjauche: Natürlicher Dünger aus dem Garten

Pflanzenjauchen sind eine ideale Ergänzung zum Kompost, denn sie enthalten schnell verfügbare Nährstoffe – damit können akute Nährstoffmängel rasch behoben werden.

Brennesseljauche im Eimer
Patryssia / Fotolia.com

Das Rezept ist kinderleicht: Man nimmt 1 kg Brennnesseln, mischt diese mit 10 l Wasser, gibt etwas Gesteinsmehl hinzu und lässt diese Mischung etwa zwei Wochen gären – fertig ist die Pflanzenjauche. Mit Wasser verdünnt können sie als Flüssigdünger im Garten verwendet werden. Neben der raschen Nährstoffversorgung wird den vergorenen Pflanzensäften eine pflanzenstärkende sowie krankheits- und schädlingsabwehrende Funktion zugesprochen.

Kostenloser Dünger mit schneller Wirkung

Neben den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kali verfügen Pflanzenjauchen über einen hohen Mineralstoffgehalt. Zu den Klassikern zählen Brennnessel- oder Beinwelljauche, denn sie verfügen über einen hohen Stickstoffgehalt und sind – zumindest was die Brennnessel angeht – meist überall zu finden. Der Vorteil der Pflanzenjauchen gegenüber anderen organischen Düngern wie Kompost oder Hornspänen liegt in ihrer schnellen Wirkung.

Durch die Flüssigdüngung sind die Nährstoffe für die Pflanze schnell verfügbar. Bei akutem Nährstoffmangel können Pflanzenjauchen – stark verdünnt – auch als Blattdünger verabreicht werden und sind damit noch schneller pflanzenverfügbar. 

Die Pflanzenjauche ansetzen

Die Herstellung und Anwendung von Pflanzenjauchen ist ganz einfach. Sie benötigen dazu lediglich ein verschließbares Fass aus Kunststoff, Holz oder Steingut. Da für das „Verjauchen“ Sauerstoff benötigt wird, sollte der Deckel luftdurchlässig sein, aber dennoch Insekten und andere Tiere fernhalten. Daher bespannt man das Fass am besten mit einem stabilen Netz aus Kunststoff oder Draht.

Für die Jaucheherstellung kann man getrocknete sowie frische Pflanzen verwenden. Wichtig ist nur, dass diese im richtigen Verhältnis mit Wasser gemischt werden. Grundsätzlich gilt: 1 kg frisches oder 100-200 g getrocknetes Kraut auf 10 l Wasser. Um den beißenden Geruch zu mildern, können Sie etwas Gesteinsmehl hinzugeben.

Am häufigsten werden Brennnessel und Beinwell „verjaucht“. Neben diesen können aber auch andere stickstoffreiche Pflanzen wie zum Beispiel Löwenzahn oder Kohl genutzt werden. Verwendet wird nur das Kraut – das heißt Blätter und Stängel –, welches noch etwas zerkleinert werden muss, bevor Sie es in das Fass zum Wasser geben. Täglich sollte einmal kräftig gerührt werden. Bei warmer Witterung ist der Verjauchungsprozess nach etwa 10-14 Tagen abgeschlossen. Dies erkennen Sie daran, dass die Jauche nicht mehr schäumt.

Einfach mit der Gießkanne ausbringen

Je nach Nährstoffbedarf der Pflanzen wird die Pflanzenjauche im Verhältnis 1:10 oder 1:20 mit Wasser verdünnt und zum Beispiel mit der Gießkanne um die Pflanzen herum an die Wurzeln gegossen. Bei akutem Nährstoffmangel kann die Jauche in einem Verhältnis von 1:50 auch direkt über die Blätter der Pflanzen versprüht werden. Die Pflanzen nehmen die Nährstoffe dann über die Spaltöffnungen der Blätter auf. Um ein Verstopfen der feinen Düsen der Spritzflaschen zu verhindern, sollte die verdünnte Jauche vorher durch ein Tuch oder Kaffeefilter gefiltert werden.

Bringen Sie die Jauche möglichst bei bedecktem Himmel früh morgens oder abends aus. Hinsichtlich der Ausbringmenge und -intervalle gibt es keine allgemeingültigen Angaben. Die Menge hängt stark vom Nährstoffbedarf der Pflanzen sowie dem Bodenvorrat an Nährstoffen ab.

Mehr als nur Dünger?

Es gibt immer wieder Gärtner, die auf die insekten- und krankheitsvorbeugende Wirkung von Pflanzenauszügen wie Jauchen, Brühen oder Tees schwören und auch in der Literatur findet man viele Empfehlungen und Rezepturen. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben in dieser Hinsicht zwar bisher sehr widersprüchliche Ergebnisse, doch generell gilt der Grundsatz „Wer heilt hat recht“. Wer also bisher in seinem Garten positive Erfahrungen mit Pflanzenauszügen gemacht hat, sollte auf jeden Fall damit weiter machen und seine Erfahrungen an andere Gärtner weitergeben.

 

Jörg Planer, Meckenheim |

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