Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Pflanzenstärkungsmittel für den Garten

Pflanzenstärkungsmittel sollen unterstützend auf die pflanzeneigenen Abwehrkräfte wirken. Der Markt für diese Produkte ist in den letzten Jahren stark gewachsen.

Geerntetes Gemüse im Korb im Garten
iStock.com / sanddebeautheil

Auch wenn sie derzeit sehr im Trend liegen: Wirklich neu ist die Sache mit den Pflanzenstärkungsmitteln nicht. Bereits unsere Großeltern stellten aus allerlei Pflanzen wie Schachtelhalm, Brennnessel oder Baldrian Tees, Brühen oder Jauchen her und verabreichten diese zur Stärkung ihren Gartenpflanzen. Neu ist lediglich, dass man sich die Mittel heute fix und fertig in allen möglichen Formulierungen im Handel kaufen kann. Außerdem kommen zu den altbekannten Pflanzenextrakten heute noch allerlei andere Wirkstoffquellen, wie Algen, Homöopathika oder Mikroorganismen hinzu.

Was sind Pflanzenstärkungsmittel?

Per Definition handelt es sich bei Pflanzenstärkungsmitteln um verschiedenste Stoffe, die dazu bestimmt sind, die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen zu erhöhen.

Sie schützen die Pflanze einerseits gegen Schadorganismen wie Pilze oder Insekten, aber auch gegen sogenannte nichtparasitäre Beeinträchtigungen wie Frost oder UV-Strahlung. Wichtig für die Einordnung von Stoffen in die Gruppe der Pflanzenstärkungsmittel ist, dass keine direkte Schutzwirkung gegen Pflanzenkrankheiten oder -schädlinge gegeben ist. Denn sonst würde es sich um Pflanzenschutzmittel handeln und die unterliegen aufwändigen Prüfungen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Auswirkung auf Mensch, Tier und Umwelt.

Was ist drin und wie wirken die Mittel?

Der größte Teil der im Handel erhältlichen Mittel basiert auf Stoffen organischen Ursprungs wie beispielsweise pflanzliche und tierische Extrakte oder ätherische Öle (siehe Tabelle unten). In weit geringerem Umfang werden anorganische Mittel (z. B. Gesteinsmehle), Homöopathika oder Mikroorganismen (Pilze, Bakterien) angeboten.

Einteilung der Pflanzenstärkungsmittel

Organische Mittel

Pflanzenextrakte und -aufbereitungen, Pflanzenöle, tierische Produkte, Algenextrakte, Huminsäuren, Wachse

Anorganische Mittel 

Gesteinsmehle, anorganische Salze (z. B. Silikate)

Homöopathika 

meist Komplexmittel aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Ausgangsstoffen in potenzierter Form

Mikroorganismen

Mittel auf Basis von Pilzen (Trichoderma spp., Pythium oligandrum) und Bakterien (Bacillus spp., Pseudomonas spp.) 

 

Die verschiedenen Mittel wirken in sehr unterschiedlicher Weise. Einige Stoffe aktivieren die pflanzeneigenen Abwehrstoffe und helfen der Pflanze damit, Schadorganismen zu trotzen. Andere Mittel hingegen bewirken eine Einlagerung von Substanzen in die Zellwände, was Pilzen und Insekten das Eindringen in die Pflanze erschwert. Weitere Wirkmechanismen führen über die Förderung von Bodenleben, Bewurzelung oder Blütenbildung. Auch die Aktivierung vorhandener Nähr- und Inhaltsstoffe trägt dazu bei, die Pflanze widerstandsfähiger gegen schädigende Einflüsse zu machen.

Wie werden Pflanzenstärkungsmittel angewendet?

Um eine erkennbare Wirkung zu erzielen, ist es wichtig, dass Pflanzenstärkungsmittel vorbeugend und wiederholt angewendet werden.

Dabei ist auf eine optimale Kulturführung, mit entsprechender Düngung und Pflege zu achten. Eine Anwendung kann besonders dort sinnvoll sein, wo ungünstige Faktoren für die Pflanze durch die Kulturführung nicht mehr ausgeglichen werden können. 

Echter Nutzen oder nur Hokuspokus?

Über Sinn und Nutzen von Pflanzenstärkungsmitteln wird oft diskutiert. Eine wissenschaftlich exakte Überprüfung der Mittel auf ihre Wirksamkeit gegen Krankheitserreger und Schädlinge ist leider sehr schwierig, da die Inhaltsstoffe der verwendeten Pflanzen sich in Menge und Zusammensetzung ständig verändern. Es gibt jedoch mittlerweile zahlreiche Gärtner – darunter auch Profis –, die gute Erfahrungen mit Pflanzenstärkungsmitteln gemacht haben und sich ein Gärtnern ohne diese gar nicht mehr vorstellen können. Außerdem gibt es dokumentierte Versuchs- und Praxiserfahrungen mit verschiedenen Mitteln (siehe Linkliste unten), die etwas Licht in den Dschungel bringen. Wer letztlich wissen möchte, was hilft und was nicht, kommt jedoch um ein Ausprobieren im eigenen Garten nicht herum.

Jörg Planer, Meckenheim |

als hilfreich bewerten 0 Versenden VG Wort
Brennesseljauche im Eimer
Patryssia / Fotolia.com
Garten pflegen

Pflanzenjauche: Natürlicher Dünger aus dem Garten

Kostenlos und schnell wirksam

Pflanzenjauchen sind eine ideale Ergänzung zum Kompost, denn sie enthalten schnell verfügbare Nährstoffe – damit können akute Nährstoffmängel rasch behoben werden.

mehr...