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Photovoltaik auf dem Stalldach zahlt sich aus

Die Stromerzeugung mit Hilfe der Photovoltaik wird immer günstiger. Aufgrund der geringen EEG-Vergütung sollten Landwirte den auf dem Dach produzierten Strom aber besser selbst nutzen.  

Hallendach mit Photovoltaikanlagen
countrypixel / Fotolia.com

Die Stromerzeugung mit Hilfe der Photovoltaik (PV) hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt und ist dabei immer günstiger geworden: So sind die Kosten für Strom aus PV-Anlagen in den vergangenen 15 Jahren stärker gesunken als für jede andere Technologie. Kleine Dachanlagen konnten im Jahr 2013 den Strom schon für 16 Cent/kWh produzieren. Im April 2013 erhielten Solarstromproduzenten eine EEG-Vergütung zwischen 11 und 16 Cent/kWh. Damit liegt die Vergütung bereits deutlich unterhalb des Haushaltsstrompreises. Für Landwirte wird es deshalb günstiger, den mit einer PV-Anlage auf dem Dach produzierten Solarstrom selbst zu nutzen als aus dem Netz zu beziehen.

Staatliche Förderung stark gekürzt

Im Jahr 2013 deckte die PV fünf Prozent des deutschen Stromverbrauchs ab. An sonnigen Werktagen können es bereits bis zu 35, an Sonn- und Feiertagen sogar 50 Prozent sein. Ende 2013 waren in Deutschland PV-Module mit einer Leistung von 35,7 Gigawatt installiert, verteilt auf 1,4 Mio. Anlagen. Ein großer Teil davon – mehr als 20 Prozent – befindet sich im Besitz von Landwirten. Sie nutzen die Dächer ihrer Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude, um darauf mit Hilfe der Sonne Strom zu erzeugen. Aber auch etliche Freiflächen im landwirtschaftlichen Besitz wurden mit PV-Modulen bestückt. Ihre Förderung durch das EEG wurde aber bereits in den vergangenen Jahren stark gekürzt. Ab 2015 wird sie nun vollständig auf Ausschreibungen umgestellt. Das bedeutet: Nur wer im Zuge einer Ausschreibung einen Zuschlag bekommen hat, erhält noch eine Förderung nach dem EEG.

Ausbaukorridor soll Zuschusshöhe regeln

Mit dem neuen EEG wurde zudem ein sogenannter Ausbaukorridor eingeführt: Jedes Jahr sollen PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung zwischen 2.400 und 2.600 Megawatt neu installiert werden. Werden mehr Anlagen installiert als vorgesehen, sinkt die Vergütung für weitere Anlagen um bis zu 2,8 Prozent. Wird dagegen der Mindestwert des Zubaus unterschritten, steigt die Vergütung zum Anfang eines Quartals um 1,5 Prozent. Die Höhe der Förderung sinkt für Anlagen, die ab September 2014 in Betrieb gehen, für jeden Monat, um den sie später in Betrieb gehen, um 0,5 Prozent, wenn sich der Zubau im Rahmen des Korridors bewegt. Diese monatliche Degression wird angepasst, sobald der Ausbaukorridor über- oder unterschritten wird.

Ab 10 Kilowatt gilt: EEG-Umlage trotz Eigenverbrauch

Wer den mit seiner PV-Anlage erzeugten Strom selbst verbraucht, muss erstmals auch einen Teil der EEG-Umlage bezahlen, sofern die Leistung der Anlage zehn Kilowatt übersteigt. Bis Ende 2015 werden 30 Prozent der EEG-Umlage fällig, ab 2016 steigt der Wert auf 35 Prozent und ab 2017 auf 40 Prozent. Das gilt aber nur für Neuanlagen, die nach dem 1. August 2014 in Betrieb gegangen sind. Für Bestandsanlagen ändert sich erst einmal nichts, selbst wenn die Anlage modernisiert und erweitert wird – sofern sich die Leistung nicht um mehr als 30 Prozent erhöht.

Ab 2016: Pflicht zur Direktvermarktung ab 100 kW

Außerdem muss seit dem Inkrafttreten des EEG auch der Strom aus PV-Anlagen direkt vermarktet werden, sofern die Anlage größer als 500 kW ist. Ab 2016 sinkt dieser Wert auf 100 kW – eine Leistung, die viele Landwirte mit ihren Anlagen erreichen. Nach 2020 wird die durchschnittliche Vergütung für den Bestand an PV-Anlagen schnell sinken. Denn die Zahlungen für die ältesten Anlagen, die noch die hohen Vergütungen beanspruchen konnten, werden nach und nach auslaufen. Die Anlagen werden zwar weiter Strom produzieren, aber nicht mehr nach dem EEG gefördert werden.

Autor: Thomas Gaul, Gehrden |

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