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Pilze selber anbauen

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Wer denkt, die (in diesem Jahr ziemlich enttäuschende) Pilzsaison sei nach dem Herbst vorbei, der irrt! Gerade im Winter, wenn es gärtnerisch ohnehin nicht viel zu tun gibt ∩

Wer denkt, die (in diesem Jahr ziemlich enttäuschende) Pilzsaison sei nach dem Herbst vorbei, der irrt! Gerade im Winter, wenn es gärtnerisch ohnehin nicht viel zu tun gibt, hat man genügend Zeit, sich einer Kultur zu widmen, die meiner Meinung nach noch viel zu wenige Gärtner auf dem Schirm haben: den Pilzen. Eigentlich überraschend, denn gerade für die immer größer werdende Gruppe der Stadtgärtner und Garteneinsteiger ist der Pilzanbau super geeignet:

  • Sie brauchen wenig Platz und finden den sogar im Keller oder auf dem Balkon.
  • Es gibt fertig zu kaufende Pilzzucht-Sets, auch in Bio-Qualität, die alles enthalten, was man für die Anzucht benötigt.
  • Es stehen verschiedene Pilzarten zur Wahl.
  • Die Kulturzeit ist bei den Einsteiger-Sets relativ kurz, das Erfolgserlebnis nahezu sicher.
  • Da gängige Arten zwischen 10 und 20 Grad Celsius prima gedeihen, findet sich beinahe rund ums Jahr ein geeignetes Plätzchen zum Aufstellen.
  • Man kann die Kultur prinzipiell immer weiterführen, wenn man für frisches Substrat sorgt.
Champignons auf Kultursubstrat
Vladimir Gerasimov / Fotolia.com

Netter Zusatzanreiz: Im Gegensatz zu Kohlrabis im Balkonkasten kann sich die Angelegenheit sogar rechnen. Die 200g-Schale brauner Champignons im Supermarkt kostet rund 2 Euro, ein Kilogramm also 10 Euro. Ein Stein-Champignon-Anzuchtset umfasst üblicherweise 5 oder 10 kg Substrat, kostet um die 12 oder 16 Euro und liefert etwa 400 g Pilze je Kilogramm Substrat.
Der Kilopreis liegt hier also bei den kleineren Sets bei sechs Euro und bei den größeren bei vier Euro.

Ich habe die Erntemengen bei meinen ersten Pilzsets nie überprüft und würde gefühlsmäßig sagen, dass meine Ausbeute eher etwas geringer ausfiel. Aber das man die Kosten insgesamt eher wieder einspielt als bei vielen anderen Nutzpflanzen im Hobbygarten und insbesondere im Topfgarten, da bin ich mir ziemlich sicher. Zumal Anzuchtsets ja letztlich Convenienceprodukte und damit vergleichsweise teuer sind, man bekommt alle Zutaten natürlich auch einzeln.

Wer sich ein Pilzzucht-Set bestellt, erhält meist einen verschweißten Kunststoffbeutel mit bereits von der Pilzbrut durchwachsenem Substrat. Dieser Beutel wird aufgeschnitten und der Inhalt bisweilen noch mit etwas ebenfalls in der Lieferung enthaltener Erde abgedeckt. Bei einigen Pilzarten werden Substrat und Pilzbrut auch getrennt geliefert und müssen noch vermischt werden. Das ist aber alles kein Hexenwerk, genau wie die sich anschließende Pflege. Die beschränkt sich nämlich darauf, das Substrat in den kommenden Wochen stets leicht feucht zu halten (bitte nicht quietschnass, es sind Pilze, keine Sumpfdotterblumen). Dann beginnt die Wartezeit inklusive weihnachtsähnlicher Vorfreude und schon nach wenigen Wochen zeigen sich die ersten kleinen Pilzköpfe.

Nach dem ersten eindrucksvollen Pilzschub folgt eine kurze Ruhephase, während der das Substrat weiter feucht gehalten wird, und dann folgt die zweite Erntewelle. Das Spiel wiederholt sich noch ein oder zwei Mal, dann ist das Substrat ausgelaugt und müsste durch Neues ersetzt werden. Wie das aussehen kann, will ich demnächst ausprobieren, denn angeblich gedeihen die Pilzchen anschließend prima auf Kaffeesatz weiter – das könnte sich lohnen ...

Ach ja, noch ein Tipp: Erntet die Pilze nicht zu früh, wenn sich der Pilzhutes allmählich hochwölbt und flacher wird dann ist das Aroma wesentlich intensiver. Natürlich sollte man auch nicht zu lange warten, da sich ansonsten schon die ersten zersetzenden Pilzarten auf den eigentlichen Kulturpilzen ansiedeln können. Aber versucht es einfach mal, den richtigen Zeitpunkt abzupassen ist nicht schwer, und man kann sich ja nach und nach herantasten.

 

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