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Pilzzucht aus dem Karton

Speisepilze züchten ist keine Wissenschaft. Mit einer Pilzfertigkultur kann man das ganze Jahr über im Haus oder auf dem Balkon frische Speisepilze kultivieren.

Pilzfertigkultur Champignons im Karton
pilzbrut.de

Im Handumdrehen lassen sich auf diese Weise innerhalb von drei bis vier Wochen schmackhafte Speisepilze heranziehen.

Speisepilze sind gesund, kalorienarm und lecker. Sind sie dann auch noch aus dem eigenen Anbau, schmecken sie noch mal so gut. Mit der geeigneten Fertigkultur ist der Pilzanbau daheim nicht nur ein "Kinderspiel", sondern auch für den Nachwuchs ein äußerst spannendes Projekt. Denn so ein Champignon kann innerhalb von 24 Stunden sein Gewicht verdoppeln.

Was müssen Sie bei der Pilzfertigkultur beachten?

Bei den Fertigkulturen ist in der Regel nicht viel zu beachten. Die gelieferten Substrate werden bereits beim Gärtner mit der Pilzbrut "beimpft" – das heißt mit dem Pilzgeflecht versehen – und soweit vorgezogen, dass sie, beim Kunden angekommen, recht schnell mit der Fruchtkörperbildung beginnen. Allen Pilzen ist gemein, dass sie eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen. Daher ist es wichtig, das Substrat immer gut feucht zu halten.

Jede Pilzart hat ihr bestimmtes Temperaturspektrum, bei dem sie sich besonders wohl fühlt. Temperaturen von mehr als 20 °C hat aber (fast) kein Pilz gerne. Daher sollten Sie sich im Haus oder Keller einen eher kühleren Raum für die Pilzzucht suchen. Halten Sie sich möglichst genau an die empfohlenen Temperaturangaben, andernfalls fruchten die Pilze nicht oder nur sehr schlecht.

In Bezug auf Licht reagieren die verschiedenen Arten sehr unterschiedlich: Champignons haben ein sehr neutrales Verhältnis zu Sonnenlicht: Sie wachsen sowohl mit als auch ohne. Austernpilze und Shiitake reagieren dagegen auf Dunkelheit mit Fruchtkörperdeformationen. Achten Sie daher beim Kauf immer genau auf die mitgelieferte Kulturanleitung.

Champignons – die Einfachen aus der Kiste

Am einfachsten ist die Fertigkultur von Champignons zu handhaben. Diese wird meist fix und fertig in Styropor- oder Pappkartons angeboten. Die Kiste enthält das bereits mit dem Pilzgeflecht durchzogene Substrat, das Sie nur noch mit der mitgelieferten Deckerde bedecken und reichlich wässern müssen.

Nach etwa 20 bis 30 Tagen können Sie dann die ersten Fruchtkörper ernten. Bei guten Substrat- und Klimabedingungen ist es möglich, in Abständen von ein bis zwei Wochen Ernten durchzuführen – insgesamt etwa vier bis sechs Mal. Dann ist das Substrat ausgezehrt und "nur noch" als organischer Dünger für den Garten zu gebrauchen. Im Handel werden weiße und braune Champignons für die Fertigkultur angeboten.

Auch Shiitake, Austernpilze und einige andere, weniger bekannte Arten wie Kräuterseitling oder Pioppino (Südlicher Schüppling), lassen sich als Fertigkultur auf einfache Weise ganzjährig im Haus kultivieren. Beziehen können Sie die Fertigkulturen in größeren Gartencentern oder über Internetversandhändler.

Die Kultursets werden in verschiedenen Größen mit einem Gewicht zwischen drei und acht Kilogramm angeboten. Als Erntemenge kann man in der Regel mit etwa 25 bis 35 Prozent des Substratgewichts rechnen. Das heißt bei einer Champignon-Fertigkultur mit neun Kilogramm Substratgewicht ergibt sich insgesamt eine Erntemenge von rund drei Kilogramm.

Jörg Planer, Meckenheim |

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Pilze in einem Korb auf einem Holztisch
nataliiaGL / Fotolia.com
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