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Policencheck hilft Missstände aufdecken

Manche Risiken sind doppelt versichert, andere - existenzbedrohende - dagegen gar nicht. Mit einem regelmäßigen Check der Sach- und Haftpflichtversicherungen können Missstände behoben werden.

Kuh vor dem Stall
Christian Schwier / Fotolia.com

Die jährlichen Ausgaben für betriebliche Versicherung sind für jeden Unternehmer in Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau ein Kostenblock, der auffällt und stetig größer wird. Somit ist es sinnvoll, die einzelnen Positionen regelmäßig unter die Lupe zu nehmen. Oftmals besteht Doppelversicherung, während andere existenzbedrohende Risiken gar nicht versichert sind.

Keinesfalls auf Haftpflichtschutz verzichten

In einer guten Haftpflichtpolice lässt sich auf Anhieb erkennen, welche Risiken auf dem Betrieb vorhanden sind: Wie viel Fläche wird bewirtschaftet? Werden Rinder oder Pferde auf der Weide gehalten? Werden Reitpferde an Dritte verliehen? Werden Pferde oder andere Tiere in Pension genommen? Gibt es selbstfahrende Arbeitsmaschinen? Wird Direktvermarktung oder Urlaub auf dem Bauernhof betrieben? Betriebsleiter tun sich keinen Gefallen, wenn sie gefahrerhöhende Risiken verschweigen. Die Devise sollte lauten: Alles angeben und dann über den Preis unternehmerisch verhandeln!

Ferner sollte umfassender Versicherungsschutz im Bereich der Umwelthaftung sowie Umweltschadenshaftung bestehen. Landwirte haften unter bestimmten Voraussetzungen verschuldensunabhängig, beispielsweise im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln.

Die Familie, inklusive Altenteiler und Hofnachfolger, benötigt keine zusätzliche Privathaftpflichtversicherung, denn diese ist beitragsfrei in der Betriebshaftpflichtversicherung enthalten. Ebenso können unverheiratete Lebenspartner/-innen ohne Zusatzbeitrag mitversichert werden. Zur Sicherheit sollte der Name in der Police aufgeführt werden.

Augen auf bei der Feuerversicherung

Gebäude und Inventar sollten ausreichend gegen Feuerrisiken versichert sein. Erstrebenswert ist es, die technischen Einrichtungen möglichst beim Gebäude zu versichern, denn dann erfolgt im Rahmen der gleitenden Neuwertversicherung eine automatische Anpassung an Preissteigerungen. Außerdem ist der Beitragssatz in der Regel deutlich niedriger als in der Inventarversicherung.

Unternehmer sollten ferner darauf achten, dass die Aufräumkosten ausreichend hoch versichert sind. Dies ist besonders bei asbesthaltiger Dacheindeckung dringend anzuraten. Viele Versicherer bieten hier mittlerweile Deckung bis zur Höhe der Versicherungssumme.

Ideal ist die Vereinbarung eines Unterversicherungsverzichtes. Dann sind Teilschäden bis zur Höhe der Versicherungssumme immer abgedeckt, das heißt, die Entschädigung wird nicht anteilig gekürzt.

Weitere Informationen rund um die Versicherungen finden Sie im aid-Heft „Versicherungen in der Landwirtschaft“. Sie helfen Ihnen, Ihr maßgeschneidertes Versicherungspaket kostengünstig und bedarfsgerecht einzukaufen.

Autorin: Anne Dirksen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen |

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