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Portulak

Portulak ist eine uralte Kulturpflanze, deren Herkunft nicht mehr ganz genau nachvollziehbar ist. Heute findet man ihn fast überall auf der Welt - als Kulturpflanze oder wild wachsend.

Portulak, grüner Salat
TwilightArtPictures / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

In Indien wurde Portulak schon vor Jahrtausenden als Gemüse und Heilpflanze genutzt. Nach Mitteleuropa gelangte er vermutlich schon durch die Römer, galt aber lange Zeit als unbedeutend. Erste nennenswerte Erwähnungen über die Nutzung von Portulak als Gemüsepflanze finden sich ab dem 16. Jahrhundert. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts muss der Portulak in Deutschland jedoch schon wieder in Vergessenheit geraten sein, denn als er in den 1980iger Jahren in Feinschmeckerrestaurants als teurer Exot wieder auftaucht, kennt ihn beinahe keiner mehr.

In anderen Teilen dieser Welt sieht das jedoch ganz anders aus. So hat der Portulak in verschiedensten Regionen wie zum Beispiel im südlichen Afrika, im Nahen Osten oder in Zentralamerika eine lange Tradition als Gemüse und Heilpflanze, die bis heute erhalten blieb. In vielen Ländern dieser Regionen ist Portulak ein fester Bestandteil nationaler Gerichte. Seine Beliebtheit vor allem in wärmeren Regionen dieser Welt ist sehr wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass die Pflanze als kühlend und durstlöschend gilt.

Portulak vermehrt sich sehr leicht über Samen und ist somit als hartnäckiges Unkraut vielen Gärtner und Landwirten ein Dorn im Auge.

Sommer- und Winter-Portulak

Bei Portulak handelt es sich um eine einjährige Pflanze mit dickfleischigen, essbaren Blättern und Stängeln. Kulturformen haben einen aufrechten verzweigenden Wuchs und werden bis zu 40 cm hoch. Die Blätter sind je nach Sorte grün oder goldgelb, die Stängel nehmen bei intensiver Sonneneinstrahlung manchmal eine leicht rötliche Färbung an. Zwischen Juni und August entstehen kleine unscheinbare gelbe Blüten, an denen sich kleine schwarze Samen bilden, die ebenfalls essbar sind.

Der Portulak Portulaca oleracea ist nicht zu verwechseln mit dem Winterportulak Claytonia perfoliata – auch Postelein oder Kubaspinat genannt –, bei dem es sich um ein ausgesprochen kältetolerantes Wintergemüse handelt. In Abgrenzung zum Winterportulak wird der sehr wärmeliebende Portulak daher häufig auch als „Sommer-Portulak“ bezeichnet.

Kulturtipps

Portulak bevorzugt warme und sonnige Standorte. Feuchtkühle Witterung verträgt er nur ganz schlecht, denn dann wird er sehr leicht von Schnecken und Pilzkrankheiten befallen. An den Boden stellt Portulak keine so hohen Ansprüche - einigermaßen feucht sollte er jedoch sein.

Ausgesät wird die wärmeliebende Pflanze frühestens ab Mitte Mai in Reihen mit einem Abstand von 20-30 cm. In der Reihe müssen die Pflanzen auf mindestens 15 cm vereinzelt werden. Die Samen werden dabei nur leicht angedrückt und nicht mit Erde bedeckt.

Portulak gilt als ausgesprochen pflegeleicht. Nur bei lange anhaltender Trockenheit muss das feuchteliebende Gewächs gewässert werden. Das gelegentliche Entfernen von Blütenknospen verhindert, dass die Pflanze zu früh in Blüte geht und gewährleistet höhere Ernteerträge.

Ernte und Lagerung

Bereits 3-4 Wochen nach der Aussaat kann Portulak geerntet werden. Da die Pflanze immer wieder nachwächst, sind 2-3 Schnitte möglich. Beim Ernten schneidet man das gesamte Kraut (Blätter und Stängel) mit einer Schere oder einem Messer oberhalb der untersten zwei Blätter ab. Es empfiehlt sich, die Pflanzen nicht zu groß werden zu lassen, da die Blätter mit der Zeit bitter werden. Das Kraut sollte möglichst schnell verbraucht werden, da es sich selbst im Kühlschrank nur 3-5 Tage lagern lässt.

Die jungen Blätter und Stängel des Portulak schmecken angenehm säuerlich, salzig und nussartig, ältere Blätter werden dagegen bitter. Die Blütenknospen sind auch essbar und können ähnlich wie Kapern genutzt werden. Traditionell wird Portulak als Salat zubereitet oder in Suppen verwendet. Man kann ihn aber auch wie Spinat kurz blanchieren und als Beilage zu verschiedenen Gerichte reichen. Eine geeignete Form der Haltbarmachung ist das Einlegen in Essig oder Salz.

 

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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