Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Postelein

Postelein erbringt vor allem in den Wintermonaten erstaunlich hohe Erträge. Er hat außerordentlich geringe Ansprüche an Boden und Klima und eignet sich daher bestens für den Hausgarten.

Postelein
iStock.com / Mantonature

Geschichte und Besonderheiten

Postelein hat viele Namen, so wird er unter anderem auch Kubaspinat genannt. Diese Bezeichnung lässt spontan karibisch-warme Assoziationen aufkommen, bringt einen aber auf die völlig falsche Fährte. Denn Postelein ist ein außerordentliches Wintergemüse - seinen Ursprung hat er in den nordamerikanischen Küstengebieten. Nach der Entdeckung Amerikas trat dieses auch als Winterportulak bekannte Salatgemüse eine lange Reise über die Karibik und Australien nach Europa an. In Deutschland hat es sich sehr rasch verbreiten können, denn dieses sehr vitaminreiche Gemüse neigt durch Selbstaussaat zur starken Verbreitung. Vielleicht haben Sie es bereits im Garten und nur noch nicht als solches erkannt?  

Postelein gehört zur Familie der Portulakgewächse und wird als einjähriges Blattgemüse genutzt. Es ist eine Rosetten bildende Pflanze mit lang gestielten, fleischigen Blättern. Die ersten Blätter, die an der Pflanze erscheinen, sind löffelförmig und spitz, die Folgeblätter tellerförmig - daher auch der Name Tellerkraut. Ab etwa Mitte März erscheinen in der Blattmitte kleine weiße Blüten. Wenn Sie nicht möchten, dass sich das Gemüse verstärkt im Garten ausbreitet, sollten Sie zu diesem Zeitpunkt spätestens ernten.

Kulturtipps

Über Winter wird Postelein überwiegend in Frühbeetkästen oder in kalten Gewächshäusern kultiviert, er wächst aber ebenso gut im Freiland. Das Gemüse übersteht Frost bis -20 °C. Bei Temperaturen am Gefrierpunkt und darunter stellt die Pflanze das Wachstum solange ein, bis die Quecksilbersäule wieder auf 5-8 °C ansteigt.  

Ausgesät wird ab Ende August/Anfang September, wenn die Bodentemperaturen auf etwa 12 °C sinken, denn dies ist die ideale Keimtemperatur für Postelein. Bei einer frühen Saat kann noch im Herbst geerntet werden, andernfalls erst wieder im Frühjahr ab März. In der kalten Zeit von Dezember bis Februar empfiehlt es sich, die Pflanzen im Frühbeetkasten oder im ungeheizten Gewächshaus zu säen.

Aufgrund des sehr feinen Samens ist für die Aussaat ein recht feinkrümeliger Boden notwendig. Die Samen werden in Reihen mit einem Abstand von 10-15 cm etwa 0,5-1 cm tief in den Boden gelegt. Auch die Kultur im Blumenkasten oder -topf ist problemlos möglich. Direkte Sonne, vor allem während der Keimphase ist ungünstig, da sie die Saat austrocknet. Daher ist ein halbschattiger bis schattiger Standort vorzuziehen. Eine Düngung ist nicht nötig, sie würde in der lichtarmen Jahreszeit nur den Nitratgehalt der Pflanze erhöhen.

Ernte und Lagerung

Die Ernte der Blätter beginnt nach etwa 6-8 Wochen. Dann haben die Stiele eine Länge von etwa 8-10 cm. Mit einem Messer oder einer Schere schneidet man die Blätter mit Stiel etwa 2-3 cm über dem Boden ab. Wenn nicht zu tief geschnitten wird, treibt die Pflanze wieder nach und man kann erneut ernten - bis zu drei Schnitte von einer Aussaat. Die Ernte ist auch dann möglich, wenn im März die ebenfalls genießbaren Blüten erscheinen. Die Pflanzen sind dann jedoch nicht mehr ganz so knackig frisch. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich die geschnittenen Blätter nur etwa zwei Tage.

Verwendung in der Küche

An Postelein sind alle oberirdischen Pflanzenteile genießbar: Blätter und Stiele. Im Handel wird Postelein manchmal als komplette Rosette angeboten. In diesem Fall müssen vor dem Verzehr die Blattstiele von den Rosetten abgetrennt werden. Die Stiele können Sie durchschneiden oder kürzen, damit der Salat leichter zu  essen ist.

Die dickfleischigen und saftigen Blätter erinnern geschmacklich etwas an Spinat. Aufgrund seines hohen Gehalts an Vitamin C und seiner bemerkenswerten Gehalte an Calcium, Magnesium und Eisen gilt Postelein als außerordentlich gesundes Gemüse. Wer Bedenken hat, in der lichtarmen Jahreszeit zu viel Nitrat aufzunehmen, kann dies durch Abschneiden der Stiele reduzieren.

Gegessen wird Postelein als Solo-Salat, zum Beispiel mit Croutons garniert, oder gemischt mit anderen Salaten, wie Radicchio oder Endivie. Auch als frisches Grün auf dem Brot oder im Kräuterquark ist er hervorragend geeignet.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

als hilfreich bewerten 0 Versenden VG Wort
Garten organisieren

Wintergemüse selbst anbauen

Vitaminreich durch den Winter

Wirsing Wintergemüse
rolfbrecht100 / Fotolia.com

Wer sich im Winter mit vitaminreichem Gemüse aus dem eigenen Garten versorgen möchte, muss bereits im Sommer tätig werden. Auch wenn das bei 30 °C im Schatten und Sonnenschein schwer fällt.

mehr...
Garten - Richtig ernten

Rund ums Jahr Salat ernten

Immer frisch aus dem eigenen Garten

Salat
iStock.com / fotique

Mit einer geschickten Anbauplanung und Pflanzenwahl können Sie das ganze über Salat aus dem eigenen Garten ernten.

mehr...
Garten organisieren

Beetvorbereitungen zur Aussaat

Richtige Bodenbearbeitung

Grabegabel mit Gummistiefel
iStock.com / cjp

Eine schonende Bodenbearbeitung mit dem richtigen Gerät ist das A und O für ein gesundes Pflanzenwachstum. Dabei ist weniger manchmal mehr, ständiges Umgraben ist nicht erforderlich.

mehr...
Garten organisieren

Kniffe und Begriffe rund um die Saat

Samenkataloge verstehen lernen

Gießkanne und Saatgut
coco / Fotolia.com

Saatgutkataloge sind oft voll mit neuen und viel versprechenden Obst- und Gemüsesorten für den heimischen Garten – allerdings auch mit gärtnerischen Fachbegriffen. Wir erklären Sie Ihnen.

mehr...
Garten pflegen

Das A und O der Bewässerung

Sommer, Sonne, Trockenheit

Hand mit Wasserschlauch
seregraff / Fotolia.com

Wenn die sommerliche Sonne das letzte Tröpfchen Wasser aus dem Boden saugt, muss mit der Bewässerung der Pflanzenpracht begonnen werden. Doch wie bewässert man eigentlich richtig?

mehr...
Tomatenpflanze im Topf
iStock.com / Cottonfioc
Garten organisieren

Gemüse und Kräuter vom eigenen Balkon

Nutzgarten auf drei Quadratmetern

Auch wer in der Stadt lebt, kann sein eigenes Gemüse ernten. Mit ein paar Quadratmetern Balkon und ein wenig Kreativität lässt sich selbst in der dritten Etage ein kleiner Nutzgarten anlegen.

mehr...