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Prävention von Allergien und Asthma

Früher wurde Müttern empfohlen, potenziell allergieauslösende Lebensmittel wie Kuhmilch, Weizen und Fisch im ersten Lebensjahr zu meiden. Heute gilt dieses strikte Verbot nicht mehr.

Baby beim Essen im Hochstuhl
Oksana Kuzmina / Fotolia.com

Früher wurde Müttern empfohlen, potenziell allergieauslösende Lebensmittel wie Kuhmilch, Weizen und Fisch im ersten Lebensjahr zu meiden. Heute gilt dieses strikte Verbot nicht mehr. Mittlerweile ist bekannt, dass für die Reifung des kindlichen Immunsystems die frühzeitige Auseinandersetzung mit Antigenen in Lebensmitteln eine wichtige Rolle spielt. Experten, so auch das „Netzwerk Gesund ins Leben“, empfehlen daher, den Nachwuchs nach dem Stillen schrittweise auf eine vielseitige Ernährung umzustellen und die Vielfalt der Lebensmittel zu nutzen. Inwieweit die Einführung von Lebensmitteln im ersten Lebensjahr die Entstehung von Asthma und Lebensmittelallergien beeinflusst, haben Wissenschaftler jetzt anhand einer Studie untersucht.

Geringeres Risiko durch Milchprodukte und Fisch

Das Team um Caroline Roduit von der Universität Zürich analysierte Daten von über 850 Kindern aus fünf europäischen Ländern. Die Wissenschaftler erfassten monatlich mithilfe von Tagebüchern die Ernährung der Kinder im ersten Lebensjahr. Mittels Fragebögen dokumentierten sie Umweltfaktoren und Allergien bis zum Alter von sechs Jahren. Das Ergebnis: Je vielseitiger die Kinder im ersten Lebensjahr ernährt wurden, desto seltener erkrankten sie an Asthma. Dabei erwies sich die protektive Wirkung dosisabhängig. Einen vergleichbaren Effekt beobachteten die Wissenschaftler für Lebensmittelallergien. Insbesondere die Einführung bestimmter Lebensmittel war mit einem geringeren Risiko verbunden. So hatten vor allem Milchprodukte und Fisch einen stark protektiven Effekt. Die Studie zeigt, dass eine vielseitige Beikost im ersten Lebensjahr Kinder vermutlich vor Asthma und Nahrungsmittelallergien schützen kann.

Studienergebnisse stützen neue Empfehlungen zur Prävention

Ernährungsexpertin Sonja Lämmel
"Die alten Empfehlungen bestimmte Lebensmittel im ersten Lebensjahr strikt zu meiden, sind überholt", erklärt Ernährungsexpertin Sonja Lämmel (DAAB).

„Die Studie untermauert auch die neuen Präventionsempfehlungen, die genau auf diesen Aspekt abzielen. Ein erneuter Beweis, dass die alten Empfehlungen Lebensmittel im ersten Lebensjahr strikt zu meiden, überholt sind“, kommentiert Sonja Lämmel, Ernährungsexpertin vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) die Studienergebnisse. Durch die gezielte Gabe verschiedener Lebensmittel könne das Immunsystem trainiert werden und so eine Toleranz ausbilden. Es bleibe zu hoffen, dass die Zahl der Allergien im Säuglingsalter in den nächsten Jahren zurückgeht. Mittlerweile leide jedes sechste Kind unter allergischen Erkrankungen, Tendenz steigend. „Exakte Erklärungsmodelle für die Zunahme allergischer Erkrankungen der letzten Jahre können nicht gefunden werden. Eine Theorie erklärt die Zunahme durch verschiedene Aspekte unseres ‚westlichen Lebensstils‘“, erklärt Sonja Lämmel.

Quelle: Roduit C et al.: Increased food diversity in the first year of life is inversely associated with allergic diseases. J Allergy Clin Immunol 133 (4), 1056-64 (2014)

Dr. Claudia Müller, Bonn |

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Frau beim Bäcker zeigt auf Auslage
Contrastwerkstatt / Fotolia.com

Allergiekennzeichnung

Mehr Klarheit auch bei unverpackter Ware Allergene Zutaten leichter erkennen

Seit Dezember 2014 haben Verbraucher die Möglichkeit, gezielt beim Bäcker nachzufragen, ob das Brot allergene Zutaten enthält. Auf dieses Informationsrecht können Ernährungsberater ihre Klienten hinweisen. Für Betroffene sind genaue Informationen über Allergene in Lebensmitteln - je nach Schwere der allergischen Reaktion - besonders wichtig. Deshalb müssen die vierzehn Zutaten, die in Europa am häufigsten Lebensmittelallergien auslösen, auf der Verpackung stehen. Seit Ende letzten Jahres können sich Verbraucher nach der EU-Lebensmittel-Informationsverordnung nun auch gezielt über allergene Zutaten bei loser Ware informieren – also in der Bäckerei, beim Metzger, auf dem Wochenmarkt, in der Kantine oder im Restaurant. Die Allergeninformation kann schriftlich oder unter bestimmten Bedingungen auch mündlich gegeben werden. Eine mündliche Information ist nur möglich, wenn sie auf Nachfrage vor Abgabe des Lebensmittels erfolgt und die allergenen Zutaten und Hilfsstoffe gleichzeitig schriftlich dokumentiert sind. Bei dem Lebensmittel oder im Verkaufsraum muss gut sichtbar darauf hingewiesen werden, dass die Kunden sich über Allergene informieren können. Wichtig ist, dass die schriftlichen Informationen auf Nachfrage auch zugänglich sind.

Die neue Verordnung sorgt für mehr Transparenz und erleichtert Allergikern die Speisenwahl. Ermutigen Sie daher in der Beratung Ihre Klienten gezielt nachzufragen!

Autorinnen: Sonja Lämmel, Gesa Maschkowski, Dr. Claudia Müller, aid

Weitere Informationen

Allergenkennzeichnung: Allergeninformation auch bei loser Ware verpflichtend
Baby isst Brei
Alliance / Fotolia.com

Tipp im Web

Nachgefragt beim Netzwerk Gesund ins Leben Wann dürfen Babys Milch, Ei, Fisch, Weizen bekommen?

Eltern möchten alles tun, um ihr Baby vor Allergien zu schützen, vor allem, wenn es in der Familie bereits Allergien gibt. Oft sind sie besonders bei Lebensmitteln unsicher, die als „allergen“ eingestuft werden, zum Beispiel Kuhmilch, Ei, Weizen oder Fisch. Können auch diese Lebensmittel schon im ersten Lebensjahr gegeben werden oder sollte man besser damit warten? Lesen Sie dazu die Antwort des Netzwerk Gesund ins Leben.

Sollten Lebensmittel, die oft Allergien auslösen, im 1. Lebensjahr besser nicht gegeben werden?

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