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Private Altersvorsorge

Die gesetzliche Altersabsicherung durch Alterskasse und Rentenversicherung kann nur einen Teil des Bedarfs im Alter abdecken. Den Rest müssen Landwirte privat absichern.

Alter Landwirt auf einem Schlepper
katrinaelena / Fotolia.com

Wie alle Unternehmer sollten auch Unternehmer-Ehepaare in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau sich nicht auf die gesetzliche Altersabsicherung durch Alterskasse und Rentenversicherung verlassen, denn diese können allenfalls einen Teilbedarf decken. Auch der Betrieb ist nicht unbedingt geeignet, die finanzielle Lücke zwischen dem Bedarf im Alter und den gesetzlichen Leistungen zu decken. Es ist also durchaus sinnvoll und verantwortungsvoll gegenüber der nachfolgenden Generation, sich rechtzeitig und mit Bedacht um zusätzliche private Absicherung zu kümmern.

Bestandsaufnahme machen

Bevor Geld in die Altersvorsorge investiert wird, sind zwei Grundsätze zu beachten:

  1. Vorrang sollte stets die Risikovorsorge für den Ausfall der Arbeitskraft durch Berufsunfähigkeit oder Tod haben.
  2. Der erste Schritt bei der Planung der Altersvorsorge ist die Bestandsaufnahme. Es ist zu klären, welche Ansprüche bereits vorhanden sind.

Dies können Rentenanwartschaften in der Alterskasse und/oder der gesetzlichen Rentenversicherung, aber auch private Kapitalanlagen wie Immobilien, Wertpapiere oder Versicherungen sein. Wichtig ist es, sich nur auf die garantierten Leistungen zu verlassen!

Aus der Alterskasse haben Unternehmerehepaare jeweils rund 13 Euro Monatsrente pro Beitragsjahr zu erwarten. Nach 40 Beitragsjahren sind das somit 520 Euro Monatsrente, von der jedoch noch Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden müssen. Die Ansprüche aus der deutschen Rentenversicherung lassen sich aus der regelmäßig zugestellten Rentenauskunft ersehen. Sie sind aber nur dann verlässlich, wenn der ihnen zugrundeliegende Versicherungsverlauf korrekt ist. Prüfen Sie also unbedingt, ob er alle Zeiten seit Vollendung des 17. Lebensjahres enthält. Gerade bei Müttern, die selbstständig sind oder mit einem Unternehmer verheiratet sind, fehlen oftmals die Kinderberücksichtigungszeiten. Dies sind die Zeiten bis zum zehnten Lebensjahr des jüngsten Kindes.

Strategisch planen

Jede Familien- und Lebensphase erfordert ihre angepasste Strategie. Wichtig ist stets die Sicherung der Liquidität! Es macht keinen Sinn, die Beiträge für die Altersvorsorge vom Kontokorrent zu bedienen. Dementsprechend müssen vor allem Unternehmer auf flexible Anlageformen achten, die ihnen keine langjährigen hohen Monatszahlungen über Jahrzehnte abverlangen.

Folgende Grundsätze sind hilfreich:

  • Schuldentilgung geht vor Sparen
  • Geldanlagen und damit Risiko streuen
  • Der spätere Grundbedarf sollte nur über sichere Anlagen finanziert sein
  • Spardisziplin bewahren
  • Mäßiges Grundsparen statt finanzieller Überforderung
  • Nicht zu früh starten! Junge Menschen sollten erst die Risikovorsorge finanzieren
  • Staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile nutzen. In diesem Zusammenhang können Vermögenswirksame Leistungen, Riester – und Rüruprente interessant sein.

Autorin: Anne Dirksen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen |

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