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Produkte aus der Region

Wer regional einkaufen möchte, muss genau hinsehen. Und auch dann ist es nicht einfach. Die Angaben auf dem Etikett sind oft unspezifisch und zum Teil sogar irreführend.

(aid) – Wer regional einkaufen möchte, muss genau hinsehen. Und auch dann ist es nicht einfach. Die Angaben auf dem Etikett sind oft unspezifisch und zum Teil sogar irreführend. Das hat ein bundesweiter Marktcheck der Verbraucherzentralen gezeigt.

Die Tester nahmen stichprobenartig 121 Produkte in Supermärkten, Discountern und Bioläden unter die Lupe. 63 hatten das blau-weiße Regionalfenster und 58 sonstige Regionalwerbung auf dem Etikett. Es wurden Verpackungen von Eiern (25), Milchprodukten (19), Fleisch- und Wursterzeugnissen (37) sowie von Obst und Gemüse (40) geprüft.

Mehr als jeder Zweite achtet beim Einkauf auf die regionale Herkunft – Tendenz steigend. Der Begriff „Region“ ist allerdings nicht rechtlich geschützt. Die Anbieter können selbst bestimmen, wie groß ihre „Region“ ist. Sie werben mit Aussagen wie „Das Beste von hier“, „Gutes aus der Heimat“ oder „nah“. Solche Herkunfts- und Qualitätssiegel waren aber häufig für den Kunden schwer nachvollziehbar. Bei einigen Erzeugnissen blieb unklar, woher die Rohstoffe kommen und wie die Region definiert ist. Manchmal war nur der Firmensitz oder die Rezeptur regional, während die Zutaten weite Strecken zurückgelegt hatten.

Das „Regionalfenster“ soll für mehr Transparenz beim regionalen Einkauf sorgen. Es wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiiert und ist eine bundesweit einheitliche Kennzeichnung für regionale Produkte. Das Label gibt Auskunft über Region, Ort der Verarbeitung sowie den Anteil der verwendeten regionalen Zutaten. Es ist allerdings eine freiwillige Kennzeichnung und kein Gütesiegel.

Auch beim Regionalfenster muss man genau hinschauen, da die Produkte deutschlandweit vermarktet werden dürfen. Mindestens 51 Prozent müssen aus der angegebenen Region stammen. Bei Mischprodukten wie Wurstwaren war der Anteil regionaler Zutaten sehr unterschiedlich. So fanden die Tester bei Sülzfleischwurst 54 Prozent und bei Bratwurst 94 Prozent Zutaten aus der Gegend. Bei 8 von 22 Fleisch- und Wursterzeugnissen wurden mehrere Bundesländer zu einer Region zusammengefasst, was in der Regel nicht den Erwartungen der Konsumenten entspricht.

Aus Sicht der Verbraucherzentralen reichen die bisherigen gesetzlichen Regeln nicht aus, um einen transparenten Einkauf regionaler Ware zu ermöglichen und vor irreführender Werbung zu schützen. Das Regionalfenster bietet dem Kunden eine gute Orientierung, ist aber noch nicht bundesweit flächendeckend vertreten. Im Süden war das Angebot im Marktcheck größer als im Norden. Grundsätzlich seien weitere gesetzliche Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene erforderlich.

„Wer Kontakt zu regionalen Erzeugern sucht, kauft die Lebensmittel am besten direkt ab Hof oder auf dem Wochenmarkt ein“, erklärt Harald Seitz vom aid infodienst. „Dann kann man sich vor Ort informieren und sicher sein, dass die Transportwege kurz sind.“ Auch bei regionalen Produkten ist saisonale Ware – vor allem bei Obst und Gemüse – die erste Wahl.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://www.aid.de/inhalt/regionale-lebensmittel-560.html

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