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Radicchio

Radicchio ist einer der wenigen winterharten Freilandsalate. Die knackigen, roten Blätter sind von weißen Blattrippen durchzogen und schmecken aufgrund des Bitterstoffgehalts etwas bitter.

roter Salat, Radicchio
Dani Vincek / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Der Radicchio gehört zur Gattung der Wegwarten (Cichorium) und ist damit eng verwandt mit dem Chicorée oder der Endivie. Ursprünglich stammt dieser kleine rote Salat aus Südeuropa. Bis etwa Mitte der 1980iger Jahre wurde Radicchio fast ausschließlich in Italien kultiviert. Heute wird er jedoch weltweit angebaut.

Die typische rote Färbung der Blätter entsteht, sobald die Nächte kühler werden. Bei den kompakten, kleinen Salatköpfen, die man hier im Handel findet, handelt es sich eigentlich nur um die fest geschlossenen Innenköpfe. Die umliegenden meist grünlichen Blätter werden aufgrund der sehr starken Bitterkeit schon vorher beseitigt.

Standortbedingungen

Radicchio bevorzugt einen tiefgründigen, lockeren Boden und einen sonnigen Standort. Staunässe verträgt er gar nicht.

Fruchtfolge und Mischkultur

Der Anbau von Radicchio eignet sich besonders gut nach Frühkulturen wie Radieschen, Schnittsalat oder Zuckererbsen, da er erst im Sommer gesät wird. Um typische Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden, sollte Radicchio frühestens 4 Jahre nach sich selbst oder anderen Korbblütlern wie Endivie, Zuckerhut (beides auch Zichoriengewächse) auf dem gleichen Beet wieder angebaut werden.

Radicchiosorten für den Hausgarten

Sorte

Eigenschaften

'Palla Rossa 2'

Nicht winterharte Sorte für die Ernte von September bis November, verträgt leichte Fröste; Aussaat Juni/Juli direkt ins Freiland  

'Indigo oder Indigo F1'  

Nicht winterharte Sorte für die Ernte von Oktober bis Dezember, kann früher als andere Sorten gesät werden, da sie unempfindlich gegen Schießen (vorzeitige Blütenbildung) ist, verträgt leichte Fröste; Aussaat Ende Mai bis Ende Juni direkt ins Freiland 

'Rossa di Verona'  

Winterharte Sorte für die Ernte von Februar bis April, Aussaat ab Mitte Juni ins Freiland; Ende Oktober wird das Laub auf ca. 3 cm zurückgeschnitten, ohne dabei die Herzblätter zu beschädigen; ab Anfang März (unter Vlies auch etwas früher) erscheinen dann die roten Rosetten

Hinweise zur Anzucht

Aussaat / Pflanzung

Direktsaat ins Freiland

Das übliche und einfachste Verfahren ist die Direktsaat ins Freiland, je nach Sorte (siehe oben) Mitte Juni bis Mitte Juli  

Reihenabstand 

30 cm; nach dem Auflaufen in der Reihe auf 20 cm vereinzeln. 

Anzucht und Pflanzung

Es ist auch möglich, Radicchio ab April im warmen Gewächshaus anzuziehen und bereits ab Mitte Mai ins Freiland zu pflanzen. Auf diese Weise kann schon ab Mitte Juli geerntet werden. Dieser sogenannte Sommeranbau empfiehlt sich jedoch nur für erfahrenere Hobbygärtner, da Radicchio empfindlich auf das Verpflanzen reagiert.  

 

Düngung

Radicchio hat einen mittleren Nährstoffbedarf und zählt damit zu den Mittelstarkzehrern. Zu empfehlen ist der Anbau nach gut gedüngten Vorfrüchten (z. B. Kohl, Tomate, Gurke), gegebenenfalls mit einer kleinen Ergänzungsdüngung.

Pflege

Winterharte Radicchiosorten wie 'Rossa di Verona' sind zwar kälteverträglich bis -5 °C, dennoch empfiehlt sich eine Abdeckung mit Folie oder Vlies zum Schutz vor Kahlfrösten. Die Pflanzen sollten immer feucht gehalten werden.

Schädlinge und Krankheiten

Schäden durch Tiere und Krankheiten sind sehr selten. Manchmal können Erdraupen zum Problem werden.

Ernte und Lagerung

Je nach Sorte sind die Erntezeiten bei Radicchio sehr unterschiedlich (siehe oben). Mit Wurzeln geerntet und in feuchten Sand eingeschlagen lässt sich der Kopf einige Wochen lagern. Ohne Wurzel ist Radicchio im Kühlschrank etwa 1-2 Wochen haltbar.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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